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Ein Motorradmuseum für drei Tage – das Konzept der »The One«-Show besticht durch eine sensationelle Präsentation der ausgestellten Bikes, mit absoluter Liebe zum Detail.

Wer Thor Drakes Laden »SeeSee Motor Coffee Shop«, eine Mischung aus Café und Werkstatt kennt, der weiß, dass der Mann ein Gespür für guten Stil hat. Der Laden in Portland/Oregon ist durchgestylt bis ins Detail, Bikes stehen herum und eine große Wand beherbergt zahlose, bunte Motorradhelme, ein Faible des Amerikaners. Thors große Leidenschaft für umgebaute Bikes sieht man hier überall.

»Die Geschichte der Motorräder sollte erzählt werden«

2010 entschied er sich, gemeinsam mit der Unterstützung von Freunden, eine Motorradveranstaltung zu stemmen. Sie sollte anders sein, als die üblichen Events mit Bratwurstbuden und Klamottenständen. »Die Motorräder sollten im Mittelpunkt stehen und ihre Geschichte sollte erzählt werden. Ich weiß, wie viel Arbeit, Leidenschaft, Geschichte und Handwerk im Bau eines Bikes steckt. Und das sieht man auf den normalen Shows nicht.

»Die Vorstellung, dass ein Motorrad restauriert oder aus bestimmten Gründen und mit zur Verfügung stehenden Mitteln gebaut wird, fasziniert mich. Diese Geschichten soll The One erzählen«

Bei meiner eigenen Veranstaltungen wollte ich genau diesen Aspekt besonders hervorheben«, erzählt Drake. Für die erste »The One« lud er eine Handvoll Jungs ein, ihre Bikes zu zeigen, und ihre Entstehung. Und so hingen hinterm jeweiligen Bike Fotos, Storys, Zeichnungen und Devotionalien an der Wand, die den Bau dokumentierten. Ungekürzt, nicht zensiert, so wie sie vom Erbauer kamen.

The One – Bikeshow mit Museumscharakter

Dazu zeigte Thor jedes mal eine kleine Ausstellung mit außergewöhnlich lackierten Helmen, die er von überall her zusammenträgt. Sonstige Deko wurde aus den eigenen Sammlungen herangeschleppt oder den Jungs von Freunden geschenkt, denn die Show sollte keineswegs kommerziell werden und von Eintrittsgeldern oder Standgebühren leben, sondern einen Museumscharakter bekommen – Moppedkultur für jedermann. 

Hinter dem Harley Street-tracker hängen die alten Fotos, die den Schrauber inspirierten

In wechselnden Locations zog Thor sein Event ab da durch, die Anerkennung für sein Tun wuchs mit jedem Jahr. Mittlerweile findet die One-Show über drei Tage in einer alten, riesigen Fabrikhalle am Rande von Portland statt, keinen besseren Rahmen könnte man sich wünschen. Die Qualität der ausgestellten Motorräder ist atemberaubend. Auf keine Marke und keinen Stil festgelegt, zeigen wahre Mopped-Enthusiasten ihre Bikes und deren Geschichten.

The One – So müsste »Das Eine« Motorrad aussehen

Die Mischung ist wild, verrückt und einzigartig gut, der Eintritt frei – die Show finanziert sich ausschließlich über Sponsoren. Beim Streifzug durch die Halle leben all die Tage und Nächte nochmal auf, die in den Garagen damit verbracht wurden, mit den Kumpels darüber zu reden, wie »Das Eine« Motorrad aussehen müsste, wenn man es bauen könnte. Thors Plan ist mehr als aufgegangen.

Info | the1moto.com

 

Arbeitet seit 1996 für den Mannheimer Huber Verlag, gehört seit 2005 zum festen CUSTOMBIKE-Magazin-Team und steuert seit 2013 das ansonsten männerbevölkerte CUSTOMBIKE-Schiff als Chefredakteurin. Beruflich hat sie jeden großen und kleinen Customtrend der letzten zwanzig Jahre mitgemacht, glaubt aber letztlich an den Erfolg von Bodenständigkeit und Konstanz – auch die Maxime für die Arbeit an Deutschlands ältestetem Magazin für umgebaute Motorräder. Sie selbst pflegt beste Kontakte in die Umbau- und Schrauberszene, nicht nur in Deutschland, weiß meistens genau, wer gerade an was baut, und berichtet mit Vorliebe über die Geschichten hinter den Motorrädern und über echte Petrolheads, die das Customizing von ganzem Herzen leben. Fürs private Zweiradglück genügt ihr eine Honda CB 400 Four, mit Baujahr 1977 gerade mal ein Jahr älter als die Chefin. Aktuell steht die Honda allerdings auf der heimischen Hebebühne und soll bald in neuem Glanz erstrahlen – a bikers work is never done.