Eine Harley Evo Springer ist keine klassische Oldschool-Basis. Aber durch »Alterung« der Optik wird der Softail Bobber authentisch
Bekanntermaßen verstehen es die Marketing-Strategen von Harley-Davidson ausgesprochen gut, in ihren Motorrädern stets auch einen Verweis auf die eigene Firmen-Historie unterzubringen. So erinnern diverse Electra-Glide-Modelle an die FLHs der Siebziger, frühere Heritage Softails gar an die Hydra Glides der Fünfziger Jahre. Dirk faszinierte vor allem die altertümlich ausschauende Springergabel der Softail Springer: »Einen solchen Anachronismus traut sich kein anderer Hersteller. Dabei funktioniert die Dreißiger Jahre-Technik sogar ausgesprochen gut.«
Japan, Italien, USA
Dirk fährt seit seinem 18ten Lebensjahr ununterbrochen Motorrad. Über SR 500, XS 650, CB 750, Bol d‘Or und diverse schnelle Ducatis führte ihn der Weg geradewegs zu einer Shovelhead-Harley. »Ich hatte es einfach satt, zum Motorradfahren Kombi und Integralhelm anziehen zu müssen. Und mal ganz ehrlich: In unserem Alter ist eine Harley doch glaubwürdiger als ein Supersportler«, lacht der 48jährige.

Die eingeschränkte Alltagstauglichkeit der Kick-Only-Shovel und die Vorliebe für chromglänzende Springer-Gabeln gaben den Ausschlag zum Kauf einer Springer Softail. Doch bei aller Liebe der Company zu ihren zweirädrigen Ahnen reichte Dirk der Klassik-Look bei weitem nicht aus. Bereits beim Kauf vereinbarte er mit dem Vertragshändler den sofortigen Umbau auf ein 16 Zoll-Vorderrad. Mit Hilfe einer Profi-Werkstatt sollte das Bike noch weitere Veränderungen erfahren.
TIeferlegung, Heckumbau, Dragbar und mehr
Neben einem Heckumbau mit angepasstem Sparto-Rücklicht und in den Fender versenktem Steuergerät erhielt die Softail eine Müller-Tieferlegung, Griffe, Spiegel, Schalt- und Bremspedal aus der Skull-Serie von Harley-Davidson, einen seitlichen Kennzeichenhalter sowie einen Drag Bar-Lenker von CPO. Näher an die Bobber aus den Fünfziger rückte die Springer zudem durch einen an die Einspritzanlage angepassten Luftfilter einer Panhead, finned Head Bolt Cover für die Zylinderköpfe und die Tankembleme aus dem Baujahr 1951.

Weiterhin wollte Dirk einen gecleanten Tank, dessen Schweißnähte nun unsichtbar sind. Viele Kleinigkeiten tragen dazu bei, dass das relativ moderne US-Bike aussieht wie ein adretter Oldtimer. Denn eines war dem Norddeutschen besonders wichtig: »An meiner Harley gibt es keinen Spachtel und keine Basteleien. Das absolut seriös aufgebaute Bike ist alltagstauglich wie eine Honda Transalp.«














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