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Fotos: Lothar Steinmetz | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Yamaha Cruiser – Midnight Star

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Auch wenn einem keine Fehler unterlaufen, kann der Spruch »beim nächsten Mal mache ich alles anders« sinnvoll sein. Umbauprotokoll einer Yamaha XV 1900.

Lange bevor sie für ihre Victory- und Indian-Umbauten bekannte wurden, haben sich Ludwig und Peter von H&B Motorcycles vor allem um japanische Cruiser gekümmert. Im Rückblick darauf kommen einem einige technische Schmankerl in den Sinn: 280er Schluffen, Einarmschwingen, Dickspeichen und mehr. Es war oft aus dem Vollen geschöpft worden.

Exklusiv, aber zurückhaltend

Dieser Umbau auf Yamahas XV 1900 Midnight Star ist da schon anders und auch weit zurückhaltender. Natürlich, auch hier durfte es exklusiv sein.

Eingelocht: Wie beim Billard gibt es auch hier jede Menge Löcher

Aber eben das Ganze eher in Richtung oldstylig, statt absolutem Übermaß

Preisdrücker

Garant für ein zufriedenstellendes Ergebnis war die leicht verunfallte Yamaha XV 1900, die während einer Probefahrt unsachgemäß im Grünen abgestellt wurde. Der Lenker war verbogen, der Tank eingedrückt und die Chromzierleisten verbogen, auch das linke Trittbrett und der Scheinwerfer waren nicht mehr zu retten.

Der schmale Belt ermöglicht trotz Felgenverbreiterung einen mittigen Lauf

Normalerweise laufen da enorme Kosten auf, um den Originalzustand wiederherzustellen, aber das ist einem Customizer ja zuwider. Und da kam der Preisvorteil durch den Schaden gerade recht, da die beschädigten Teile sowieso auf der Austauschliste standen.

Mattweiß, eine eher ungewöhnliche Lackwahl

Außer dem Tank, der hatte seine Daseinsberechtigung noch nicht verwirkt. Aber ein wenig Veränderung konnte der schon vertragen. Neben der Wiederherstellung der Oberfläche wurde der cleanen Optik zuliebe ein Popup-Tankdeckel implantiert. In diesem Zusammenhang drängte sich natürlich die Frage nach der neuen Farbgestaltung auf.

Reine Formsache: Der Millenium-Scheinwerfer sorgt für die gute Sicht

Auch hier griff der gute Vorsatz, die Wahl fiel entgegen der früheren Effektlackierung auf ein einfaches Mattweiß. Hieraus resultierte dann auch die Idee mit der Billardkugel, der schwarzen 8.

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CB 4/26
Pflichtprogramm: Bei H&B gehört die farbliche Gestaltung des Auspuffs per Emaille einfach dazu

Obwohl es eigentlich von der Grundfarbe her ein Widerspruch ist, erhielt das Bike hiernach auch seinen Namen – Black Eight. Der Bezug zum Billard führte auch zu den diversen Bohrungen, die man immer wieder in Deckeln oder dem vorderen Fender findet.

Farbunterschiede

Da zwischen Pulverbeschichtung und Lackierung trotz gleicher Farbnummer Abweichungen auftreten können, bekamen auch die Felgen ihr Weiß aufgesprüht. Die hintere wurde vorher noch auf die Felgenbreite von 9 Zoll aufgeblasen.

Wenn das Bike schon den Namen »Black Eight« trägt, darf die Billardkugel nicht fehlen: hier als Luftfilterattrappe

Dank Verwendung eines dünneren Belts läuft das Rad noch immer mittig. Für die nötige Bodenhaftung sorgen die Cobras von Avon. Dazu Ludwig: »Avon hatte da gegenüber dem alten Venom einen Riesensprung nach vorne gemacht.« Damit der verwendete 250er hinten auch gut sichtbar ist, kam diesmal kein seitlicher Kennzeichenhalter zum Einsatz.

Kein seitliches Kennzeichen

»So’n Teil haut man sich beim Schieben und Verladen immer in die Haxen«, meint Ludwig und spricht da wohl aus Erfahrung. Aber Moment, wenn das Nummernschild nicht an der Seite ist, blockiert es doch den Blick auf den Reifen, oder?

»Ein seitliches Kennzeichen hätte mir den Blick auf den Reifen zu sehr versperrt«

Also, es gibt da eine alte und doch seltener genutzte Möglichkeit: auf dem Fender. Zur Verwirklichung diente die originale Halterung, unterstützt von einem neuen Unterlegblech. Beim Lenkeisen ging Ludwig ganz unkonventionelle Wege. Auf einer Messe sah er das hier verbaute Z-Modell, aber nur als Prototyp.

Z-Lenker, Kabel innen

Die Produktion, geschweige denn ein TÜV-Gutachten, waren gerade in Planung. Er bekniete den Händler so lange, bis er zusagte, das erste gefertigte Serieneisen nach H&B zu schicken. Nach Erhalt wurde es sofort farblich angepasst und für die Kabelinnenverlegung angebohrt. Der Einzug der Strippen gestaltete sich wegen der spitzen Winkel äußerst schwierig.

Ludwig Hafner von H&B Motorcycle mit seiner Kreation

Am Ende wurde aber alles gut – fast ein bisschen schade, dass die goldenen Zwiten der Japan-Cruiser vorbei sind.

Info | H&B Motorcycle

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DM 5/26

Technische Daten
Modell Yamaha XV 1900 Midnight Star
Baujahr 2007

Motor
Typ V-Zweizylinder-Viertakt, ohv-Vierventiler
Hubraum 1854 ccm
Bohrung x Hub 100 x 118 mm
Luftfilter K&N
Auspuff H&B/Miller
Getriebe Fünfgang
Sekundärantrieb Belt, schmaler geschnitten
Leistung 90 PS bei 4750/min
Drehmoment 155 Nm bei 2500/min
Vmax 190 km/h
Fahrwerk
Rahmen Aluminium-Doppelschleifenrahmen
Gabel Telegabel
Stoßdämpfer 40mm tiefer mit original Federbein
Räder vorne 4 x 18“ mit 130/70-18, hinten 9 x 18“ mit 250/40-18
Bremsen vorne original Doppelscheibe, hinten 250er TB-Scheibe mit GSX-R-Sattel
Zubehör
Lenker Fehling Z-Ape
Sitz Eigenbau-Einzelanfertigung
Tank geändert mit PopUp-Tankdeckel
Schutzbleche vorne H&B-Stahlfender hinten
Stahlfender Sonderanfertigung
Fußrasten H&B-Einzelanfertigung
Lampe Millennium-Scheinwerfer
Rücklicht Custom Chrome
Blinker vorne Flash-Dogs, hinten Custom Chrome
Metrie
Leergewicht 320 kg
Radstand 1700 mm
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