Text:

|

Fotos: Dirk Mangartz | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

|


Moto Guzzi Speedbike – Pro Street

Anzeige
NOX 2026

Tief, lang und an der Ampel nicht zu schlagen. Mit diesen klaren Vorgaben entstand ein cleanes Speedbike auf Moto Guzzi-Basis.

»Es muss nicht immer eine V-Rod sein«, philosophiert Ingo Pape, Chef von Mandello Cycles in Bremervörde, und blickt über sein Projekt, eine zum Dragbike umgebaute Moto Guzzi. »Ich wollte das Bike möglichst flach am Boden haben, dazu eine klare Linienführung und einen druckvollen Motor«, verrät der Norddeutsche die Aufgabenstellung hinter dem außergewöhnlichen Italobike.

California-Schwinge

Zunächst versah Ingo den Rahmen einer alten 850 T mit einer 7°-Reckung am Lenkkopf, er modifizierte die Schwingenaufnahme, schuf die Basis für einen seitlich versetzten Motor und konnte so mit einer California-Evo-Schwinge Platz für einen 180er-Reifen schaffen. »Das V11-Hinterrad hat nur drei Millimeter Spurversatz.«

Neben Harleys V2 gibt es nur wenige wirklich traditionelle Motorradmotoren mit Kultcharakter. Der in seinem Grundlayout Ende der Sechziger konstruierte Guzzi-Twin ist so ein Aggregat. Wer es hört, spürt, fährt, der weiß, wovon die Rede ist

Vorne verbaute der Guzzi-Spezialist die USD-Gabel samt Vorderrad aus einer Ducati 900 SS. Bei den Bremsscheiben entschied er sich für 320-Millimeter-Klöpper aus dem Hause Lucas.

Optimierter Motor

Ein optimierter 1000-cm³-V2 aus einer Guzzi 1000 S soll die Startflagge zum Beben bringen. Eine Drehmoment-Nocke, sauber abgestimmte 36er-Dell’Orto-Vergaser und weitere Feinarbeit an der Mechanik erlauben blitzschnelles Hochdrehen.

Anzeige
CB 4/26
Kein Motormanagement: Hier saugen und husten noch klassische Rundschieber-Vergaser von Dell‘Orto

Passend dazu lässt eine Kombination aus V11-Krümmern und Borla-Schalldämpfern die Wände wackeln. Dazu Ingo: »Mit der kürzeren Übersetzung und den 17-Zoll-Rädern, die den Motor nochmals höher drehen lassen, ist die Beschleunigung immens.«

Heckfender aus Aluminium

Viele mit Akribie hergestellte Details vervollständigen das Pro-Street-Bike. Der federleichte Heckfender etwa wurde eigens aus Aluminium gegossen.

Lampenhalter mit Stil

Filigrane Lampenhalter und eine feingliedrige Fußrastenanlage drücken das Gewicht und sorgen für eine aufgeräumte Optik. Diese erreicht Ingo zusätzlich durch eine Ton-in-Ton-Lackierung in mattem Silber.

Einzigartiger Umbau

Stolz blickt Ingo über den flachen 1100-Sport-Tank: »So etwas hat noch keiner aus einer Guzzi gemacht.«

Info | mandello-cycles.de

Technische Daten
Modell Moto Guzzi 850 T
Baujahr 1975

Motor
Typ V-Zweizylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler
Hubraum 948 ccm
Bohrung x Hub 88 x 78 mm
Nockenwelle Mandello Cycles Drehmoment
Vergaser 36 Dell‘Orto
Luftfiter offene Trichter
Auspuff V11 Sport/Borla
Getriebe Fünfgang
Schwungmasse reduziert
Sekundärtrieb Kardan, kurz übersetzt
Leistung 71 PS bei 6800/min
Drehmoment 100 Nm bei 5700/min
Vmax 190 km/h
Fahrwerk
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, 7° gereckter Lenkkopf, Schwingenaufnahme geändert
Gabel Showa-USD Ducati 900 SS
Schwinge California EV
Federbeine Koni
Räder vorne Ducati 900 SS 3,5 x 17“, mit 120/70-17, hinten V11 Sport 5,5 x 17“ mit 180/55-17
Bremsen vorne Lucas-320 mm-Doppelscheibe mit Brembo-Vierkolben-Zangen, hinten V11-Scheibe
Zubehör
Tank 1100 Sport modif.
Heck Aluminium gegossen
Schutzbleche Mandello Cycles
Lenker Dragbar 1“
Blinker Verkleidungsblinker
Fußrasten Mandello Cycles VA
Rücklicht LED
Instrumente Veglia-Drehzahlmesser
Metrie
Leergewicht 210 kg
Radstand 1630 mm
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x