In den USA dienten lange auch Metric Bikes als Basis für High End Custombikes. »Er Hed« mit Yamaha XV 1700-Technik war eines dieser Überbikes
Trends sind nicht immer leicht zu durchschauen. Was vorgestern noch No-Go war, kann morgen schon Must-have sein.
Metrics aus den USA
Diese Sprunghaftigkeit des Angesagten tritt besonders deutlich zutage, wenn man die Vorlieben der US-Konsumenten mit den unseren vergleicht. Denn was Trends angeht, ticken Europäer und Amerikaner in einem völlig eigenen Takt.

Diese Weisheit trifft recht nachvollziehbar auch auf Motorräder zu. Wie sonst konnte man erklären, dass vor einigen Jahren auch in den USA häufig japanische Cruiser als Basis für wilde Custom-Kreationen hergenommen werden, während sich bei uns viele Japan-Customizer aus Mangel an Nachfrage den Big Twins aus Milwaukee zuwendeten?
Yamaha XV 1700 High Tech
Als eindrucksvoller Beleg für die Aufnahme von Nippon-Bikes in den Kreis der ganz Großen diente uns die »Er Hed« von AFT Customs im kalifornischen Martell. Die Customizer-Crew, die nebenher auch eine Modelagentur betreibt, hat eine Yamaha XV 1700 zerlegt und deren Komponenten gezielt in ein Hightech-Gefährt verarbeitet.

Was Insider nicht weiter verwundert, verwandelt AFT Customs doch ausschließlich Metric Bikes in ausgefallene Einzelstücke. »Zeit für eine Moderevolte!«, brüllt AFT-Owner Jim Giuffra, »das High-End-Customizing von Metric Bikes war noch relativ neu. Wir waren aber trotzdem schon verdammt weit vorne.“
Ein eigener Rahmen
Jim und sein Team fertigten für Er Hed einen eigenen Rahmen, der seine fließenden Linien aus gebogenen Rohren erhält. Eine ebenfalls gerundete Schwinge stützt sich über ein Zentralfederbein am Rahmenheck ab.

Vorne federt eine eigens konstruierte Parallelogrammgabel, gewaltige 23″-Räder stellen den Kontakt zum Asphalt her. Gebremst wird mit radialen Bremszangen am Vorderrad und über eine Kettenradbremse am hinteren Pendant.
Jede Menge Eigenbau
Der virtuos gebogene Lenker entstand auf der Werkbank von AFT. Und selbstverständlich hat Jim auch Tank, Fender und viele andere Kleinigkeiten selbst gebaut.

Den 1,7-Liter-OHV-Motor von Yamaha beließ die in der Nähe von Sacramento beheimatete Custom-Schmiede serienmäßig, fertigte jedoch eine geschwungene Krümmeranlage aus Edelstahl, die dem Japan-V2 eine ungeahnte Klangfülle verleiht. Lohn der Mühen waren diverse Preise bei US-Bikeshows, die Auszeichnung als Metric World Champion bei der AMD-Weltmeisterschaft und der sensationelle Sieg bei der LA Calendar Show, bei der erstmals in der Geschichte der Bikeshow ein Japaner gegen die Übermacht der US-Bikes gewinnen konnte.













