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Einfache Bedienung, Zuverlässigkeit und spielerische Handhabung – kein Witz. Unter Mitwirkung von CPO entstand eine zeitlose Harley-Davidson Shovelhead, die genau nach diesen Kriterien gebaut wurde.

Thomas Bader ist kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um geschmackvolle Motorradaufbauten geht«, erklärt uns Rolf Schietinger von CPO in Neckartenzlingen. Thomas baut seit Jahrzehnten schöne Motorräder, macht aber kein großes Aufheben darum und hält alles im kleinen Rahmen. Immer wieder treten Leute an ihn heran, die sich ein komplettes Motorrad von ihm aufbauen lassen wollen. So auch bei dieser Shovelhead, deren Besitzer das »Pura Vida«, das pure Leben, zu genießen weiß.

 Bewährte Funktionsteile statt exotischer Parts

Vorgaben? Leichte Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und unkompliziertes Handling, vor allem auch im Fahrbetrieb, waren gewichtige Kernfaktoren, die alle in diesem Fahrzeug vereint sind. Weder Fahrwerk noch der Motor beziehungsweise der Antrieb, bestehen aus exotischen Parts, sondern aus bewährten Funktionsteilen. »Liebe und Aufwand liegen im Detail, kein Stil wird überzogen oder mit Gewalt eingesetzt«, teilt Rolf bei seinen Erklärungen mit.

Tiefliegende Custombikes setzen in jeder Kurve auf? Von wegen. Hochgelegter Auspuff, Eigenbau-Primärkasten und eng anliegende Fußrasten ermöglichen tiefe Schräglagen

»Stilelemente werden bei Thomas gern auch mal vermischt oder neu interpretiert, aber wirklich nie übertrieben.« Rolf weiß das zu schätzen, denn schließlich arbeitete seine Firma CPO schon bei mehreren Projekten eng mit Thomas zusammen. Sowohl einzelne Arbeiten wie auch letztlich die Gesamtabnahme beim TÜV oblag zum Beispiel bei dieser Late Shovel den CPOlern.

Harley-Davidson Shovelhead mit ordentlicher Schräglagenfreiheit

Die Bodenfreiheit, bei vielen anderen so niedrig gebauten Bikes im Argen, kann an diesem Umbau nur punkten. Das liegt einerseits an der hochgelegten Auspuffanlage, einer Einzelanfertigung. Andererseits lassen auch die Fußrasten und der handgefräste Primärkasten jede Menge Schräglage zu. Old Spirit – der alte Geist – das ist nicht nur die Verwendung von Trommelbremsen. Old Spirit steckt in Einzelteilen, die zunächst kaum wahrgenommen werden.

Gemeinschaftsprojekt: Neben Bike Project und Besitzer Thomas schraubte auch Rolf Schietinger von CPO an der 1340er-Harley

Da wären beispielsweise Kratzschutzplatten aus Edelstahlblech an der Hinterradschwinge, die dafür sorgen, dass dort der Lack beim Spannen der Kette nicht beschädigt wird. Die weitgehende Verwendung von Inbusschrauben – wo es technisch möglich und sinnvoll ist – glättet die pure Linie, auch wenn einige nur zur Verzierung der Beleuchtungskörper und der hinteren Bremstrommel eingedreht wurden.

Dem Alter entsprechend braucht das Bike nur einen Spiegel

CPO baute die 5°-Gabelbrücken und einen schwarzverchromten Lenker mit integrierten Risern, beides in ihrer Schlichtheit dem Gesamtbild untergeordnet. Und bevor jemand meckert: Dem Alter entsprechend braucht das Bike nur einen Spiegel. Auch die Ölfilterpatrone ist direkt in den handgemachten Öltank eingeschraubt, hängt also nicht an zusätzlichen Haltern und Schläuchen.

Der Solositz wurde von Udo Kohse gebaut und von Custom Leathers veredelt

Hier ließ Thomas bei Udo Kohse von »Bike Project« arbeiten, der auch gleich noch den Benzintank baute und das hintere mitschwingende Schutzblech anpasste. Kein Geringerer als Großmeister Ingo Kruse war für die Lackierung zuständig. Die Old Spirit wurde zwar nach Angaben des Auftraggebers erstellt, aber nicht jedes Detail vorher festgelegt, so dass ein gewisser Spielraum für Kreativität übrig blieb.

Zeitlos schöne Harley-Davidson Shovelhead

Durch Thomas’ Zusammenarbeit mit kompetenten Firmen entstehen so Fahrzeuge, die, wie Rolf von CPO betont, »zeitlos schön sind und nicht in einen Trend, Stil oder eine Kategorie gepackt werden wollen oder müssen. Hier wird einfach aus dem reichhaltigen Angebot der Zweiradszene geschöpft und mit jahrzehntelang angehäuftem Wissen aus dem Chopper- beziehungsweise Custombikebau kombiniert«. 

Info | cpo-bikes.de

 

Horst Heiler
Freier Mitarbeiter bei

Jahrgang 1957, ist nach eigenen Angaben ein vom Easy-Rider-Film angestoßener Choppaholic. Er bezeichnet sich als nichtkommerziellen Customizer und Restaurator, ist Mitbegründer eines Odtimer-Clubs sowie Freund und Fahrer großer NSU-Einzylindermotorräder, gerne auch gechoppter. Als Veranstalter zeichnete er verantwortlich für das »Special Bike Meetings« (1980er Jahre) und die Ausstellung »Custom and Classic Motoräder« in St. Leon-Rot (1990er Jahre). Darüber hinaus war er Aushängeschild des Treffens »Custom and Classic Fest«, zunächst in Kirrlach, seit 2004 in Huttenheim. Horst Heiler ist freier Mitarbeiter des Huber Verlags und war schon für die Redaktion der CUSTOMBIKE tätig, als das Magazin noch »BIKERS live!« hieß. Seine bevorzugten Fachgebiete sind Technik und die Custom-Historie. Zudem ist er Buchautor von »Custom-Harley selbst gebaut«, das bei Motorbuch Stuttgart erschienen ist, und vom Szene-Standardwerk »Save The Choppers!«, aufgelegt vom Huber Verlag Mannheim.