V8 Custombike – Boss Hoss Biest

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»Fahren? Na ja, geht irgendwie auch«. Aus einer Kooperation entstand ein V8 Custombike mit sagenhaften 600 PS

V8-Bikes vom Schlage einer Boss Hoss sind schon lange nichts Besonderes mehr. In den letzten Jahrzehnten bauten viele Speed-Freaks eine Menge dieser Bikes, von gemäßigt bis rasend reichen die Variationen. Straßentaugliche V8er gingen schnell in Serie, beispielsweise bei Firmen wie Boss Hoss, Big Brute, Sabertooth oder Vanquish.

Viel Bike fürs Geld

Leidenschaftliche, unerfahrenere Customizer bauen aber auch schon mal unangemessene Todesfallen. Dog House Dave ist der Erbauer der Monste, die einen Spagat zwischen den Attributen fahrbar und geisteskrank versucht. Mit Kosten von kolossalen 120.000 Dollar ist das Teil alles andere als billig, aber Dave bekam eine Menge Bike für sein Geld.

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Der Getränkehersteller Monster nutzt das Bike zu Promo-Zwecken, was das finanzielle Loch zumindest ansatzweise stopft. Aber Dave baute das Bike, um damit zu fahren, und das Sponsoring ist nur ein kleiner Bonus. Er stolperte eher zufällig über das Monster, als er Todd Lunderman bei Boss Hoss Cycles in Virginia besuchte.

Boss Hoss V8 auf Punch

Ursprünglich baute Todd das Teil als Konzept-Bike auf, das aber nie wirklich fahrbar sein sollte. Doch als Dave das Werk zum ersten Mal sah, erkannte er gleich dessen großes Potenzial. Also reichte er einen Batzen Geld über die Theke, ging mit dem Boss Hoss V8 Konzept zu Mike Kelly von Vanquish und erklärte ihm, dass er das Bike straßentauglich neu aufbauen sollte, koste es, was es wolle.

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Dave wurde in South Bend, Indiana geboren und begann im Alter von vier Jahren mit dem Fahren. Mit sechs fuhr er bereits Rennen und im Alter von 17 Jahren verließ er sein Elternhaus und begann umherzureisen. Er arbeitete als Stuntman für Warner Bros., MGM und Universal und startete irgendwann seine eigenen Stuntshows.

Ein Monat Bauzeit

Mit 35 eröffnete Dave eine Bar in Myrtle Beach, South Carolina, dem Geburtsort der Marke Dog House. Dort organisierte er große Biker-Events und brachte Harley-Fahrern die Welt der Stunts näher. Heute gibt es mehrere Dog House Bars an der Ostküste, die Palette umfasst Topless-, Biker- und College-Bars.

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CB 3/26
In einem Auto lassen sich 600 PS irgendwie verpacken. Aber bei einem Motorrad erwarten den Konstrukteur echte Herausforderungen

Eine der Bars ist die Dog House Bar in Daytona, eine Location mit tanzenden Mädels und abfeiernden Bikern. Boss Hoss setzte das V8 Konzept in 30 Tagen um, aber die Jungs von Vanquish brauchten weitere sechs Monate, um das »ready for the road«-Projekt zu vollenden. Beim Aufbau traten glücklicherweise kaum Probleme auf; dies sollte sich jedoch ändern, als es mit dem Bike auf die Straße ging.

Unglaubliche 600 PS

Vanquish baute den ZZ502 Motorblock, der sowieso schon mächtig Dampf hatte, noch einmal mit Aluminiumköpfen aus. Er hat jetzt 600 PS und 767 Nm Drehmoment. In ein Auto-Chassis lässt sich das alles auch schön und gut verpacken, aber in einen Motorradrahmen?

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Da verbiegt es beim Beschleunigen die Schwinge, als wäre sie aus Gummi. Das ist bisher schon dreimal vorgekommen, und jedes Mal statteten die Jungs das Monster mit einer stärkeren und belastbareren Schwinge aus, in der Hoffnung, dem ein Ende zu machen. Eigentlich unglaublich, bedenkt man, dass Rahmen und Schwinge aus niedrig legiertem Carbon-Chrom-Molybdän-Stahl bestehen.

Unleash the biest

Doch diese Sorte Stahl wird bei der Herstellung von Hochleistungsflugzeugen verwendet. Die Firma Monster Drinks hat den passenden Werbeslogan »Unleash the beast«, und was dieses riesige Bike angeht: Das Biest sorgt für mächtig Wirbel. Daves Umbau, das gibt er unumwunden zu, ist eine echte Herausforderung.

Das Teil vor dem Start auszurichten, ist nicht einfach. Denn der Wendekreis ähnelt dem eines Flugzeugträgers. Zurücksetzen ist ebenfalls eine echte Hürde, die es zu meistern gilt, obwohl das Monster über ein zweifach-Nesco Getriebe mit Rückwärtsgang verfügt. Dabei dringt aus der Auspuffanlage ein ohrenbetäubender Sound. Das größte Problem aber ist das Bremsen: Das Monster geht ab wie ein Zäpfchen, aber es stoppt erst viel später, als vom Fahrer geplant …

Dog House Dave ist der Richtige für diese Art von Customizing. Er nennt es Spaß, wir nennen es abgedreht. Zumal er im Nachhinein noch einen Suicide-Schalter in Form einer Lachgaseinspritzung einbaute.

Kaum beherrschbare Leistung

Der Typ ist echt durch, und dieses Monster macht seinem Namen alle Ehre. Fazit: 600 PS im Motorrad sind kaum beherrschbar. Sie verbiegen das Fahrwerk und beschleunigen schneller, als das Hirn reagiert. Da bedarf es schon eines erfahrenen Stunt-Drivers, um das Biest halbwegs zu bändigen.

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Technische Daten
Modell Dog House Monster
Baujahr 2008
Erbauer Boss Hoss/Vanquish

Motor
Typ GM ZZ502 Big Block V-Achtzylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler
Hubraum 8223 ccm
Bohrung x Hub 73,25 x 65,5 mm
Kolben geschmiedetes Aluminium
Zylinderköpfe Vanquish Aluminium
Nockenwelle Crane
Vergaser Holley
Luftfilter Holley
Auspuff Boss Hoss/Vanquish
Getriebe Zweigang Nesco
Sekundärtrieb Kette
Leistung 600 PS bei 5500/min
Drehmoment 767 Nm bei 4000/min
Fahrwerk
Rahmen Boss Hoss/Vanquish Chrom-Molybdän-Rahmen
Gabel Tele Beefy, Epic-Gabelbrücken
Räder vo. Boss Hoss 5 Speichen m. 250/40-18, hi. Boss Hoss Scheibenrad m. 330/35-17
Hinterbremse vorne und hinten Brembo Scheiben
Zubehör
Fender Vanquish
Benzintank Boss Hoss/Vanquish
Lenker Vanquish
Scheinwerfer Doppel
Sitz American Sport Seat
Metrie
Leergewicht 480 kg
Radstand 1850 mm

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Fotos: Steve Kelly
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