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Ein Trike mit BMW-Zwölfzylinder lässt sich kaum noch übertrumpfen. Wie es zu diesem Monster-Gefährt kam, erzählen uns die Olsson-Brüder aus Schweden.

Wieso zum Teufel baut man ein V12-Trike? Peter Olsson hat eine einfache Antwort für uns: »Mein Bruder hat ein V8-Trike. Ich musste ihm zeigen, wer der Boss ist.« Peter fuhr also mit seinem alten VW-Trike durch seine Heimat Småland, eine geschäftige und reiche Gegend im Süden Schwedens. Während einer dieser eher beschaulichen Fahrten kam ihm die Idee, ein Trike zu bauen, das von einem V12 angetrieben wird. »Natürlich hatte ich Ferrari-Fantasien, aber das wäre mir viel zu teuer geworden«, zwinkert uns Peter zu.

BMW V12 als idealer Antrieb

Schnell hatte er den BMW V12 als idealen Antrieb und V8-Beater auserkoren. Er fand heraus, dass der M70-Motor aus dem Siebener nur 50 Zentimeter breit und 75 Zentimeter lang baute. Außerdem konnte der Schwede einen kompletten BMW 750iL von 1992 für schmale 1.200 Euro kaufen, womit das Projekt seinen Anfang nahm. 

Spur der Verwüstung: Die Prägung auf dem ledernen Sitzbankpolster entspricht dem Profil der 245er-Hinterreifen

Peter baute Fünf-Liter-Zwölfzylinder sowie Automatikgetriebe aus und entwarf um die Aggregate herum einen Rohrrahmen aus nahtlosem 38×4-Hydraulikrohr. Auch die Gabel fertigte der gelernte Schlosser selbst. Weil der Motor über diverse komplizierte Hi-Tech-Anbauaggregate sowie jede Menge unnütze Elektronik verfügte, sann Peter nach Abhilfe. Er entwickelte aus zwei V8-Zündanlagen eine eigene Zündung, für die er Steuerräder an den Nockenwellen befestigte. Auch die Einspritzung tauschte er gegen zwei Edelbrock-500-Vierfachvergaser aus. Dank vier Ventilatoren hält der kleine Kühler den riesigen Motor im korrekten Temperaturbereich.

Das Trike konnte legal für den Straßenverkehr abgenommen werden

Die Kardanwelle verband Peter mit der Hinterachse eines Ford Scorpio, auf die er Boyd-Coddington-Räder schraubte. Unmittelbar über der Achse befindet sich der 26 Liter fassende Benzintank. Da, wo normalerweise der Motorradtank sitzt, verbirgt eine Attrappe Vergaser und Elektrik. Mit Knöpfen an den Lenkerenden kann die Automatik geschaltet werden. Außerdem wird neben dem Motor die Feststellbremse bedient. Darauf hatte die Zulassungsbehörde bestanden. Denn dank der SFRO (Swedish association of amateur car and bike builders) konnte das Trike legal für den Straßenverkehr abgenommen werden.

Unterhalb der Ford-Hinterachse stemmen sich die Auspuffrohre des Zwölfzylinders den Weg ins Freie

Nur zwei Personen dürfen das 300 PS starke Dreirad nun fahren: Peter und … sein Bruder Thomas. Der ist völlig angetan von dem sahnigen Zwölfender und will sich auch ein BMW-Trike aufbauen. Schließlich müssen bei den Olssons die Hierarchien wieder gerade gerückt werden. Peter: »Dann baue ich einen Turbolader ein. Thomas: »Lachgas!« »Zwei Motoren …«

 

Charley Charles