Ein Australier stürmte einst mit seiner Ami-Karre auf deutsche Siegertreppchen. Jo Grima und seine Harley Panster
»Wow, that is awesome. Danke, danke, danke …«, so klang das immer, wenn der Australier Jo Grima mal wieder einen Preis irgendwo abgeräumt hatte. Das ist zwar schon einige Jahre her, aber seine Harley Panster ist immer noch ein gar ungewöhnliches Custombike.
Dirtbikes, Racingknaller und irgendwann Custom
Jo ist ein Motorradverrückter, »wie meine ganze australische Familie«, erzählt er. Als kleiner Junge wird er angesteckt mit dem öligen Virus, mit 12 lernt er vom Vater, das Familienauto zu fahren, einen 68er Mustang 302 Windsor V8. Dann kommt die Dirtbike-Zeit und die auf den Sportbikes.

Der Bruder baut Muscle Cars für die 1/4 Meile, und Jo selbst hat immer Bike-Projekte, wie Pre Unit-Triumph oder auch eine 500-Kubik-Jawa, die auf Methanol läuft, in der Garage. Trotzdem, ein Motorrad hat er nicht selbst gebaut, eben jene Harley Panster, die vor uns steht. Jeremy Cupp heißt der Schrauber und Chef seiner eigenen Firma LC Fabrications, aus Virginia kommt er, durchgeknallt ist er allemal.
Der Sportster-Panhead-Mix
Der Name Panster ist schnell erklärt, der Boardtracker basiert auf einer Ironhead Sportster von 1973, aber eben mit reproduzierten Panhead-Köpfen. Die Idee zu dieser Verbindung kommt Jeremy, als er bei seinem Buddie Tom Stevens im Laden abhängt. Der wiederum ist ein Experte in Sachen Sportster-Motoren.

Irgendwann an diesem Nachmittag kommt das Gespräch auf eine Vielzahl von Bikes, die unter dem Synonym Shovster vor allem für Dragraces gebaut wurden. Ähnliches Konzept, Shovel-Zylinder oder -Köpfe mit Sportster-Gehäuse. Da steht für Jeremy fest, was er als nächstes bauen würde.
Ironhead-Motor als Basis
Bei eBay schießt er den Eisenkopf-Motor, behält aber nur das Kurbelgehäuse zur weiteren Verwendung. Der Rest wird mit gutem Gewinn wieder verscherbelt. Jeremy säubert das Gehäuse, fixiert ein Gewinde und versieht das Ganze mit zwei Custom-Zylindern.

Darauf montierte er die Zubehör-Panhead-Köpfe. Gut, klingt alles viel einfacher als es ist. Aber es würde ein Buch füllen zu beschreiben, wie man einen Motor komplett neu aufbaut.
Silent Grey Fellow als Vorbild
Und es bliebe nicht genug Platz für die restlichen unglaublichen Details dieses Bikes. Immer das Bild der »Silent Grey Fellow«, der ersten Harley-Davidson, vor Augen, baut Jeremy weiter. Der Rahmen entsteht komplett in seiner Werkstatt, ebenso Lenker und die wuchtige Springer-Gabel.

Die 21-Zoll-Räder ändert er so ab, dass Platz für die außen umlaufenden Perimeter-Bremsen ist. Und er speicht die Räder von Hand neu ein, eine Schweinearbeit. Spätestens hier ist er mal wieder kurz vorm Aufgeben, aber da ist das Bild der Uralt-Harley an der Wand und der Traum von der HotRod-Version im Kopf, also durchhalten, weitermachen.
Der größte Coup
Auspuff bauen, einen Tank entwerfen, hinter dem, abgestützt auf einem Federbein, ein Minimalsattel eines Schwinn-Fahrrades thront. Jeremy ist bis heute sicher, dass dieses Bike sein größter Coup ist. Und doch verkauft er es.

Nach Deutschland an Jo, der seit Monaten auf der Suche nach etwas Besonderem ist und die »Panster« findet. Sechs weitere Monate und eine Menge Papierkram dauert es, bis das Mopped in Deutschland eintrifft. Und mit jedem Meter, den es aus dem Container gerollt wird, sinkt Jos Kinnlade weiter nach unten, geflasht von den vielen Details eines Showbikes.
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Viel geändert hat er daran nicht, »weil ich den Erbauer und sein Werk respektiere«. Nur durch den deutschen TÜV-Dschungel musste er sich selber kämpfen – aber das ist eine andere Geschichte.
Info | LC Fabrications
















