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Paughco Harley-Davidson FLH – Back to the 60s

Diese Harley-Davidson Shovel ist eine Replik der 60s-Chopper, als niemand an gereckte Gabelbrücken oder umgeschweißte Lenkköpfe dachte

Schwedens ältester Biker-Club, die Sofia Hogs, existiert bereits seit 1968. Seit 1987 gehört »Little Sven« dazu, der sich von Anfang an für die Gründerjahre des Clubs interessiert hat. Eine ideale Steilvorlage also, um sich ein Bike im Stil der Bikes der Gründer seines Clubs aufzubauen.

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Wunderlich "Beiträge"
Lange Gabel und kein Rake. Die Frage ist, wie sich ein Bike mit dieser merkwürdigen Geometrie fahren lässt. »Nicht ganz einfach«. Sven grinst wissend. »Aber ich stehe auf Wheelies, und dank des steilen Gabelwinkels und hohem Schwerpunkt steigt die Shovelhead bei jedem Gasdreh.« Na immerhin

»Bei den Choppern der 60er-Jahre wurde nämlich einfach die Gabel verlängert und nicht zusätzlich der Lenkkopf umgeschweißt«, erinnert sich Sven an die Bilder in den frühen Biker-Magazinen und referiert weiter: »US-Shops wie AEE begannen irgendwann damit und erst Ende der 70er-Jahre entwickelte Tolle Dehnisch aus Stockholm seine Geheimwaffe, die Gabelbrücken mit zusätzlichem Rake, meist so um 7°.« Die Member von Svens Club hatten damals jedenfalls alle jede Menge Platz zwischen Motor und Asphalt.

Harley-Davidson – What you see is what you get

Little Sven begann also, auf Basis eines Paughco-Rahmens und eines Big-Bore-Shovelhead-Motors mit 1450 ccm seine Hommage an die Gründerväter des Clubs zu bauen. »Mit dem Late-Shovel-V2 ist das Bike keine exakte Kopie der 1968er-Bikes, den gab es erst ab 1969. Aber hey, was soll‘s«, zeigt Sven auf den Motor. Er fand eine 10-inch-over-Gabel und einen alten Peanut-Tank. »Der gleiche, wie er an Peter Fondas Filmbike in Easy Rider verbaut war«, freut sich der 52-Jährige.

Notbremse für den Beifahrer: Das Zündschloss ist ins Polster der Stufensitzbank integriert

Auch die »King & Queen«-Sitzbank mit integriertem Zündschloss ist ein Originalteil aus den Siebzigerjahren. Sven grinst: »Die Notbremse für den Beifahrer.« Gerade die Tatsache, dass sie ein wenig dünner gepolstert ist als die Plüschsofas der alten Sofia Hogs gibt dem Bike eine ausgewogene Linie. Die Lackierung hat »Little Sven« übrigens selbst gemacht – so wie die Jungs damals auch.

Lollipop Candy

Er hat im Ausverkauf eines AutozubehörHändlers mehrere 40 Jahre alte Sprühdosen mit der Farbbezeichnung »Lollipop Candy« gefunden. Das passte. »Die Farbe ließ sich noch verarbeiten, auch wenn beim Abreißen des Maskierbands keine gerade Kante, sondern ein Zickzack zu sehen war.« Sven war mit dem Ergebnis höchst zufrieden. Denn damals waren die Lackierungen auch alles andere als perfekt …

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DM 1/26

 

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CB 1/26



Technische Daten
Modell Paughco-Harley-Davidson FLH
Baujahr 1968

Motor
Typ V-Zweizylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler
Hubraum 1447 ccm
Bohrung x Hub 90 x 102 mm
Nockenwelle Andrews B
Vergaser S&S Super B
Auspuff Eigenbau
Primärtrieb 1 1/2“ Belt
Getriebe Viergang
Sekundärtrieb Kette
Leistung 66 PS bei 5500/min
Drehmoment 100 Nm bei 3400/min
Vmax 170 km/h
Fahrwerk
Rahmen Paughco-Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Rake 35°, starres Rahmenheck
Gabel Showa, Santee-Brücken
Räder vorne 3.00-21, hinten Invader mit 5.00-16
Bremsen vorne ohne, hinten H-D-Trommel
Zubehör
Tank Peanut
Öltank Santee
Lenker Eigenbau
Sitz Gary Leatherman
Fußrasten H-D
Scheinwerfer Detroit Searchlight
Rücklicht Bullet Light/Eigenbau
Fender Wassell
Metrie
Leergewicht 285 kg
Radstand 1640 mm

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Fotos: Siwer Ohlsson
Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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