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Delta Parts Dez. 2025

Yamaha XS 650 – Alltagsbike für Kleines Geld

Yamaha XS 650 – Wenn drei das gleiche tun, muss es noch lange nicht dasselbe sein – und auch nicht das gleiche kosten.

Es begann einst in Faak, beim größten Harley-Treffen Europas. Eberhart, Herbert und Reiner waren berufsbedingt vor Ort, kamen aber leider nur gelegentlich in den Genuss, zweirädrig die Gegend zu erkunden.

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Wunderlich "Beiträge"
Rund kann jeder, aber diese Tachohalterung verlangte schon nach etwas größerem Können

Daran war aber nicht – wie man auf den ersten Blick denken könnte – die fehlende Zeit, sondern das fehlende eigene Bike schuld. Und damit sich diese Situation im Folgejahr nicht wiederholen konnte, fassten die drei einen Entschluss: »Irgendwann sie in Faak mit dem eigenen Bike aufkreuzen. Alt und individuell sollte es sein, natürlich auch nicht allzu viel kosten.«

Die Yamaha XS 650 lief seit Jahren nicht mehr

Die Sporty vom Reiner war bereits bekannt, er hatte mit ihr unseren Custombike-Wettbewerb gewonnen. Herbert wählte für sein Vorhaben eine Yamaha XS 650, Baujahr 1978. Diese führte damals ein schnödes Dasein, denn sie stand bereits seit zehn Jahren abgemeldet auf dem Söller einer Schreinerwerkstatt.

Folgemaßnahme: Ist der Lenker zu dick, müssen die Riser selbst geschnitzt werden

Das Teil befand sich nahezu im Originalzustand, lediglich der E-Starter war schon raus, sodass zum Anlassen nur noch der Kicker vorhanden war. Das passte absolut zu Herberts Vorstellungen von einem minimalisierten Bike. Sogar die Anzahl der Sitzplätze war von Anfang an mit nur einem vorgegeben.

Ran an den Rahmen

Dieser wiederum sollte ein Schwingsattel sein, und der Heckfender sollte mitschwingen. Zum Erreichen dieser Vorstellung musste zwangsläufig am Rahmen Hand angelegt werden.

Herbert wollte keine Schalter von der Stange, sondern an der Stange

Der gesamte hintere Teil inklusive der Federbeinaufnahmen fiel der Flex zum Opfer. Ein handgedengeltes Blech füllte die Lücke und ermöglichte die Aufnahme von Sattel und Stoßdämpfern. Für den tieferen Sitz wurde die Schwinge um ein gutes Stück verlängert.

Mitschwingendes Schutzblech

Da die alte Kette sowieso fratze war, wurde direkt eine längere geordert, deren Kosten unter »Reparatur« abgelegt werden konnten. Das nun mitschwingende ehemalige Ural-Schutzblech bekam trotz Innenverlegung der Rücklichtzuleitung einen besonders knappen Sitz über dem Reifen verpasst.

Gastgeschenk: Der Heckfender stammt ursprünglich von einer Ural

Und der ist jetzt so minimal dimensioniert, dass die komplette Einheit beim Spannen der Kette mit versetzt werden muss. Dieserhalb und desterwegen ist die Halterung nicht direkt an die Schwinge geschraubt, sondern geklemmt.

Yamaha XS 650 mit Frästeilen

Bei den weiteren Modifikationen kam Herbert sein Beruf zugute – er kann nämlich prima CNC-Fräsen. Somit war es für ihn sozusagen eine Kleinigkeit, eigens geschriebene Fräsprogramme ablaufen zu lassen.

jerky = ruckhaft: Wer die XS 650 kennt, weiß, was eine Rüttelplatte ist

Zwei Glanzstücke (nicht, weil sie poliert sind) sind zum einen das Tachogehäuse mit Kontroll-LEDs und verdeckter Kabelführung und zum anderen der Lampenhalter mit integriertem Bremsverteiler. Dabei stellte bei Letzterem die Herstellung der eigentlichen Form noch keine so große Anforderung dar.

Löcher über Löcher

Mit einem 20 cm langen 3 mm-Bohrer wurde von der Seite her, durch das Befestigungsloch, die Innenverteilung gebohrt. Um das System abzudichten, folgte ein M4er Gewinde, welches mit zwei Madenschrauben und Loctite verschlossen wurde. Anschließend folgten drei weitere Löcher, die sich mit der 3-mm-Stechbohrung trafen – für die Anschlüsse mit dem entsprechenden M10er Gewinde.

Dieser Schwingsattel verdient seinen Namen nicht wirklich, hat aber einge-baute Schwinggummis

Da er sich den Lenker aus einem 26 mm-Rohr selbst bog, konnte er nicht auf zölliges Zubehör aus dem eigenen Hause zurückgreifen, sondern musste auch an den Risern, den 22 mm-Armaturen und dem Tachogehäuse selbst Hand anlegen. Letzteres bekam das Design einer Hutmutter verpasst, da sich diese zuhauf am Bike befinden.

Yamaha XS 650 – auf nach Faak

Auf den Riserabdeckungen und diversen Deckeln brachte die Fräse dann noch Herberts Initialen als Logo auf. Insgesamt war er dann auch wesentlich früher mit der Karre fertig als Reiner. Egal – der hat es ja bekanntlich auch geschafft, und so konnten sie in Faak jede Menge Kilometer abreißen.

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CB 6/25



Modell Yamaha XS 650
Bauhaus 1978
Besitzer/Erbauer Herbert Niehues

Motor
Typ Zweizylinder-Viertakt, ohc-Zweiventiler
Hubraum 653 ccm
Bohrung x Hub 75 x 74 mm
Luftfilter Zubehör
Auspuff Tapered
Sekundärantrieb Kette
Getriebe Fünfgang
Leistung 51 PS bei 7200/min
Drehmoment 54 Nm bei 6800/min
Vmax 170 km/h
Fahrwerk
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, modifiziertes Rahmenheck
Schwinge verlängert
Stoßdämpfer Koni
Räder vorn Hochschulterfelgen 1,85 x 19“mit 100/90-19, hinten Hochschulterfelgen 3 x 18“ mit 130/90-18
Bremsen vorn Scheibenbremse, hinten Trommel
Zubehör
Lenker 26mm-Rohr, selbst gebogen
Lenkerhalter Eigenbau
Sitz Schwingsattel
Tank Yamaha
Schutzbleche vorn Zubehör-Fender, hinten modifizierter Ural-Fender
Fußrasten Eigenbau/Thunderbike V-Tech
Lampe 4,5“ Bates-Style
Rücklicht Sharknose
Blinker Ochsenaugen
Sonstiges Mini-Tacho Elektra im Eigenbaugehäuse
Metrie
Leergewicht 195 kg
Radstand 1440 mm

Beitrag veröffentlicht

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Fotos: Lothar Steinmetz
Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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