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Die meisten sind froh, wenn die umgebaute Karre endlich läuft und sie fahren können. Für Thorsten liegt der Reiz allerdings im Bauen, aktuell demonstriert an seiner Honda VT 600.

Schon früh entdeckt Thorsten für sich den Spaß am customizen. Sein erster Komplettumbau, eine AME XV 750, erblickt schon 1988 das Grau deutscher Straßen. Normal wäre seinerzeit gewesen, wenn er erst mal jahrelang mit dem Teil gefahren wäre, aber schon kurz vor Ende des einen Umbaus waren Ideen für den neuen da. Und das zieht sich durch Thorstens Schrauberleben, bis heute. 

Honda VT 600 Shadow – Unglaubliche 5000 Kilometer Laufleistung

Jedes Custombike für sich wird mit viel Liebe zum Detail aufgebaut, weshalb der Wechsel von einem aufs nächste Bike so ungefähr alle zwei Jahre ansteht. Als Thorsten die Honda ersteht, sind vorverlegte Fußrasten, eine lange AME-Gabel und ein fetter AME–Tank mit Dashboard bereits verbaut. Bei Eintragung hatte der TÜV den Kilometerstand bei Tachowechsel im Protokoll eingetragen, wodurch die fast unglaublichen 5000 Kilometer Laufleistung amtlich belegt sind.

»Länge läuft …« Ein Klassiker, nicht nur unter Chopper-Treibern. Die Gabel stammt von AME

Das ist in Thorstens Augen aber auch schon der einzige Vorteil, denn das große Spritfass will in seinen Augen nicht so recht ins eigene Schönheitsideal eines Langgablers passen. Da muss es schon ein möglichst kleiner Tank sein, den es für den Japancruiser VT 600 aber nun mal nicht von der Stange gibt. 

Diese Honda VT 600 Shadow hat nur einen Vergaser

Die Schale eines Peanut-Tanks, hilfreich schon bei zahllosen Oldschool-Umbauten, erweist sich auch hier als perfekt. Allerdings muss das Unterteil des Tanks in Eigenregie entsprechend den Gegebenheiten neu gestaltet werden. Zumal neben dem Rahmenverlauf noch die Zündspulen untergebracht werden wollen und der Vergaser auch noch nach oben raussteht. Shadow-Kenner bitte nicht gleich aufschreien … denn ja, dieses Bike hat nur einen Vergaser anstatt der sonst modellüblichen zwei.

Auch der neue Tacho gibt sich unauffällig und sitzt nun links neben dem Tank

Zwar hat Thorsten zunächst einen 2-in-1-Ansaugstutzen gekauft, live gefällt der ihm aber dann doch nicht. Deshalb setzt er sich mit Shadow-Experte Thomas von »Ironwerk« in Verbindung, schickt ihm das Teil mit der Bitte um einen Nachbau in VA. Thomas schweißt in den Ansaugstutzen des vorderen Zylinders eine Ansaugstrombremse ein, die im Fahrbetrieb bestens funktioniert.

Alle Plastikparts in die Verbannung geschickt

Auch das Heck will Thorsten ändern, wenn auch zunächst nur als Modifikation des originalen GFK-Hecks gedacht. Nach einigen Überlegungen entscheidet sich der Schrauber aber, auf Kunststoff am Bike zu verzichten. So werden alle Plastikparts in die Verbannung geschickt. Der Heckfender wird aus Blech und mitschwingend angepasst, nachdem das Scheibenrad drin und grob ausgerichtet ist. Das CWS-Rad stammt aus dem Internet, zunächst leider ohne Papiere.

2-in-1-Ansaugstutzen: Die zwei Zylinder werden von einem Vergaser versorgt. Den unförmigen Originalluftfilter hat Thorsten ersetzt

Ein Tipp aus einem Forum bringt Thorsten allerdings auf den Weg des ursprünglichen Herstellers. Gold wert, denn so gibt es das ersehnte Gutachten. Damit wird Thorsten beim TÜV vorstellig und kann zugleich andere drängende Fragen vorab klären. Zumal das neue Rad eine Änderung der Bremsanlage von einer Trommel auf eine Scheibenbremse mit hydraulischer Betätigung nötig macht. Die Behörde segnet das Vorhaben ab, die Papiere werden entsprechend berichtigt. Den letzten Arbeiten steht somit nichts mehr im Weg.

Beim Verkauf muss technisch alles okay sein

Nach deren Abschluss heißt es nun erst mal fahren und Kilometer abreißen. Thorsten sieht das als Probefahrten, »um zu sehen, ob alles einwandfrei läuft.« Für den Verkauf soll schließlich alles stimmen und technisch okay sein. Lange wird die Probefahrerei nicht dauern, das nächste Projekt wartet schon.