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Fotos: Siwer Ohlsson | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Oldschool Triumph – Flying Thunderbird

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Ein paar Schweden wollen hoch hinaus. Bevor sie abheben, wird der Weg aber auf den zwei Rädern einer Triumph Thunderbird geebnet.

»Ich bin mit meiner T-Bird bis in die Tschechische Republik und zurück gefahren. Alles was ich danach machen musste, war die Kette spannen. Ein Jahr später war ich in Norwegen. Auch die Tour verlief ohne Probleme.

Voller Zug am Hebel: Die Bremsperformance einer Trommel mag in Zeiten von ABS nicht mehr überzeugen. Authentischer als eine Scheibe ist sie allemal

Natürlich muss man sich um das Bike kümmern, aber das ist mit allem so, was über 50 Jahre alt ist«, Magnus, der Besitzer der Britin, kann mit den hubraumstarken, amerikanischen V2-Boliden nichts anfangen. Für ihn sind alte Triumph die coolsten Bikes. Er selbst besitzt drei davon. Die hier vorgestellte 6T, eine TR5 Trophy 500 für den täglichen Einsatz und einen Thunderbird Chopper. Der ist allerdings noch in seine Einzelteile zerlegt. 

Starrrahmen aus der Teilekiste

Begonnen hatte die Leidenschaft des Schweden mit einer Kiste voller Einzelteile einer 1952er Thunderbird. Mit dabei war ein kompletter Starrrahmen inklusive gefederter Hinterradnabe. Eigentlich hatte er gehofft, das Bike einfach wieder zusammen setzen zu können. »Ich dachte es wäre ein Kinderspiel. Am Ende dauerte der Spaß zwei Jahre und kostetete reichlich Arbeit«, erzählt uns der Schwede nicht ohne Stolz.

Extra clean: Viel klarer kann ein Motorrad nicht aussehen. Und viel schmaler auch nicht

Eigentlich wollte Magnus die T-Bird im Stil der wilden 60er aufbauen, inklusive Metalflake-Lackierung. »Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass noch so viele Bikes in diesem Stil unterwegs sind. So entschied ich mich für eine düstere Variante«, erklärt Magnus seine Wahl für die optische Umsetzung des Bikes. 

Schrauben im Schuhkarton

Er selbst ist Mitglied in einem kleinen Motorradclub, der sich 1991 gründete. Die Jungs mieteten sich in einer Ecke einer Tiefgarage ein und bauten Wände um ihr Areal. Dort fühlten sie sich wie in einem Schuhkarton.

Man bedenke: Die Triumph hat immerhin 650 ccm

Irgendwann kam dann mal einer auf den Einfall, ihren Club »Lådan MC« zu nennen. Das bedeutet soviel wie »Schachtel MC«. Schon deshalb lag ein Umbau zu einem echten Rocker-Bike nahe. 

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Dies und das noch … 

Die fehlenden Teile wie Tank, Sitz und Scheinwerfer kamen durch Besuche diverser Swap Meets in den Besitz des Stockholmers. Das Logo auf dem Tank schnitt er per Laser aus einem Stück Messing. Mit Ausnahme der schärferen Nockenwellen ist der 650 ccm-Motor original.

Die Jünger wünschten sich Anfang der 50er mehr Hubraum, Triumph bediente die Gemeinde mit dem Prestige-Bike Thunderbird. Heute mag mancher darüber schmunzeln, doch Magnus T-Bird ist der beste Beweis, dass der Klassiker es auch auf langen Touren bringen kann. Vorausgesetzt, du stopfst eine gute Portion Gelassenheit mit ins Reisegepäck

Auch wenn es heute kaum noch zu glauben ist, in den 50ern war so eine Triumph ein Superbike. Und was für die Fahrer damals gut war, sollte auch für Magnus reichen.  Und was kommt als nächstes?

Klassische Bikes bevorzugt

»Mein Großvater war ein Bastler. Unter anderem hat er den Motor einer New Imperial von 1929 als Antrieb für einen Kompressor eingesetzt. Auf die Maschine hatte ich schon immer ein Auge. Nun hat ein Freund den dafür passenden Rahmen gefunden. Mein nächstes Bike wird also ein Klassiker im Stil der 20er Jahre«, ist sich Magnus sicher.

Klassicher Vergaser für den Paralleltwin

Nebenbei erzählt er noch von einem weiteren Vorhaben. In den 60ern gab es eine schwedische Versandfirma, die Baupläne für einen Helikopter mit Triumph-Motor anbot. Magnus grinst: »Zur Hölle, ich werde bald fliegen!«

Fazit: Schon Marlon Brando fuhr vor einem halben Jahrhundert eine Thunderbird 6T. Die vom Magnus ist mindestens genauso lässig.

The Wild One

Triumph-Motorräder finden als logische Konsequenz des damaligen Erfolges in den 50er und 60er Jahren auch den Weg auf die Kinoleinwände. Doch kein Film verhilft dem Hersteller zu mehr Ruhm als das Rocker-Drama „The Wild One“ von 1953. Im Film fährt der junge Marlon Brando eine 1953er Triumph Thunderbird, und festigt mit der Rolle auf Jahre das Image des Hollywood Rebells.

Das Rocker-Drama »The Wild One« von 1953

Im Film, der in Deutschland unter dem Titel „Der Wilde“ in die Kinos kommt, spielt Brando den Anführer einer Motorrad-Gang, die in eine amerikanische Kleinstadt einfällt und dort tagelang die hysterisch reagierende, spießige Einwohnerschaft aufmischt. Dabei orientiert sich der Film an wahren Begebenheiten: Die Ausschreitungen im Städtchen Hollister hatten zuvor eine öffentliche Diskussion über Jugendkriminalität ausgelöst. Bei der Kritik fand der Film wenig Anerkennung, auch Marlon Brando war vom fertigen Werk enttäuscht. Trotzdem wurde der Film zur Initialzündung einer rebellischen Jugend und ist heute noch unabdingbar mit dem Kult um die Marke Triumph verbunden.

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DM 5/26

Technische Daten
Modell Triumph Thunderbird 6T
Baujahr 1952
Erbauer Magnus Briese, Stockholm

Motor
Typ Zweizylinder-Viertakt, ohc-Zweiventiler
Hubraum 649 ccm
Bohrung x Hub 71 x 82 mm
Vergaser Amal Monoblock 376
Zündung Lucas K2F magneto
Auspuff Mini-Zoom-Dämpfer
Getriebe Viergang
Sekundärtrieb Kette
Leistung 34 PS bei 5800/min
Drehmoment 48 Nm bei 3700/min
Vmax 150 km/h
Fahrwerk
Rahmen Triumph Doppelschleifen-Starrrahmen
Federung hinten Triumph Federnabe
Räder vorne und hinten 3,25 x 19
Bremsen vorne/hinten Trommelbremsen 8”
Zubehör
Tank Zubehör
Öltank Triumph
Lenker Triumph GP-Typ
Sitz Bates-Typ, aufgepolstert
Rücklicht Lucas
Metrie
Gewicht 190 kg
Radstand 1480 mm
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