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Delta Parts Dez. 2025

Show me your Garage – Was ein Schweizer im Amiland treibt

Ausgewandert, aufgekauft und eingelagert – ein Schweizer hat sich im Westen der USA eine Garage voller knorriger Motorräder aufgebaut.

Zunächst muss die Bonneville raus aus der Garage, und die R 69 S auch. Und kurz das Harley-Gespann zur Seite. »Gleich können wir rein«, lacht Roland, der sympathische Schweizer, der seit über 35 Jahren hier in Kalifornien lebt.

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Wunderlich "Beiträge"

Proppevolle Garage

Nachdem auch noch die Springer Softail ans Tageslicht gezerrt wurde, schlängeln wir uns in die proppevolle Garage des gemütlichen Motorradschraubers. Garage? Nun, gleich hinter der Halle, die wir soeben betreten haben, gibt es noch viel mehr zu entdecken.

Roland ist ein echter Motorhead: Nicht alle seine Bikes sehen so rotten aus wie der am Boden liegende Triumph-Chopper, es gibt fahrbereite Ratbikes, hübsch lackierte Klassiker und selbst neuwertige Harleys

Überall auf seinem weitläufigen Grundstück befinden sich Holzhütten, Überseecontainer und alte Airstream-Wohnwagen. Darin stehen unzählige Motorräder in allen erdenklichen Verfallsstadien. Ein aus den Sechzigern übrig gebliebener BSA-Chopper parkt neben einer von Hühnerscheiße bedeckten Panhead, dahinter eine malade Guzzi Ambassador, gleich nebenan eine Yamaha TT 500 und eine Triumph T 100.

Die ordnung im Chaos

»Die läuft sehr schön, und die originalen Lackteile für die BSA B 50 liegen hier drunter.« Roland kennt sie alle, seine Bikes. Was für den Besucher wie ein heilloses Chaos aussieht, hat eine innere Ordnung. »Das Harley 45 Servicar habe ich in die hinterste Ecke gestellt, damit ich nicht auf die Idee komme, es zu verkaufen«, lacht Roland. »Und die BMW R 60 hat mein Baujahr, die gebe ich auch nie wieder ab.«

Für die Teilnahme an Classic Races in Europa und in den USA baut sich der US-Schweizer eine schnelle Triton auf

Tonnen von Ersatzteilen stapeln sich in Kisten und Kartons, zwischen den Bikes liegen verstreut Springergabeln, Motoren, Starrrahmen und Speichenfelgen. In der Werkstatt, also in dem Raum, in den wir uns gerade reingezwängt haben, warten ein Triton-Renner, eine Rickman Metisse und eine Federbett-Norton auf die Fertigstellung. Seine Harley Knucklehead hat der Schrauber bereits so aufgebaut, wie er sie sich vorstellt: Mit zuverlässigem Motor, künstlich gealtertem Rahmenlack und Peanut-Tank mit echt antiker Flammenlackierung.

Garagen überall

Ursprünglich stammt Roland aus der Gegend rund um Bettwil, dem Ort, in dem der berühmte Fahrwerksbauer Fritz W. Egli seine Werkstatt hat. »Ich habe in der Schweiz auch noch eine Garage. Da sieht es genauso aus wie hier«, Roland kratzt sich am Kopf.

Das Teilelager wartet in unzähligen Stapelkisten

Muss eine fruchtbare Gegend für Motorradverrückte sein. Nachdem er in den Siebzigerjahren viele Jahre in Alaska gearbeitet hatte, betrieb er eine Motorradvermietung in Kalifornien. »In den Achtzigern war der Dollar jedoch so stark, dass sich niemand mehr eine Reise in die USA leisten konnte. Da haben wir den Laden wieder zugemacht.«

Heimatbesuche

Schließlich landete er vor 14 Jahren hier, eine Stunde nördlich von San Francisco. Der umtriebige Auswanderer bereist regelmäßig seine alte Heimat im fernen Europa, flog oft zur Mannheimer Vetarama. Er nahm außerdem mehrfach beim Manx Grand Prix auf der Isle of Man teil und ist mit einer Triumph Speed Twin auf dem Salzsee von Bonneville gerannt. Ein echter Benzinmensch also.

Einfach abdrehen: Kleinteile verstaut der Bastler in Einmachgläsern, deren Deckel er zuvor an die Decke geschraubt hat

»Schau mal da hinten, das da ist eine Kawasaki W1. Das ist dieser seltene 650er Viertakter aus den späten Sechzigern, der irgendwie verdächtig an BSA erinnert«, zeigt Roland in den Raum. »Warte, ich stelle kurz die Shovelhead zur Seite. Kletter doch mal eben über die Condor. Die habe ich übrigens aus der Schweiz mitgebracht …«

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Fotos: Dirk Mangartz
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