Die Umbaukosten durften den Anschaffungspreis nicht überschreiten, das bedeutete ein Limit von 1000 Euro für Jens’ Suzuki Savage.
Für die meisten kaum vorstellbar, aber Häuser und Custombikes haben etwas gemeinsam. Je mehr man nämlich selber macht, umso preiswerter wird der Auf- oder Umbau. Weiterhin sind auch viele davon überzeugt, dass so etwas nur von Fachfirmen ausgeführt werden kann.
Erst das Haus, dann das Motorrad
Umso stolzer kann sich der Erbauer dann präsentieren und fühlen, wenn er doch etwas gemacht hat. Nennenswerte Unterschiede gibt es natürlich auch, so wird ein Haus wohl nie für 1000 Euro umgebaut werden können und im Normalfall auch nicht zugunsten eines Motorrades verkauft oder die geplante Anschaffung verschoben werden. Bei Jens standen auch erstmal Haus und Familie im Vordergrund.

Zweiradluft geschnuppert hatte er aber bereits auf Vatters Güllepumpe. Auch einen Abflug mit der Bandit eines Kollegen ging schon auf sein Konto und war der Grund dafür, dass er beim eigenen Mopped auf jeden Fall unter 1000 Kubik bleiben wollte. Und damit es künftig nicht mehr so schnell abgeht, kam nur ein Chopper in Frage.
Suzi für einen Tausender
In ebay entdeckte Jens zufällig eine Savage, die im Nachbarort stand. Mehr aus Spaß bot er einfach mal 1020 Euro und erhielt zehn Euro unter seinem Höchstgebot den Zuschlag. Damit hing dann erstmal der Familiensegen ein wenig schief, weil man solche Anschaffungen doch vorher besser absprechen sollte.

Das konnte Jens aber nicht davon abhalten, die Karre noch am gleichen Abend abzuholen. Da stand sie nun bei ihm im Schuppen, noch sehr nah am Originalzustand. Lediglich Lenker, Riser und Rastenanlage waren schon ausgetauscht.
Eine Portion Customizing für die Suzuki Savage
Bislang hatte Jens Autos umgebaut, genaugenommen Volvos. Fahrzeugmäßig wollte er noch nie etwas von der Stange haben, wobei seiner Meinung nach die vollzogenen Umbauten auf dem eigenen Mist gewachsen sein müssen. »Alles, was man selber macht, da kann man stolz drauf sein.« Somit war klar, dass auch die kleine Suzi ihre Portion Customizing abbekommen musste.

Die Idealvorstellung eines gestarrrahmten Zweirades ließ sich wegen dem minimalen finanziellen Spielraum nicht verwirklichen. Deshalb fiel die Teilewahl auf einen Schwingsattel und ein mitschwingendes Heck. Das kommt der Wunschvorstellung noch am nächsten. Der Heckfender war ein Universalteil, das einer entsprechenden Anpassung bedurfte.
Anpassungsarbeiten
Den hinteren Halter bildet ein Alurohr aus dem Baumarkt, welches unten mit Gewinden und Kettenspannern vom Kinderfahrrad versehen wurde. Nachdem der Abstand zum Gummi anfangs doch ein wenig zu knapp gewählt wurde, implantierte Jens innen ein Blech zum Schutz der Kabel. Außerdem wurden die zuerst verwendeten Blechschrauben gegen Stahlwinkel getauscht, um den Fender dauerhaft mit der Schwinge zu verbinden.

So ein Allzweckwinkel dient, nach entsprechender Anpassungsarbeit, auch zur Befestigung des Rücklichtes. Es muss soviel Gummi rein, wie geht. Auf einem Moppedtreffen sprang Jens schließlich der Breitreifenvirus an. Jedoch ist in der Savage normalerweise nicht viel mehr als der 140er möglich, jedenfalls nicht bei mittigem Lauf.
Platz für den Reofen
Jens löste dieses Problem fachmännisch. Dafür wurde zunächst die Verlängerung der Fußrastenhalterung auf der Innenseite der Schwinge geglättet, um dem Reifen den nötigen Platz zu verschaffen. Anstelle des originalen war nämlich inzwischen ein 170er auf die Serienfelge getreten.

Das Pulley wurde einfach mit ein paar Unterlegscheiben um 12 mm nach außen gebracht. Die Primäraufnahme zu versetzen, gestaltete sich dabei wesentlich komplizierter. Eine anfängliche Unterfütterung mit einer Scheibe hielt nämlich nur bis zum Bahnhof. Also schweißte Jens ein entsprechendes Stück an und ließ es bei einem ansässigen Gelenkwellenbau fein wuchten.
Ein bisschen zu laut
Bedenkt man, dass ein paar Teile unserer Kostenaufstellung schon am Bike befanden, hat es mit den Umbaukosten allemal hingehauen. Der Haussegen hängt somit wieder gerade, nur die Kinder finden, dass Papas Motorrad ein bisschen zu laut ist.














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