Es waren die Sonntagsaufahrten mit dem Vater, die ihn geprägt haben. Bis heute ist der Kustomizerkurt in der Umbauszene tief verwurzelt
Das Bild mit meinem abgeschnittenen Grunge-Hemd und den zeitgenössischen Nikes ist ziemlich genau 30 Jahre alt. Euer Heft hieß noch Bikers live!, als ich für Ausgabe 10-93 mit meiner Shovel stolz auf dem Holzstapel posierte. Seitdem ist viel passiert, aber die Leidenschaft für Motorräder, speziell umgebaute, und hier wieder speziell für Chopper, ist stets geblieben.
Eine klassische Karriere
Der Weg zu dieser Passion unterscheidet sich wahrscheinlich kaum von anderen, eine klassische Karriere mit Hercules, Zündapp, Yamaha SR 500 und XS 650 war das. Immerhin konnte ich aber schon mit 20 Jahren meine erste Shovel – starr und mit Wishbone-Rahmen – mein Eigen nennen. Und dann war da noch etwa, was mich sehr geprägt hat.

Auch meinem leider viel zu früh verstorbenen Vater hatten es die Zweiräder angetan, vorzugsweise NSU, Horex und BMW. Die sonntäglichen Ausfahrten als Sozius-Steppke sind unvergessen. Und dann war ich 12, 13 Jahre alt, als der »Red Sun Rider MC«, den es schon lange nicht mehr gibt, in unserer Straße seine Stammkneipe hatte.
Die Begeisterung für Chopper
Davor standen die ersten umgebauten AME-Chopper. Und wenn dann noch der Ghost Angels MC aus dem Regensburger Raum zu Gast war, mischten sich viele BMWs dazu. Ich war begeistert von den T-Lenkern und Maltesterspiegeln.
Ende der Siebziger
Das Übrige taten die Poster an den Wänden des Zimmers, das ich mit meinem älteren Bruder bewohnte – darauf Sweet, Suzi Quattro, KiSS und Alice Cooper – alle auf zeitgenössischen Choppern. Irgendwas ist in dieser Zeit mit mir passiert. Auch als ich immer wieder am Fenster klebte, wenn der amerikanische GI mit seiner schwarzen Ironhead-Sportster samt verlängerter Gabel und Dragpipes mal wieder durch die Straße fuhr. Gelegentlich hat man diesen Bock auch mit damals grünem seitlichen Kennzeichen lässig auf dem Seitenständer lehnend in der City vor einem Cafe stehen sehen, ich fand’s so geil! Es war Ende der Siebziger.
Der Kustomizerkurt und seine Gemeinschaft
Tja, und schließlich führte der Spaß am Motorrad, am Fahren und dem ganzen Drumrum dazu, dass ich als Zweiradmechanikermeister auch beruflich in dem Genre hängengeblieben bin. Und letzlich fährt und schraubt man nicht gerne alleine und so bin ich seit 1987 – glaube ich, denn so genau weiß ich es gar nicht mehr – Mitglied bei den Customizers East, einem der älteren Schrauberclubs in Deutschland. Wir hatten 2022 unser 40-jähriges. Und ich darf nebenbei ab und zu mal für euer Magazin schreiben, was auch eine echte Ehre für mich ist. Dazu führe ich seit Jahren einen Blog im Internet.
Still alive
So sind wir zusammen älter geworden und klar, es ist heute mit Anfang 60 anders als mit 20. Aber als ich neulich Mittwochabend bei herrlichem Wetter mit meiner Mühle von unserem Stammtisch heimgefahren bin, da habe ich es deutlich gespürt – die Passion, sie ist still alive!





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