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Kaichiro Kurosu ist einer der gefragtesten Customizer Japans. Aus Motorrädern macht der 50-Jährige Kunstwerke, treibt Design und Handwerk auf die Spitze. Und manchmal repariert er in seiner »Cherrys Company« auch Fahrräder für Kinder – er kann schlecht nein sagen.

CUSTOMBIKE: Dein »Street Fighter« hat eine scharfe Linie und jede Menge Designspielereien. Was war deine Inspiration für dieses Bike?
Kurosu: Es gibt nicht dieses EINE Bike, das mich inspiriert hat. Ich bekam meine Inspirationen von zahlreichen Racingbikes, denn ich wollte letztlich, dass das Motorrad wie ein Factoryracer von Harley-Davdison selbst aussieht.

Motormensch  – Kaichiro Kurosu und der Turbolader

War es sehr schwer, die XG 750 umzubauen? Was gab es für dich für Probleme während des Aufbaus?
Ich habe bei diesem Projekt jede Menge ausprobiert. Das schwierigste Problem war, den Turbolader zu verbauen. Ich habe das noch nie zuvor gemacht, so kam es während der Bauphase zu vielen Fehlern meinerseits. Das härteste war den richtigen Öldruck für den Turbo zu finden.

Was glaubst du, wohin wird die Customszene gehen? Was für Stile werden uns in Zukunft bestimmen?
Ich bin mir über die Zukunft unserer Szene nicht sicher. Ich glaube aber, dass kein bestimmter Stil die Zukunft dominieren wird. Es gibt so viele Möglichkeiten für Customizer heutzutage, so viele Optionen. Ich habe jetzt zwei Customprojekte mit renommierten Firmen (Anm. der Redaktion Harley-Davidson und BMW) abgeschlossen, andere Bikebuilder werden diese Möglichkeit von anderen Herstellern bekommen. Die daraus entstehenden Motorräder werden die Szene beeinflussen und neue Trends setzen. Dazu natürlich die unzähligen Visionen der privaten Schrauber. Und bei allem hilft, dass Custombikes keine Randerscheinung mehr darstellen, sondern in der Mitte der Motorradwelt angekommen sind.

Kaichiro Kurosu ist Freund und Fan von Krugger

Wer ist dein liebster europäischer Customizer, ein Deutscher vielleicht?
Nein, kein Deutscher. Mein absoluter Favorit ist Fred Bertrand alias Krugger. Er ist nicht nur ein Freund von mir und genauso alt wie ich, sondern ich habe jede Menge Anregungen für meine Projekte durch ihn gewonnen. Man muss allerdings immer aufpassen, dass nicht zu viele Einflüsse von außen bzw. von anderen Bikebuildern auf einen wirken. Am besten ist es noch immer, so weit es geht sein eigenes Ding zu machen.

Kaichiro Kurosu will sich auf keine Marke, keinen Stil festlegen

Welche neuen Projekte planst du in deiner »Cherry’s Company« aktuell?
Ich arbeite an zahlreichen Bikes, nicht nur Harleys, nicht nur an einem Stil oder einer Kategorie. Zurzeit arbeite ich an einem Auspuffsystem für eine Z1000 im Moto-Martin-Rahmen, danach will ich eine neue Front für eine Ducati Diavel designen und bauen.

Wenn du einen Wunsch an die Serienhersteller da draußen richten könntest, welcher wäre das?
Ich würde mir wünschen, dass ein Hersteller den Mut hat, einen neuen Trend zu kreieren, eine völlig neue Art von Motorrad.

Kaichiro Kurosu mit seiner abgefahrenen Interpretation von Harleys Ladenhüter Street 750

Garage21