Zugegeben, Dragstyle ist schon ziemlich Neunziger. Aber selbst damals hat den Stil kaum einer an einer Kawasaki VN 800 verwirklicht
Die gestreckte, aggressive Linie, der flache Lenker, eine gewisse Prolligkeit: Marcus Walz gilt bis heute als Erfinder des Dragstyle, und auch Roy Willemsen nennt den Deutschen, als wir nach seiner Inspiration fragen. Wie Walz wollte der Niederländer einen Harley-Motor verbauen, verwarf die Idee vom Sportster-Aggregat aber aus finanziellen Gründen schnell wieder.
Der Rahmen entstand zunächst als 3D-Version
Auf dem Schrottplatz findet er für wenig Geld den Motor einer Kawasaki VN 800, immerhin auch ein V2, »und mit gutem Klang«, gekauft. Das eigentliche Projekt beginnt mit dem Zeichnen des Rahmens mittels der 3D-Software Solidworks, mit der Roy im Berufsleben gut vertraut ist.

Für den Bau des Rahmens fertigt er eine Schweißmatritze an, das eigentliche Chassis wird aus mehreren Stahlplatten und selbstgebogenen Rohren zusammengeschweißt. Der Clou: Das Kühlwasser fließt durch den Rahmen, in den der Einfülldeckel integriert ist.
Kawasaki VN 800 mit Yamaha-Gabel
Die Gabel stammt von einer Yamaha R1, Roy kaufte sie inklusive Bremsen und einem Satz Räder. Leicht abgesenkt und mit einem selbst entworfenen Alu-Brückensatz entsteht die bekannte Dragstyle-Optik. Sitzbank, Tank und Kotflügel baut Roy mit Hilfe eines Englischen Rades selbst.

Auch der Auspuff mit seinen zahlreichen Bögen ist ein Eigenbau, allerdings nicht besonders laut, erzählt uns der Mann, der eine legale Straßenzulassung fest im Blick hatte. Die gab es übrigens nach mehreren Anläufen dann auch.






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