Wenn der Vater mit dem Sohne gemeinsame Sache macht, kommt zuweilen was anständiges dabei raus. Etwa diese Yamaha XS 650.
Steve Garn hat’s geschafft. Seine Firma Brew Bikes gehört zu den wichtigsten Custom-Läden des amerikanischen Oldstyle-Booms. Vor Jahren in Daytona war Steve uns zum ersten Mal aufgefallen.
Der Alte fährt Harley
Seine »Flat Out Flattie« mit altem Harley-Davidson WL-Motor und Turbolader war ein Bike, wie man es nur selten vor die Linse bekommt. Und was wir uns damals schon dachten, bestätigten die Kollegen der amerikanischen Easy Riders 7, als sie Steve den Pokal für den »Old School Builder of the Year« überreichten. Es war also klar, dass wir Steve wiedertreffen wollten.

Als es soweit war, hatte er wieder eine wunderbare Harley dabei. Dennoch interessierte uns schnell etwas anderes viel mehr. »Was ist damit?«, lautete die unmissverständliche Frage, als wir die Yamaha XS 650 entdeckten, die der Bike Builder ebenfalls im Schlepptau hatte.
Der erste Umbau des Juniors
Mit einem stolzen Grinsen im Gesicht verriet uns Steve, dass die Yamaha das erste Bike ist, das sein Sohn Chad gebaut hat. Und dann gleich so wunderbar, den Jungen mussten wir kennenlernen. »Naja, ich hab das mit dem Umbauen wohl tatsächlich irgendwie von meinem Vater geerbt.

Praktisch, dass wir dann auch noch den selben Stil mögen«, erklärt Chad beim Treffen. Von klein auf war der Sohn oft mit dabei, wenn der Vater bastelte. Damals waren Bikes noch kein Thema, die Firma Brew war auf hochwertige Fahrradrahmen spezialisiert.
Der Impuls des Vaters
Noch heute ist die Fertigung von Fahrrad-Zubehör der wichtigste Geschäftszweig der Garn-Family. Das mit den Motorrädern fing Vater Steve eher nebenbei aus Spaß an. Doch genau damit steckte er seinen Junior an, der sich für seinen Erstling einen günstigen 70er-Jahre-Yamaha Paralleltwin griff.

Ganz in der Tradition des Vaters wollte Chad seinen Umbau so schmal wie möglich bauen und setzte aus Kostengründen auf den Originalrahmen als Fahrwerk. Allerdings fühlte sich der Youngster dem Oldstyle verpflichtet. Er modifizierte, verlängerte den Rahmen mit Chrommolybdän-Rohr aus der Fahrradrahmen-Fertigung und legte das Heck starr.
Keine Arbeit am Motor
Mit 100 mm vorne und 120 mm hinten auf Akront-Speichenfelgen fällt auch die Bereifung klassisch schmal aus. Die Batterie wanderte ebenfalls ins Heck und liegt nun direkt hinter dem Yamaha-Aggregat. Den OHC-Motor selbst hingegen, der Ende der Sechzigerjahre von Yamaha als direkte Konkurrenz zu den damals erfolgreichen Briten-Twins entwickelt worden war, ließ der Nachwuchs-Bastler unangetastet.

Mit viel Phantasie dengelte Chad einen Anhänger-Fender zurecht, baute vorverlegte Fußrasten und schraubte einen Wassel-Tank auf den Rahmenoberzug. Sichtlich stolz ist Vater Steve auf seinen begabten Filius.
Viel Fahrrad am Bike
Schließlich tritt er voll und ganz in seine Fußstapfen und verbindet vorbildlich das angestammte Geschäft mit seinem neuen Hobby: Jede Menge Teile an der XS stammen aus dem Fahrrad-Regal. Lenker, Spiegel, Halter, selbst der Stoßdämpfer für den Solosattel stammt von einem Mountainbike – Marke Garn.





















