Ein Hamburger hatte genug von drangvoller Enge und baute ein eigenes Haus für seine Motorräder. Ach ja, da war noch was: In seiner Garage muss es knattern
»Ich liebe einfach den Abgasgeruch von Zweitaktern«, versucht uns Hinrich zu erklären, warum die stattliche Motorradsammlung in seiner Garage vorrangig aus schlitzgesteuertem Kleinzeug besteht. »Immer, wenn früher ein Trabant vor mir gefahren ist, dann habe ich schnell die Lüftung aufgedreht«, beschreibt der Hamburger seine Zuneigung zu Hubraumzwergen. »Großvolumige Schüttware interessiert mich schon allein deshalb überhaupt nicht.«
Zweitakt-Maniac mit Zündapp-Liebe
Mit 16 Jahren ist Hinrich, wie viele seines Alters, Zündapp gefahren. Nach einer kurzen Phase mit »Japan-Schrott«, wie er es bezeichnet, folgte dann eine länger anhaltende Leidenschaft für Oldtimer-Roller. Damals übrigens auch noch für geruchsneutrale Viertakter, wichtig war rund-barockes Sechziger-Jahre-Design.

Vor einigen Jahren dann begann er sich für Geländesport und Classic-Trial zu interessieren. »Zunächst fand ich einfach den Fächerkopf der 125er-Zündapp-Motoren schön. Dann gefielen mir die GS-Modelle, und erst später kam der Spaß am Sport.«
Deutsche Zweirad-Geschichte versammelt
Später wird Hinrich Mitglied in einem Trial-Club und fährt regelmäßig im kontrollierten Schritttempo über grobe Hindernisse. So kommt es dann, dass in der stattlichen Garage des Norddeutschen Zündapp KS 50 Supersport (»Baureihe 517, das ist sehr wichtig«) und C 50 einträchtig neben zwei Heinkel 175 A1-Rollern von 1957 und einem IWL Troll 150 aus DDR-Produktion parken.

Dazu kommen die Sportgeräte vom Schlage einer Zündapp GS 125, von denen Hinrich gleich zwei besitzt, einer Hercules K 125 GS aus dem Bestand des ehemaligen Zündapp-Sportabteilungs-Mitarbeiters Georg Distler oder zwei 60er-Jahre-Eigenbau-Trial-Bikes mit Zündapp Elastic 250- bzw. Bella-200-Motor.
Ein Häuschen für die Zweitakter
Im Hamburger Alltagsverkehr bewegt Hinrich eine Laverda LZ 125 – mit dem Motor seiner Hausmarke Zündapp – die er mit Speichenrädern, anderen Armaturen und geänderter Sitzbank seinen Vorstellungen angepasst hat. Daneben stehen in der Garage noch eine Ducati Scrambler 450 (ein Viertakter!), ein selbstgebauter Zündapp-Kinder-Trialer für Paul, eine knatternde Yamaha RD 350 von Kumpel Detlev und noch so manches mehr in der geräumigen Halle herum. »Das war nicht immer so. Früher musste ich meine Motorräder auf mehrere gedrängte Einzelgaragen verteilen.«

Deshalb baute sich Hinrich seine Traumgarage gemeinsam mit Freunden selbst. »Ein eigenes Haus für die Mopeds. Da passt jetzt alles rein.«
Die Garage taugt auch zum Partyraum
Auf einer originalen Heinkel-Montagebühne können die kleinen Bikes nun repariert, auf- oder umgebaut werden. Eine lange Werkbank macht Basteleien an Zweitaktern aller Art zum Vergnügen. Und: »Dank Heizung und Musikanlage ist eine Umnutzung der Räumlichkeiten zum Partyraum jederzeit möglich.« Darauf einen Schluck 1:25 …













