Die Geschichte des Radical Speedshop erzählt von dem, der auszog, um die schnellste Moto Guzzi Deutschlands zu bauen
Moment, ich muss noch kurz die Ventile einstellen, sonst vergess ich das, zwei Minuten, dann können wir reden« – genau so haben wir es erwartet bei dieser Einmann-Firma, die längst zur festen Instanz der Italo-Szene in Deutschland und Europa geworden ist. Dabei begann Stefan Bronolds Zweiradleben auf der Sitzbank einer Harley im Fiedler-Rahmen, als Fünfjähriger, festgeklammert an der Hüfte des Vaters, »es muss noch ein Foto davon geben, irgendwo«.

Damals schon zeichnete sich Stefans Zukunft ab, die Zweirad-Leidenschaft des Vaters sollte allerdings bald in Richtung Italien abdriften, der Junior nahm die Ducati-Phase zur Kenntnis und erlebte, wie der Papa in den Guzzis seine Erfüllung fand. »Und irgendwann hatte es mich dann auch gepackt. Trotzdem sollten bis zur ersten Radical-Guzzi noch ein paar Jahre vergehen.
Moto Guzzi Ein Leben lang
Erst baute Stefan Motorräder für Freunde um, neben dem Hauptjob. Es wurde immer mehr, irgendwann so viel, dass er sich mit seinem »Guzziladen« komplett selbstständig machte. 2010 war das und Stefan verkaufte damals noch überwiegend Teile.

Die Umbauten damals beschränkten sich auf optische Veränderungen. Erst später standen stärkere Motoren zur Debatte. In logischer Konsequenz wurde auch der Name der Firma zwei, drei Jahre nach Gründung geändert. Endlich sollte auf dem Klingelschild stehen, was hinter der Tür lauerte: Radical Guzzi war geboren … und wurde erst Anfang diesen Jahres aus rechtlichen Gründen in Radical Speedshop umbenannt.

Es war auch diese Zeit, als Stefan, sein Bruder und sein Vater das erste Mal beim Glemseck 101 aufschlugen, »mit Klapptisch, Sonnenschirm und nicht viel sonst«, wie er sich lachend erinnert. Die Rennveranstaltung steckte noch in den Kinderschuhen, genau wie Stefans Racing-Ambitionen. »Aus Neugier und Spaß fängst du damit an, und dann packt es dich und du willst mehr.« Ehrgeizig ist er, der Stefan Bronold. Er wollte die schnellsten Guzzis dieses Planeten – oder zumindest Deutschlands – bauen. Er zahlte Lehrgeld, »bei den ersten vier, fünf Rennen haben wir keinen Stich gemacht.«
DABEI SEIN IST NICHT ALLES
Stefan ist Kfz-Meister, »aber das, was ich mache, lernste nicht auf der Meisterschule«. Neugier und Enthusiasmus sind die Triebfedern, um aus den Guzzi-V2s das Optimum zu holen, so erklärt es Stefan. Er weiß, was er tut, weiß, wie das Gewicht des Motorrades und die Leistung harmonieren müssen, um auf der Achtelmeile zu bestehen. »ich will nicht nur dabei sein, ich will gewinnen«, alles andere ist für ihn Blödsinn. »Du opferst doch Zeit und Nerven nicht fürs bloße Dabeisein, du willst doch was erreichen.« Und er erreicht, wenn auch für gewöhnlich nicht als Fahrer, sondern »nur« als Schöpfer.

»Ich bin kein guter Racer, meine Reaktionsfähigkeit ist nicht sehr ausgeprägt«, gesteht er. Das Rennblut in der Familie schlummert woanders, Vater und Bruder steigen in die Sättel und machen den Job. »Mein Vater kann sich total fokussieren, perfekt beim Sprinten, auch wenn er sich anfangs noch dagegen wehrte«, erzählt uns Stefan.
Am Ziel: Die schnellste Moto Guzzi
Papa Bronold fährt im »International Sprint« am Leonberger Glemseck. »Mein Bruder ist dagegen manchmal schon etwas drüber, hat immer Sorge, dass er es nicht packt, dass die anderen besser sind.« Dabei macht der Guzzi-Familie aus Bayern längst kaum einer mehr was vor. »Manchmal, da werden wir belächelt, vor allem von Teams, die uns noch nicht kennen. Ich hab schon gehört, wenn andere sagten … ach, die da mit der Guzzi, da sind wir doch viel weiter.« Er schmunzelt darüber nur, die Wahrheit liegt eh auf der Strecke.

Stefan Bronold ist angekommen, wo er hinwollte. Er baut die radikalsten Guzzis in Deutschland und womöglich darüber hinaus. Radikal in der Optik, aber vor allem in ihrer Leistung. Und am Ende steht er ganz oft ganz oben auf dem Treppchen, »weil es dort am schönsten ist.«
Info | Radical Speedshop





Hallo und guten Tag Herr Bronold, ich bin von klein auf an allem was „stinkt und knattert“ interessiert. Und als ich mit 16 Jahren, 1976, mit meiner Zündapp KS 50 Super Sport durch Berlin düster überholte mich ein wunderschön bollerndes Motorrad dessen Klang mich faszinierte, eine Guzzi Le Mans im klassischen Rot. Beim nächsten Ampelstop hatte ich sie mir für einen Augenblick näher anschauen können und von da an war ich Moto Guzzi Fan, habe es aber bis heute leider nicht geschafft mal eine als mein eigenes „Mopped“ benennen zu dürfen. Eine Moto Guzzi wird leider weiterhin ein Traum bleiben,… Weiterlesen »
interessant,aber für einen Guzzi Fan fehlen die Eckdaten,,Hubraum Leistung, Drehmoment
Hallo Anton! Das ist ein Werkstattporträt, da gehen wir nicht auf technische Details eines einzelnen Motorrades ein. Wir werden aber demnächst noch eine der Guzzis von Radical im Einzelporträt veröffentlichen, und dann natürlich mit allen relevanten Daten. Beste Grüße, Katharina, CB-Team
Hallo Alle
Meine 20 jährige California platziere ich gerne zwischen den Harley Ami Schrott, und sie wird oft bestaunt.
Guzziwerkstatt von Stefan liegt in Franken, was man auch am Dialekt hört. Jede Guzzi mit allem Zubehör ein Kunstwerk was da erschaffen wird. Sehenswert und hörenswert.
Wenn schon Oberpfalz
Ja, der „Guzziladen“, damit fing es an. 😉
Und vom „Guzziladen“ stammt meine Guzzi, das „Flacheisen 009“ von Juni 2010 (EZ auf Stefan), muss dann wohl eine der ersten gewesen, wenn der Laden erst 2010 begonnen hat. Allerdings spricht das „009“ dafür, das es wohl noch acht andere, frühere Modelle gegeben hat. Vom „Flacheisen 007“ kann man auf dem Onlineauftritt einer großen deutschen Motorradzeitung heute noch lesen.
Danke, Stefan, für diese meine Guzzi! ❤️
Stefan Bronolds Radical speedshop liegt nicht in Franken, sondern in Schwarzenfeld im Herzen der Oberpfalz – nur mal so für geographisch nicht so gut Informierte.
Die beiden Bronolds sind aktive Mitglieder beim Oberpfälzer Moto Guzzi Stammtisch ( http://www.omgs.de )
Bei meiner Eldorado 1400 ist der Auspuff Krümmer im inneren Rohr gerissen. Ein Telefonat mit Simon Bronhold , er kannte das Problem von anderen 1400 er Guzzi’s und hatte auch gleich die Lösung, Termin vereinbart, Auspuff eingeladen und ab in die Oberpfalz.. (wohne an der Nordsee) Simon stand am vereinbarten Termin bereit und fing auch zügig an. Ich schaute mir zwischenzeitlich die Maschinen an und stellte mehr oder weniger intelligente Fragen, die auch bereitwillig beantwortet wurden, ohne die Arbeit grossartig zu unterbrechen. Jede Maschine dort hatte ihre eigene Geschichte, und je öfter man sich eine ansah umso mehr neue Details… Weiterlesen »
Hallo.. Ich fahre oder besser fliege die rote Aviator Guzzi oben im Bild. Es ist ein Traum, wenn man am Gasgriff dreht und untereinem es loshämmert und sich die unbändige Kraft entfaltet. Dann sieht man sein Grinsen im Tank spiegeln… Danke Stefan.. Jeder Moment ..