Manchmal reicht es nicht aus, Parts aus der ganzen Republik zu bestellen. Bei dieser Honda VTX 1300 musste für Änderungen sogar das ganze Bike zu den Fachleuten gebracht werden.
Alex fährt seit jeher Honda. Begonnen hat alles mit einer Reiseenduro Namens Dominator, gefolgt von einer 600er Hornet. Mit der Zeit erkannte er, dass er irgendwann im Graben landen oder sein Geld nur noch für Knöllchen ausgeben wird.
Honda VTX auf Abspeckkur
Als passender Kompromiss sollte diesmal ein Chopper für die Ausschüttung der Glückshormone sorgen. Und wieder musste es eine Honda sein. Nicht etwa, weil die Marke so zuverlässig ist oder so tolle Motorräder baut. Nein, es ist wegen dem Händler um die Ecke.

Wenn also mal ein Problem auftauchen sollte, kann er das Motorrad sogar dahin schieben. So entschied er sich diesmal für eine VTX 1300, die ihm aber optisch gar nicht so richtig gefiel. Von Anfang an war ihm klar, dass hier stark abgespeckt werden musste.
Kein Customizer vor der Tür
Nur mit Customizing hatte der naheliegende Vertragshändler so gar nichts am Hut. Daher war Alex gezwungen, seine Sichtweise über die Tore Dachaus hinaus auszudehnen. 100 Kilometer weiter fand er in Thannhausen H&B, die sich keiner Marke gegenüber verschließen. Sie betrachteten es sogar als Herausforderung, da bis dato noch keine VTX in ihren Händen gelandet war.

Im ersten Anlauf entsorgten sie erstmal die wulstigen Schutzbleche und ersetzten sie durch wesentlich knappere Exponate. Dabei bedurfte der Heckfender natürlich extremer Anpassungsarbeiten, da es für die Honda keinerlei maßgeschneidertes Zubehör in dieser Richtung gibt. Falcon sei Dank, gab es zumindest einen Auspuff mit EG-Zulassung, der diesen Umbauabschnitt komplettierte.
Dritter Riser für die Strippen
Kurz danach ging’s 650 Kilometer weit auf den eigenen zwei Reifen rauf ins Ruhrgebiet. Aber nicht zum Spaß, sondern um mit einem alten Freund einen anderen Lenker zu montieren. Und wo man schon mal dran war, wurden auch mal eben die Bedieneinheiten ausgetauscht und alle Kabel im Lenker versteckt. Ein besonderes Schmankerl hierbei ist der dritte Riser, der die Strippen unsichtbar bis unter die Gabelbrücke bringt.

Nach dieser Aktion folgte die große Tour runter bis nach Italien. Schon ein Jahr später bekamen die Thannhäuser neue Aufträge. Die Reifen sollten doch etwas größer ausfallen. Alex’ Frau Susi hatte besonders hinten die Breite bemängelt.

Ja und als guter Ehemann erfüllt man die Wünsche der Frau natürlich umgehend. Wegen Belassung der Speichen war die seitliche Ausdehnung relativ leicht zu realisieren. Lediglich die Schwinge setzte klar ihre Grenzen, aber ein Versatz von neun Millimetern ist noch gut fahrbar.
Gute Belüftung
Nicht wegen der Leistung, sondern wegen der Optik wurde der originale Luftfilter gegen einen Hypercharger getauscht. Und damit die Gemischaufbereitung wieder stimmt, kamen größere Düsen in den Vergaser. Das macht sich aber nicht nur mit mehr Power, sondern auch mit höherem Verbrauch bemerkbar.

Schließlich schickte Alex das komplette Bike mit dem Transportunternehmen Bayerwald nach Essen, wo die vorläufig letzten Modifikationen ausgeführt werden sollten. An erster Stelle stand diesmal die Tankmodifikation: Das Dashboard sollte verschwinden und der Tank hinten verlängert und an den Sitz angepasst werden. Weitere 45 Kilometer entfernt wurden bei Thunderbike die metallischen Wünsche am stehenden Bike in die Tat umgesetzt.
Minimal-Elektrik für die Honda VTX
Wiederum 80 Kilometer entfernt verpasste Ingo Kruse dem Bike seine unverkennbare Handschrift. In der Garage in Essen, wo das Mopped doch die meiste Zeit stand, wurde die Elektrik auf Vordermann gebracht. Nicht zuletzt dadurch bedingt, dass als neue Instrumentarien die Miniteile von motogadget zum Einsatz kamen.

Dann verlor auch noch das Schlusslicht wegen den neuen Kellermännern seine Existenzberechtigung und das Nummernschild kann sich jetzt mit einer eigenen Beleuchtung vergnügen. Abgeholt zurück ins heimatliche Dachau hat Alex das Bike schließlich im Mai 2009 in einem geliehenen Transporter eines Nachbarn. Seine erste Moppettour führte ihn in die Schweiz zu einem VTX-Treffen. Dort bekam er prompt die Quitung für seinen Umbauwahn: Den Pokal für die schönste 1300er.














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