Eigentlich baut Jay Hart seine Bikes und Hot Rods von Grund auf selbst. Bei seinem S&S-Cruiser machte er eine Ausnahme.
Jay Hart glaubt daran, dass nur der Respekt in der Szene verdient, der sich neue Sachen einfallen lässt und unablässig nach frischen Ideen sucht. Ob das dann funktioniert, ist eine andere Sache. Für den US-Schrauber sind die meisten der so genannten Bikebuilder nur Zusammenschrauber.
Ein Handwerker und Realist
Im Normalfall entstehen seine eigenen Bikes durch eigene Handarbeit. Das bezieht das Design, den Rahmenbau und die Fertigung aller Parts mit ein. Jay ist aber auch Realist genug, um zu erkennen, wenn jemand besser ist als er.

So griff er bei diesem Projekt ausnahmsweise auf den Hardlife-Rahmen von Independent Cycles zurück. Die Firma von Legend Air-Erfinder Jesse Jurrens garantiert beste Qualität, und der Rahmen mit integriertem Öltank überzeugte auch Jay. Als Antrieb wählte der Chopperschmied einen von Motoren-Guru Kendall Johnson aufgebauten 1600-ccm-S&S-Treibsatz.
Enorme Leistung
Damit war für höchste Performance gesorgt. Seine enorme Leistung gibt der aufgemotzte Motor über eine Primo-Kupplung und einen extralangen Primärtrieb an das Baker-Sechsganggetriebe ab. Per Belt geht’s dann ans Hinterrad.

Das stammt, wie sein vorderes Pendant, ebenfalls von Independent Cycles. Damit war es dann aber fürs Erste genug mit Fremdteilen. Schließlich sollte das Bike nicht nur ein weiteres zusammengestecktes Bolt-on-Teil werden.
Tank, Lenker und Fender sind Eigenbau
Okay, die oldstylige Springergabel von Harley-Davidson ist auch kein Eigenprodukt. Dafür entstanden Lenker, Tank und der Heckfender unter Jays Händen. Auch den ummantelten Auspuff und den spartanischen Sitz dengelte er zurecht.

Ursprünglich verzichtete Jay auf eine Vorderbremse, und die Kupplung funktionierte mittels Holz-Drehgriff am Lenker. Diese Details änderte er später auf Wunsch des Käufers. Dieser sah das Bike am Stand von Independent Cycles beim Laughlin River Run.
Fette Bremse für mehr Sicherheit
John, der spätere Besitzer, traf dort Freunde und war von dem Bike beeindruckt. Da er aber, zusammen mit seiner Frau, schon vier Bikes besitzt, war er nicht darauf aus, noch ein weiteres zu erwerben. Das änderte sich einige Tage später, als seine Frau das Bike zu Gesicht bekam und sich sofort in das Teil verliebte.

So verständigte sich das Paar mit dem Erbauer auf ein paar Änderungswünsche und zahlte schon mal an. Auf der Liste der Modifikationen stand ganz oben die Sicherheit. Dies führte dazu, dass Jay eine Vierkolbenbremse von Performance Machine am Vorderrad verbaute.
Vorverlegte Rasten für den großen Besitzer
Angesteuert wird sie über den Hauptbremszylinder der Fußbremse. So blieb der Lenker clean. Eine weitere Maßnahme war die Vorverlegung der Fußrasten. Sowohl John als auch seine Frau Roxanna sind ziemlich groß. Die ursprünglich weiter hinten sitzenden Fußrasten passten ihnen nicht. Da Roxanna an ihren beiden anderen Bikes Fußkupplung und Handschaltung fährt, wollte sie dieses Feature auch an der Rompa Stompa haben.

Kein Problem für Jay, der die Erfüllung von Kundenwünschen als seine oberste Pflicht ansieht. Außerdem passte die Handschaltung perfekt zum Vintage-Design des Bikes. Alle Beteiligten trafen sich dann in Sturgis wieder. Dort startete John eine ausgiebige Tour durch die Black Hills. Zurück kam er mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Der fantastische Motor hatte ihn mehr als überzeugt.
Wer darf fahren?
Er erzählte seiner Frau, dass es möglich sei, den Reifen auch in höheren Gängen zum Durchdrehen zu bringen. Seither streiten sich die beiden gern mal darum, wer das Bike fahren darf. Zum Glück haben sie ja noch vier Alternativen. Schön, wenn man keine weiteren Probleme hat.














