Wie man mit List und Tücke, Pasta und Wein zu seinem Harley Twin Cam Cruiser kommt. Die Geschichte eines Promo-Bikes
Mitten im tiefsten Winter, an den wir uns schon fast gar nicht mehr erinnern können, fröstelte Andreas Both bei einem Glühwein in seiner Werkstatt vor sich hin und kritzelte mit kalten Fingern ein paar Skizzen auf ein altes Stück Papier. Voller Frust über die frostigen Temperaturen beschloss er, sich persönlich für den Sommer aus einer Harley Twin Cam einen fetten Beachcruiser mit 300er Hinterreifen zu bauen, um so etwas Sommerfeeling in die Werkstatt zu bringen. Spontan orderte er einen SCS-Rahmen und erinnerte sich an die lauen Sommernächte im Del Mar Beachclub in Hamburg, der heute leider nicht mehr existiert.

Nach etlichen Glühweinen und Weihnachtsgebäck stand die Liste der Anbauteile fest. Wenige Tage später konnte mit dem Bau begonnen werden.
Einen Strandkreuzer, bitte
Im Stil der kalifornischen Beachcruiser fertigte Andreas einen üppigen Heckfender an, in den das 300er Hinterrad mit der TTS-Felge haarscharf hineinpasst, zudem wurde ein langer Frontfender für das 21“-Vorderrad gefertigt. Als Antriebseinheit kommt ein TwinCam-Motor zum Einsatz, der seine Kraft über ein 6-Gang-Right-Side-Drive-Getriebe an das Hinterrad abgibt. Hierdurch bleibt das Gewicht mittig und der 300er läuft ebenso mittig im Rahmen.

Um einen etwas klassischeren Stil zu erhalten, wurde eine modifizierte H-D-Springergabel montiert, an die ebenso wie am Hinterrad eine STR-Bremse montiert wurde. Nachdem der CCE-Sitz montiert war, stellte sich die Frage des Tanks, der sich in die gestreckte Linie des Bikes einfügen sollte. Die Wahl fiel auf einen Rohling von W&W, der ebenfalls modifiziert wurde.
Harley Twin Cam – Beachcruiser in Planung
Wie der Zufall es wollte, kam Harry, der Inhaber des Del Mar Beachclubs in Hamburg, während der Anpassungsarbeiten für den Tank auf einen Glühwein vorbei und schlich um den Rohbau des Bikes herum. Andreas stellte von vornherein klar, dass dies sein eigenes Bike werden sollte. Die Frau von Andreas, nicht wissend, was sie gerade anstellte, versorgte die beiden in der Werkstatt mit Pasta und Glühwein, und im Laufe der Nacht gingen die Planungen für das Bike voran.

»Hellblau, das wäre doch einmal etwas für einen Beachcruiser«, sagte Harry. »Genau, und dann den Motor in einem dunkleren Blau«, fügte Andreas hinzu. So sollte es geschehen, und das Bike erhielt seine Grundfarbe.
Fast fertig, aber keine Sonne
Als im Frühling immer noch keine Sonne in Sicht war, stand das Bike schon fast fertig in der Werkstatt. Eine Trittbrettanlage wurde ebenso angepasst wie eine Paul-Yaffe-Auspuffanlage. Die Zündung und Alarmfunktion übernimmt ein Altmann-Modul, und die Armaturen wurden von BDL geordert.

Auffällig oft schaute Harry bei Andreas vorbei. Fast immer hatte er etwas italienischen Wein und Pasta im Gepäck. Als der Winterfrust Anfang April seinen Höhepunkt erreichte und der Cruiser in zartem Hellblau in der Werkstatt stand, bemerkte Harry ganz beiläufig, »es fehlt ja noch ein Logo oder eine Beschriftungauf dem Tank«. Und so landete das Logo des Clubs auf dem Spritgefäß.
Ein Beachcruiser aus Deutschland
Das Bike diente fortan als Promobike für den Beachclub, und Harry freute sich über die gekonnten Schachzüge, die ihm zu seinem Traumbike verholfen haben.








