Showbikes gut und schön, aber schlägt sich die Yamaha XS 650 auch wacker, wenn es ernst wird? Die Geschichte eines Straßenrenners.
Yamahas XS-Modelle eignen sich als Tourer, Chopper und Cafe Racer – aber taugt der bürgerliche Twin auch als reinrassige Rennmaschine? »Aber sicher«, weiß Hinrich Hinck, Besitzer eines schnellen XS 2-Straßenrenners. »In den Achtzigern waren die XS-Motoren in Moto Cross-Gespannen höchst erfolgreich, und auch auf der Rundstrecke gab es immer wieder mutige XS-Piloten.«
Leidenschaft für Twin-Motoren
Als Veranstalter diverser Renn-Veranstaltungen hatte Hinrich schon einige Twin-Racer gefahren: »Ich bin leidenschaftlicher Twin-Fan und früher Battle of Twins auf BMW, Guzzi, Ducati und Triumph gefahren, da hat mich die XS einfach mal interessiert.« Zumal der ehemalige Landwirt von der konstruktiven Verwandtschaft zum Horex-Zweizylinder fasziniert ist: »Ich habe mal einen Horex-Imperator-Motor in ein XS-Fahrwerk gepflanzt, passt perfekt.«

Also baute sich der Mittsechziger kurzerhand gleich zwei Rennmotorräder auf Basis von Yamahas Zweizylinder. Er verstärkte und erleichterte den Rahmen, fertigte einen Alutank, eine Höckersitzbank, Fußrastenanlage und eine Eigenbau-Schwinge aus Ovalrohr. Zwei Eckert-Scheiben mit Brembo-Doppelkolben-Zangen verzögern den Sound of Classic-Renner am Vorderrad, hinten hat Hinrich die originale XS-Trommel überarbeitet.
Yamaha XS mit klassischem Tuning
Den Paralleltwin brachte er durch klassische Tuning-Maßnahmen – etwa Mahle-Schmiedekolben, überarbeiteten Zylinderkopf und Racing-Nockenwellen aus dem Bestand von Kenny Roberts – auf 880 ccm und satte 90 PS. Zusätzliche Ölkühlung übernimmt eine vor dem Kurbelgehäuse im Fahrtwind angeordnete Ölfilterpatrone, eine hydraulisch betätigte Siebenscheiben-Kupplung überträgt die deutlich gesteigerte Leistung zuverlässig und verringert die Handkräfte am Hebel auf ein erträgliches Maß. Auf eine wechselvolle Geschichte blickt der Schalldämpfer der XS zurück: »Zuerst hat Speedway-Legende Egon Müller das Rohr an seinem Motorrad gefahren, dann Hans Otto Butenuth an seiner BMW auf der Isle of Man. Und jetzt steckt der Alu-Dämpfer halt auf der Yamaha«, freut sich der Autodidakt.

»Den zweiten XS-Renner habe ich übrigens bei einem Highsider auf der tschechischen Rennstrecke in Horice geschrottet«, erinnert sich Hinrich nur ungern, »das Wrack habe ich dann direkt in Tschechien gelassen.«
















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