Schade, wie manche ihre Bikes verkommen lassen. Das jedoch ist für andere die Chance auf ein Custombike für kleines Geld. Etwa ein Suzuki Intruder Umbau für ein schmales Budget.
Eine ideale Vorstellung, geiles Wetter und ein Mopped vor der Tür, auf dem man sich den warmen Wind um die Nase pfeifen lassen kann. Ja, es gibt so Glückspilze, die auf Mallorca ein Ferienhaus am Strand besitzen und zusätzlich dazu noch ein Bike vor Ort ihr eigen nennen.
Zubehör- statt Originalteile
Aber gerade das Meer ist ein zweischneidiges Schwert. Die kleinen Salzpartikel in der Luft nagen unaufhörlich an der Maschine. In diesem Fall veränderte sich das Farbbild der 1400er Intruder von Maroon-Rot in Rostbraun.

Klarer Fall für einen 1000 Euro-Umbau, denn beim Wiederherstellen kann man durch die Verwendung von Zubehörartikeln gegenüber den Originalteilen gutes Geld sparen. Aber soweit ist es noch gar nicht, denn der damalige Besitzer hatte kein Interesse daran. Der Kauf eines neuen Motorrads stellte für ihn den geringeren Aufwand da.
Aus der hintersten Ecke
So fand die Trude über einen Händler nach Deutschland, wo sie Berthold in einem Gebrauchtmotorradladen in Bad Kreuznach in der hintersten Ecke des Showrooms entdeckte. Da stand sie nun wie ein verrostetes Häufchen Elend und schaute ihn so flehend an, dass er sie einfach mitnehmen musste.

Eine VS 1400 wollte er sowieso nach seinen Vorstellungen umbauen. Die Zuverlässigkeit spricht für sich, auch wenn die Optik in diesem Fall zu 95 Prozent Rostflair austrahlte. Aber genau hier lag in Bertholds Augen der Vorteil, da er schon diverse Änderungen im Kopf hatte.
Pulver statt Chrom
Irgendwann hatte er in Faak eine Karre gesehen, die über eine ähnliche Farbgestaltung verfügte und bei der jeglicher Chrom mit schwarzmattem Pulver entglänzt war. Die Reste des Chroms an der Trude ließen sich bequem mit dem Fingernagel entfernen und somit stand der Pulverisierung eigentlich nichts im Wege. Naja, bis auf diverse durch das Salz hervorgerufene Unebenheiten, die einer glatten Beschichtung entgegenstanden.

Ein Bekannter, der gerade an seiner Selbstständigkeit bastelte, bot sich an, das Pulvern für lau durchzuführen, da er noch verschiedene Verfahren testen musste. Um die Oberfläche ansehnlich zu gestalten, wurde sie mit Struktur beschichtet. Der Rahmen erhielt sein neues schwarzes Kleid bei einem eingesessenen Pulverer, da der Kollege noch über keine genügend große Brennkammer verfügte.
Budget im Blick
80 Euro hören sich dennoch nach einem Schnäppchen an, wir können sie aber in der Kostenaufstellung nicht berücksichtigen, da es sich um eine Reparatur handelte. Das nächste anstehende Großprojekt war die Änderung des kompletten Frontends. Berthold wollte auf jeden Fall andere Gabelbrücken, aber diese sollten sich preislich in Grenzen halten.

Beim Gang durch die heimische Werkstatt blieb er an einer VL 1500 hängen und fand Gefallen an deren Gabeldimensionen. Von der Klemmung her passten die Standrohre der kleinen Schwester genau. Eigentlich müsste an so ein Originalteil günstig dranzukommen sein, da normalerweise auf Custom-Gabelbrücken umgerüstet wird.
Fettes Vorderrad
Nach unzähligen Stunden der Suche auf diversen Internetseiten fiel eine 3-2-1-meins Auktion zu Bertholds Gunsten aus. Für nur 90 Euronen wechselte das Teil den Besitzer und den Motorradtyp. Nach ein paar Modifikationen saß alles. Zu dem bulligen Erscheinungsbild mussten nun auch noch ein fetter Scheinwerfer und ein dickes Vorderrad her.

Letzteres fand sich in Form eines Trudenhinterrades. Lediglich die Kardanmimik wurde entfernt und das Loch mit einem Blech verschlossen. Nachdem die Fuhre fertig gestellt war, sollte sie auf eigenen Reifen zum Ace Cafe in London getrieben werden.
London trotz Trude
Leider machte Ehefrau Ruth einen Strich durch die Rechnung, da ihr das Brötchen für eine solch lange Fahrt zu unbequem war. Egal, in London waren sie trotzdem – auf einer African Twin.















