Molotov M 72 – Ölbohrung

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Diese Molotov M 72 ist ein echter Selbstzünder – denn ihre Power kommt aus einem 500 ccm Zweizylinder-Diesel.

Irgendwie hat ihm die Molotov zu wenig gedieselt. Denn Heiko verspürte ihn plötzlich wieder, diesen unbändigen Drang, ein Motorrad mit einem nagelnden Selbstzünder auszurüsten. Zwischen 1941 und 1957 wurden in den Irbiter Motorenwerken die M 72 in Anlehnung an die BMW R 71 gebaut, später bekannt unter der Verkaufsbezeichnung Ural.

100 km/h müssen reichen: Eine V-Max von 160 wird mit der M 72 wohl ein Traum bleiben

Aber ein Diesel-Motor wurde den Nutzfahrzeugen, die besonders gerne mit einem Seitenwagen kombiniert wurden, serienmäßig nie eingebaut. An dieser Stelle kam dann Heiko auf den Plan. Ohne Zeit zu verlieren, begann er, die besonders gut erhaltene M 72 von 1953 auf den Einbau eines Stationärmotors vorzubereiten – die Molotov sollte ihren Seitenventil-Boxer gegen einen modernen 500-ccm-Zweizylinder-Diesel von Lombardini eintauschen.

M 72 mit Stationärmotor

Der OHC-Pumpe-Düse-Direkteinspritzer leistet 12 PS und ermöglicht eine Dauer-Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Nötig wurde dazu allerdings eine längere Sekundärübersetzung im Kardangehäuse, schließlich dreht so ein Diesel maximal 4500 Umdrehungen. Außerdem musste der Twin über eine selbstgebaute Adapterplatte mit dem Viergang-Getriebe verbunden werden.

Kleine Blinker für mehr Alltagstauglichkeit

Eine stabile BMW-Kupplung überträgt das Drehmoment von 31 Newtonmetern zuverlässig. Nur im Stand und bei tiefsten Drehzahlen schüttelt sich der Twin, der normalerweise in Kühlaggregaten und City Cars eingebaut wird, auffällig. Sobald er auf Touren kommt, benimmt er sich zahm und gesittet, verfügt er doch über eine vibrationshemmende Ausgleichswelle.

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Steinke Design

Höhle im Tankboden

Da der aufrecht stehende Lombardini-Motor nun mal wesentlich höher baut als ein flacher Boxer, musste der Tank von unten großflächig ausgehöhlt werden. Die gut versteckte Schweißnaht am Tankboden misst amtliche zwei Meter. Dass das Benzinfass dabei einige Liter an Fassungsvermögen verlor, spielt keine Rolle.

Kaltblüter: 12 PS aus 500 ccm klingen zunächst etwas müde. Aber das maximale Drehmoment von 31 Nm entspricht beinahe dem einer SR 500

Denn eine geschundene Serien-M 72 mit Seitenwagen kann schon mal 12 Liter Benzin schlucken. Mit dem Lombardini reichen fast immer zwei Liter Diesel auf 100 Kilometer, man kommt also auch mit kleinerem Tank wesentlich weiter als im Serienzustand. Zusätzlich besorgte Heiko dem Russen-Bike noch ein wenig Offroad-Optik.

Reguläre Zulassung

19 Zoll große Stollenreifen und ein Geländelenker steigern zudem tatsächlich die Feldwegtauglichkeit. Wie immer bei den Konstruktionen des rührigen Bayern wurde weder für den Einbau des Motors noch für den Scrambler-Umbau am Rahmen geschweißt. Daher stand einer TÜV-Abnahme nichts im Wege, die M 72 ist regulär zugelassen.

Angedockt: Motor und Serien-Getriebe werden über eine Eigenbau-Adapterplatte sowie eine BMW-Kupplung verbunden

Während wir noch ein wenig die Details des Oldtimers aus Irbit studieren, ist Heiko bereits wieder in seiner Werkstatt verschwunden – gerade verspürt er ihn wieder, diesen Drang …

Info | Dieselfleck’s Blog

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DM 2/26



Technische Daten
Modell Fleck-M72
Baujahr 1953

Motor
Typ Zweizylinder-Diesel, ohc-Zweiventiler
Hubraum 505 ccm
Bohrung x Hub 72 x 62 mm
Verdichtung 19:1
Auspuff Fleck
Kupplung BMW
Getriebe Viergang mit Adapterplatte
Sekundärtrieb Kardan
Leistung 12 PS bei 3600/min
Drehmoment 31 Nm bei 2200/min
Vmax 100 km/h
Fahrwerk
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Gabel Tele
Räder vorn und hinten 3,25 x 19
Bremsen vorn und hinten Trommel
Zubehör
Tank modifiziert Fleck
Lenker MC
Metrie
Leergewicht 240 kg
Radstand 1570 mm

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Fotos: Benjamin Grna
Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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