Wer schon berufsmäßig an Moppeds schraubt, muss irgendwann auch privat ran. Eine Suzuki Intruder kam dem Bernd da gerade recht.
Seit einigen Jahren arbeitet Bernd in einer Motorradwerkstatt. In dieser Zeit veredelten seine Schrauberhände sehr viele 1400er Truden, wobei später die M1800 der Ur-Intruder in Sachen Umbauhäufigkeit der »alten« Trude den Rang ablief. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein eigenes Custombike auf Bernds Wunschzettel stand.
Die große Intruder
Es musste nur noch die Frage geklärt werden, welche Basis für das Projekt herhalten muss. Die Entscheidung fiel zugunsten der M1800 aus, was kurz und bündig begründet wurde: »Ich war absolut begeistert vom Fahrverhalten und der Kraftentfaltung.

Außerdem müssen Mopped und Fahrer auch optisch harmonieren, die 1800er passt absolut gut zu meiner Statur. Und es lässt sich auch der ein oder andere Euro einsparen, wenn man hinten ’ne 280er Pelle einbauen will.« Letzteres ist nämlich ohne jegliche Schwingen- oder Antriebsänderung möglich, lediglich die Hinterradfelge braucht man in zwei Nummern größer.
Breite Hinterradfelge
Entweder muss also eine neue her, was natürlich die vordere nach sich zieht, oder die vorhandene wird entsprechend verbreitert. Bernd wählte die Änderungsmöglichkeit. Die alte Schüssel wurde dazu direkt am Stern abgeschnitten und eine neue geschmiedete – zwei Zoll breitere – Schüssel neu angeschweißt.

Neu besohlt kam das fertige Rad sofort zwischen die Schwingenarme, um das Heck in Angriff zu nehmen. Hierbei gab’s Schützenhilfe von Torsten, normalerweise der Mann für die Auspuffanlagen. Der Fender ist ein kompletter Eigenbau aus Blech, lediglich ein Schutzblechrohling kam mit der Post.
Zuschneiden und anpassen
Vor dessen Verarbeitung mussten aber erstmal die tragenden Seitenteile zugeschnitten werden. Nach deren Befestigung am Rahmen kontrollierten die beiden den Verlauf zum Rad. Diese Aktion war schnell zu aller Zufriedenheit abgeschlossen, so dass der Schutzblechrohling angeheftet und die Sitzmulde eingepasst werden konnte.

Wieder deinstalliert bekam die ganze Mimik durchgängige Schweißnähte, die Aufnahme für Rücklicht wurde implantiert und die Edelstahlhalter für die Kabel verewigt. Jetzt konnte Torsten seiner eigentlichen Bestimmung nachgehen – dem Auspuff. Bis hinter den Kat blieb es werksmäßig, danach gingen die Krümmer aber neue Wege, damit die beiden Miller-Töpfe senkrecht übereinander sitzen.
Mehr statt weniger
Auch am Frontend gab es Materialbewegungen. Zur Abwechslung flexte Bernd hier nichts ab, sondern zu und zwar an der unteren Gabelbrücke die Halter vom originalen Scheinwerfer. Alu ist aber nicht gleich Alu, auch die Oberfläche sieht je nach Verarbeitung anders aus.

Trotz gleichem Material wären die Übergänge bzw. Schweißnähte zu sehen gewesen. Aus diesem Grund gab es nach dem Nassschliff eine Portion schwarz glänzend. Weiterhin fand zugunsten der cleanen Optik ein Eigenbau-Bremsverteiler unter der Gabelbrücke seine Bestimmung.
Viel Arbeit an der Front
In selbige musste für die Zuleitung ein Loch gebohrt werden. Die Anschlüsse sollten soweit wie möglich auseinander, damit die weiterführenden Leitungen geradlinig zu den Bremsen gehen. Bedingt durch diese Vorgabe fiel der Verteiler in seiner Bauform nicht synchron aus, weil auf der linken Seite die Zuleitung ankommt.

Das liegt daran, dass rechts das Lenkradschloss platzmäßig das Vorhaben vereitelt hatte. Gegen unbeabsichtigte Einblicke schützt die hintere Befestigung und die farbliche Anpassung an die Brücke. Das ist aber nur eines der Kleinteile, die schwarz glänzend koloriert wurden.
Viel Lack und Pulver
Laut Bernds Buchführung handelt es sich insgesamt um 60 lackierte und 55 gepulverte Teile.














