Sam Nehme ist der führende Yamaha-Customizer in den USA. Dass er nicht nur überladen, sondern auch dezent bauen kann, beweist er mit diesem Yamaha Cruiser
»Headliner«, ein Name mit Ansage. Noch besser als zur XV 1900 auf diesen Seiten passt er wohl zum Erbauer der Yamaha. Sam Nehme beschäftigt in seinem Laden Broward Motorsports Dutzende Angestellte. Was er als normaler Yamaha-Vertragshändler begann, entwickelte sich zur Number One-Customschmiede der Roadstar Motorcycles, wie Yamaha seine Cruiser in den USA nannte.
Metrische Klasse
Der Ableger von Sams Vertragshandel hieß BMS Choppers und machte spätestens mit dem Gewinn der Rats Hole Show in Daytona 2007 – es war der erste Sieg eines metrischen Bikes überhaupt – auf sich aufmerksam. In der Folge lässt Yamaha alle Vorzeige-Customs für Shows und Messen bei BMS in Florida bauen.

Waren die ersten Customs der Schmiede noch brutal-kitschige, unglaublich teure und nahezu unfahrbare Showbikes, änderten sich die Zeiten hin zu klassischen Fahrmaschinen.
Neue Linien für den Liner
Für diesen Customjob nahm sich der Amerikaner Yamahas 1900er vor. Die spaltete bei ihrer Premiere die Szene. Während die einen dem barocken Design zu Füßen lagen, wünschten sich andere eine puristischere Linie des 320 Kilo-Überbikes. Sam schlug sich auf die Seite der zweiten Fraktion und nahm dem verspielten Cruiser die allzu ausladenden Formen.

Das Hauptaugenmerk für seinen Headliner richtete Sam dabei auf das Heckteil. Das sieht zwar nahezu original aus, ist es aber nicht. Sam fertigte die Schwinge zwar neu, behielt aber das Stromlinien-Design seiner Basis komplett bei.
Ausladend und Edel
Die Doppelsitzbank wich einem Einzelsitz, dessen Abstütz-Platte mit Luft-Einlass mit dem neu gebauten Heckfender zu einem Teil verschweißt wurde. Ein 280er Metzeler sorgt in Kombination mit den schnieken Aluguss-Rädern für Fahrgenuss im absolut machbaren Bereich. Die ausladende Beleuchtungseinheit im Heck ersetzte Sam durch Leuchten der amerikanischen Firma Radiantz.

Die sind unter anderem spezialisiert auf LED-Klebstreifen, die in diesem Falle kaum sichtbar am Rahmenheck angebracht sind. Die Federung übernimmt ein Tricky Air System, dass das Absenken des Bikes per Knopfdruck möglich macht. Und während die Kitsch-Bikes von BMS in der Regel auf dem Rahmen abgestellt werden, darf beim Light-Customizing der gute alte Seitenständer bleiben.
Gereckt und verlängert
Das bullige Frontend der Midnight Star entfiel zugunsten einer neuen Gabel mit 49 Grad Rake, die dem Bike deutlich mehr Radstand mit klaren Chopperambitionen zugesteht. Auch die massive Frontlampe wich einem vergleichsweise dezenten Teil aus dem Aftermarket-Katalog. Dazu ein ausladend gebogener Lenker und versteckte Tastschalter von PM.

Das letzte Stück des ursprünglichen Kolossal-Designs schmiss Sam mit dem fetten Auspuffrohr in die Tonne. An seine Stelle traten zwei geschwungene Kurzrohre, die der moderaten Abspeckkur das Finish gaben. Durch die straff durchgezogene Lackierung in Cranberry-Rot erscheint das Bike trotzdem konsequent kompakt.
Vermutlich auch hierzulande legal
Am Ende bleibt ein Umbau, der auch deutschen Beamten keine großen Kopfschmerzen bereiten würde. Eine Tatsache, die man den Karren aus den USA in der Regel kaum nachsagen kann.
Info | browardmotorsports.com













