Der Umstieg vom Sportler auf Cruiser geht manchmal schnell. Und so eine Yamaha XVS 650 bietet dafür eine bezahlbare Basis.
Es war der allmächtige »Ich will wieder ein Motorrad«-Geistesblitz, der Dennis traf, unvermittelt und alternativlos. Es sollte kein Sportler mehr sein wie früher, eher was Gemütliches. Dazu noch budgetfreundlich, das wär’s.

Er findet eine XVS Classic, jene hübsche Japanerin, die man tatsächlich uneingeschränkt empfehlen kann, wenn es um ein zuverlässiges Basisbike geht, dass sich noch dazu günstig umbauen lässt. Sieht Dennis genauso, fährt direkt zum Verkäufer nach Osnabrück und steigt nach der Probefahrt nicht mehr ab, auf Achse geht’s nach Hause. Dass man so eine kleine Yamaha optisch noch prima aufpäppeln kann, hat er natürlich vorher schon im Netz recherchiert.
ERSTE UMBAUSCHRITTE mit der Yamaha XVS
Bis auf einen breiten Lenker und den Silvertail-Auspuff war alles an der Yamaha noch im Serienzustand, »die 14 Jahre alten Reifen hatten noch ein super Profil, das sagt eigentlich alles über den Zustand beim Kauf«, erinnert sich Dennis. Und auch das viele Chrom am Bike hat er nicht vergessen, »das musste unbedingt weg.«

Es war kein riesiger Umbau, den er vorhatte, er wollte seine Yamaha schlicht aufwerten. Kein Silber sollte mehr zu sehen sein, keine Kabel lose rumhängen, ein schöner Lack musste her, »einfach optisch hochwertig.« Kein Teil, dass Dennis in der Folge nicht anfasste, nahezu jede Schraube wurde ersetzt. Etliches wurde mehrmals lackiert oder gepulvert, bis es Dennis’ Vorstellungen entsprach.
Moderater Anfang
Die ersten Umbauschritte waren noch moderat: Neue Reifen, den Fender cleanen und mitsamt dem Tank schwarz lackieren. Billige 3-in1-Rückleuchten und ein bisschen Originalzubehör, das reichte für den ersten Sommer auf Achse.

Im letzten Winter ging es dann aber zur Sache. Dennis besorgte sich extra eine Hebebühne und ein altes Deckenlicht aus einem Werbestudio, es konnte losgehen. Der Motor bekam frisches Öl und neue Kerzen, der Vergaser wurde gereinigt, die Ansaugbrücke erneuert.
Yamaha XVS – STAGE TWO
Chrom sollte fortan nur noch Akzente setzen. Daher wurden Felgen, Kardanwelle, Fenderstruts, die komplette Gabel, Fußrasten, Lenker, Riser, Armaturen, Luftfilterkasten und Bremse samt Scheibe in glänzendem Schwarz lackiert oder gepulvert. Tank und Fender bekamen dagegen ein Mahagoni-Braun, eine Farbe, die Dennis auf dem Bike eines Freundes so gut gefiel, dass er denjenigen um Nachsicht bat, als er die gleiche Farbe lackieren ließ.

Die Sitzbank wurde beim örtlichen Sattler neu gepolstert und bezogen. Scheinwerfer, Rücklicht, und neue Spiegel durften ebenfalls her, die Kabel verlegte der Privatschrauber natürlich im Lenker. Und dann kam noch die schon erwähnte Sisyphos-Arbeit: Sämtliche der rund 200 originalen Sichtschrauben der Yamaha tauschte Dennis gegen konische Innensechskantschrauben.
der Traum von der Umrundung des Gardasees
Doch so ganz wollte ihm das Ergebnis noch nicht gefallen, etwas flacher müsste das Ganze noch sein. Den passenden Tieferlegungskit mit Progressive-Suspension- Federn vorn und Austauschdämpfern hinten lieferte Thunderbike, neun Zentimeter vorn und sechs hinten liegt die Yamaha nun näher am Asphalt und Dennis ist zufrieden.

Seitdem passt für ihn alles, »ich fahre täglich mit dem Bike zur Arbeit, war zur Saisoneröffnung am Nürburgring, habe im Juni eine Nordseetour mit Freunden gemacht und bin im Sommer an der Ostseeküste entlanggefahren.« Und dann wäre da noch der Traum von der Umrundung des Gardasees. Aber auch den wird sich Dennis erfüllen, da haben wir keinen Zweifel.





Zuverlässig und gutmütig ist so ein Japan-V2, der kleine 650er Motor reicht für gemütliche Ausfahrten. Dass man den Cruiser mit vergleichsweise einfachen Mitteln optisch gut aufhübschen kann, macht die XVS zu recht zu einem beliebten Basisbike


Die Tüten von Silvertail wurden mattschwarz beschichtet

Ein bisschen Harley muss anscheinend immer sein, siehe Aufkleber auf dem Luftfiltergehäuse

Looks like relaxed cruisin’ …





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