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Fotos: Lothar Steinmetz | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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HPU DragStyle – Eigenart

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CB 6/26

HPU hatte bei der Entwicklung seines Dragstyle-Rahmens sicher ein ganz anderes Endprodukt vor Augen, als in diesem Fall herausgekommen ist.

Immer wieder denken sich professionelle Customizer Kreationen auf Basis von eigens entwickelten Rahmen aus. Dabei gehen sie im Normalfall – jedenfalls in good old Germany – soweit und lassen diese Rohrkonstruktionen auch vom TÜV absegnen. Natürlich präsentieren sie ihre Modelle der Öffentlichkeit dabei in einem ihrem Schönheitsideal entsprungenen Gesamtkonzept.

Zweites Leben für den S&S-Twin

Die dann an Kunden vertriebenen Fahrzeuge weichen dabei meistens nur in Nuancen, wie z. B. Raddesign oder Lackierung, ab. Auch Dirk gefiel der Dragstyle von HPU. Er sollte einem in seiner Werkstatt befindlichen S&S-Motor zu neuen Laufleistungen verhelfen.

Klangbild: Dank Edelstahleinsätzen entstand ein absolut individueller Sound

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Eines Abends saß er mit einem Freund zusammen und erzählte ihm von seinem Vorhaben. Anstelle eines großen Staunens kam von seinem Gegenüber: »Hey Dirk, mach doch mal was ganz Neues«. Leicht gesagt. Also fingen die Hirnwindungen an zu rauchen. Rahmen und Motor waren nun einmal da und somit die Basis vorgegeben.

Schwingsattel in der Sitzmulde

Die erste gravierende Änderung bestand darin, die tiefe Sitzmulde nicht zu nutzen und völlig untypisch mit einem Schwingsattel zu bestücken. Genau mit diesem Entschluss nahm der Umbauwahn seinen Lauf. Tief musste es trotz alledem werden, ließ sich aber nun nur noch über die Stoßdämpfer verwirklichen.

Anfangs nur zu Showzwecken montiert, leistet der Lenkungsdämpfer gute Dienste

Diese Maßnahme wiederum bewirkte, dass der Zahnriemen am Rahmen schliff. Eine Eigenbaukonstruktion mit einer Spannrolle, wie sie auch im Primärkasten Verwendung findet, bildete die Lösung für einen reibungslosen Umweg. Dadurch wurde leider der Plan, mit Fenderstruts einen Beifahrersitz zu installieren, im Keim erstickt, da die Haltepunkte bereits umleitungsbedingt verwendet worden waren.

Der Sinn von alten Feuerlöschern

Die nächste Denksportaufgabe bestand darin, einen geeigneten Platz für die Elektrik zu finden. Der von HPU dafür vorgesehene Platz ist nämlich in der Sitzmulde, die bei diesem Projekt aber bekanntermaßen vollen Einblick gewährt. Bei seinen schrauberischen Tätigkeiten stolperte Dirk gewissermaßen über die Lösung in Form eines alten Feuerlöschers, der in seiner Werkstatt rumlag.

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Wildente: Dirk schraubte eine Lampe vom Citroen 2CV an sein Bike

Vor der Funktionsübernahme galt es aber, vernünftige Aufnahmen für die Elektrikkomponenten zu schaffen, denn einfach reinpropfen kam nicht infrage. Um dieses Konzept optisch vernünftig am Rahmen zu befestigen, wurden Aufnahmen an selbigem geschweißt.

Die richtige Lenkerwahl

Auch beim Lenker ging Dirk eigene Wege, denn bei Verwendung einer rahmentypischen Dragbar saß er auf dem Bike wie ein Klappmesser. Bei Volleinschlag befand sich eine Hand sogar in der Luft.

Unberührt: Eine Rolle verhindert den Kontakt des Belt mit dem Rahmen

Deshalb steckten diverse Lenker in der Lenkerklemmung, bis sich endlich der Richtige behauptete. Bei so viel Normabweichung wundert es nicht, dass nun auch diverse alte Parts einen Platz bekamen. Zu nennen ist hier primär der Sportster-Tank, und selbst die Ochsenaugen stammen von einem Oldtimermarkt.

Ein glücklicher Zufall

Zwar original verpackt, aber olivgrün lackiert. Und wo wir gerade bei Farbe sind, die Kosten des Airbrush hielten sich durch einen glücklichen Zufall in Grenzen.

Zweckentfremdet: in einem Feuerlöscher fand die Elektrik ihr Zuhause

Auf einem Event in Iserlohn gewann ein hier nicht näher spezifizierter Besucher eine Lackierung von Kruse im Wert von 2000 Euro. Da dieser Jemand gerade mal ein Fahrrad besaß, war der Gewinn für ihn eigentlich wertlos und er wollte ihn unters Volk bringen. Dirk nutzte die Gelegenheit und erwarb die Airbrushrechte für ein Viertel des Preises.

Echtes Einzelstück

Glück muss man eben haben. Mit dem Endergebnis ist auch Dirks Kollege höchst zufrieden, denn so ein Teil gibt es nun wirklich kein zweites Mal.

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Technische Daten
Modell S&S/HPU Drag Style
Baujahr 2004
Besitzer/Erbauer Dirk Struzynski

Motor
Typ S&S V2-Zweizylinder-Viertaktmotor, ohv-Zweiventiler
Hubraum 1573 ccm
Bohrung x Hub 92,1 x 117,4 mm
Nockenwelle Andrews
Vergaser S&S
Luftfilter S&S
Kupplung Primo
Sekundärantrieb Belt
Auspuff 2-in-2 Eigenbau
Leistung 90 PS bei 5600/min
Drehmoment 130 Nm bei 4000/min
Vmax 200 km/h
Fahrwerk
Rahmen HPU DragStyle-Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Schwinge HPU
Gabelbrücken RST mit Lenkungsdämpfer
Tauchrohre HPU
Standrohre RST
Räder vorne 4 x 18” 80-Speichenfelge mit 130/60-18, hinten 8 x 18” 80-Speichefelge mit 240/40-18
Bremsen vorne 2 RST-Scheiben mit PM-Vierkolbenbremssattel, hinten RST-Scheiben mit PM-Vierkolbenbremssattel
Zubehör
Lenker V-Team
Sitzbank Eigenbau
Tank Sportster-Tank
Fender Eigenbau
Fußrasten HPU
Lampe Scheinwerfer Citroen 2CV
Rücklicht LED-Minirücklicht
Blinker Ochsenaugen
Elektrik Eigenbau
Metrie
Leergewicht 320 kg
Radstand 1670 mm
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