Show me your garage – In der Scheune

Eine Scheune wurde zur Garage. Hier werden US-Cars und-Bikes nicht nur geparkt, hier wird optimiert, restauriert und customized

Hier schraubt aber einer selbst. Der erste Eindruck beim Betreten der 100 Quadratmeter großen Halle, der der Begriff Garage kaum gerecht wird, sollte sich verfestigen, je mehr Geschichten Andrew erzählt. In der Backstein-Scheune neben seinem Bauernhof stapeln sich Fahrzeug-Ersatzteile, Motoren und Werkzeuge. »Hier kann ich richtig Krach machen«, grinst der 41-Jährige und pfeift lautstark seine Hunde zurück: »Linkert, komm her!«

Eine Garage für Fahrzeuge aller Art

Neben den einfachen Dingen des Alltags, etwa der Wartung seiner beiden Güldner-Traktoren aus den Sechzigern, kümmert sich der wortgewaltige Niederrheiner in seiner Garage vor allem um seine US-Cars und -Bikes. Seinen 1956er Chevy-Bel-Air-Zweitürer hat er zum Beispiel für den Einsatz auf dem Dragstrip vorbereitet. »Na klar mache ich auch die Motoren selbst«, zeigt Andrew auf den riesigen BDS-Blower, der demontiert neben dem blau-schwarzen Chevrolet liegt.

Bis unter die Decke stapeln sich die Teile zukünftiger Projekte

»Das Ding hat keine Servolenkung, keinen Bremskraftverstärker und der Big Block hier deutlich jenseits der 700 PS. Das ist nix für Muschis.« Vor dem straßenzugelassenen 1800-Kilo-Dragster, mit dem Andrew Zeiten unter 11 Sekunden für die Viertelmeile in den Asphalt meißelt, wartet ein Pontiac Le Mans auf den Einbau eines 7,4-Liter-V8 (»Du siehst, ich bin Big-Block-Mann«). In einem weiteren Schuppen parken ein 1955er Bel-Air-Dragster ohne Motor, ein 66er Oldsmobile Toronado, im Freien ein 67er Buick-Wild-Cat-Unfallwagen, ein Porsche 928 S …

Die Bikes kommen aus Milwaukee

Zwischen all den Autos in der Garage gibt es natürlich auch Bikes. Da stehen etwa zwei skurrile, mattschwarze und von Amselkot bedeckte 50er-Roller-Chopper (»Musst du die Scheiße unbedingt fotografieren?«). Und natürlich Andrews 48er Harley-Davidson Flathead, ein 1200-ccm-U-Big-Twin. »Die meisten haben ja mit 18 mit einer Honda 400 oder einer Yamaha RD angefangen«, erinnert er sich, »mein erstes Motorrad war allerdings 1987 eine WLA-Harley. Mit Motorschaden gekauft, war halt billiger.« Aus reiner Geldnot befasste sich Andrew schon früh mit der Technik der Bikes aus Milwaukee.

Leben in der Bude: Zwischen V8-Motoren, Harley-Teilen und Spezialwerkzeugen wuseln zwei Hunde hin und her

Es folgten andere alte Harleys, Flatheads und Shovels, bis Andrew dann vor etwa 15 Jahren mit der 1200er Flathead das richtige Bike gefunden hatte. Auch die nahm er sich erst einmal vor. »Der Milwaukee Iron Shop hat die Zylinder gemacht, der Rest war Eigenarbeit.« Andrew verbaute Schweden-Nocken und -Köpfe. Und er brachte die alte Dame mit klassischem Tuning auf stramme 40 PS am Hinterrad. »Das ist viel, die Seitenventiler haben sonst nicht mal 30 PS!«

Anzeige
DM 1/26

Stilvolles Parken auch außerhalb der Garage

Anschließend wurde die Flatty in den gleichen Farben wie der Bel Air lackiert. Für die Fotos holt Andrew seinen mit Highpipes und Sportlenker veredelten Big Twin aus der eigens zum stilvollen Parken gebauten Glasvitrine. Die steht zwischen dem Wohnhaus und dem Eingang zur Scheune. »Sie springt garantiert auf den ersten Kick an. Willst du mal hören? …«

Anzeige
CB 1/26




Beitrag veröffentlicht

in

von

Fotos: Dirk Mangartz
Fotos sind urheberrechtlich geschützt

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x