»Eigentlich wollte ich nur den Heckfender ändern …«, Tom hat sich beim Umbau seiner Honda VT600 Shadow natürlich verschätzt.
Es war wie so oft, auf das »eigentlich« folgte ein »aber«, und damit nahm eine nicht ganz alltägliche Umbaugeschichte ihren Lauf. Seine Honda VT 600 besaß Tom schon länger, der Wunsch nach mehr Individualität kam irgendwann dazu. Also erst mal Informationen sammeln und sich im Internet mit anderen Angefressenen austauschen. Auf diesem Weg fand Tom schließlich den Weg von Mannheim nach Bammental in Tom’s Custom Bike Shop.
Mitschwingendes Heck Pflicht
Angedacht war da zunächst eine Änderung des Heckfenders, bedingt durch eine 6 x 17“-Felge, die Tom in seiner Shadow sehen wollte. Das Heck mitschwingend und natürlich mit einem Solositz versehen. Doch genau damit entwickelte der geplante Umbau seine kreative Eigendynamik. Die Felge hatte Schrauberkollege Uwe, genannt »Schraubfix«, schnell umgespeicht und der Heckfender mit Shotgun-Rücklicht und Sissybar war recht zügig montiert.

Die originalen Struts am Rahmendreieck abgesägt, auch das ging flott. Aber richtig zufrieden wurden die Jungs nicht. Also machte sich Werkstattinhaber Tom mit Fotos und Ideen, wie man das Rahmendreieck richtig clean bekommen könnte, auf den Weg zum TÜV, um mit den Sachverständigen zu klären, wie weit man gehen könnte. Der TÜV gab grünes Licht und das Rahmendreieck wurde sauber umgeschweißt und neu gestaltet.
Honda mit Details
Besitzer Tom wollte aber auch das zentrale Federbein freilegen, um eine einzigartige Optik zu erreichen. Dementsprechend mussten der Kühlwasserausgleichsbehälter und die Batterie weichen, sowie die Elektrik komplett umgestrickt und neu platziert werden. Ein neuer Batteriekasten wurde angefertigt und die Batterie samt Regler fand ihren Platz nun unter der Schwinge. Fehlte noch die Blackbox für die Minitaster, denn neue Armaturen sollten die alten ersetzen.

Fast jede freie Minute nach Feierabend verbrachte Tom nun unter Anleitung vom großen Tom und Uwe in der Werkstatt, Samstage und Sonntage inklusive, auch auf Feiertage wurde keine Rücksicht genommen. Selbst ist der Mann, und Tom lernte schnell und viel. Die breite Gabelbrücke, die vorher an der Shadow montiert war, wurde durch eine schmalere mit 5° Reckung ersetzt. Der Motor sollte geschwärzt werden.
Kopfzerbrechen bei den Armaturen
Im Zuge des Ausbaus ergab sich die Möglichkeit, auch gleich den Rahmen mattschwarz pulvern zu lassen. Beim Zusammenbau fand der Kodlin-Ape den Weg an die Gabelbrücke, den Scheinwerfer stützt ein selbstgefertigter Lampenhalter. Die neuen Armaturen bereiteten dafür Kopfzerbrechen. Der Handbremskolben war nicht kompatibel zur Bremszange und ohne Bremsleistung hätte man Tom auf keinen Fall aus der Werkstatt lassen können.

Also auf zur Internet-Suche, diesmal nach Armaturen aus den Staaten. Arlen Ness hatte zum Glück die richtigen, und die passten auch optisch hervorragend. Die notwendigen Betriebsparameter werden nun durch eine kleine Einheit von Motogadget angezeigt. Das Anschließen bescherte Besitzer Tom weitere Lehrstunden in Sachen Elektrik und Lesen von Schaltplänen.
Tank mit Volumenplus
Ein großes Spritfass sorgt für angemessene Reichweite auf Touren, 400 Kilometer und mehr sind möglich, da der originale Tank durch einen Volumenstretch entsprechend mehr Treibstoff fasst. Damit Tom sich entsprechend setzen kann, fertigte der andere Tom eine Sitzpfanne an, die Crazy G mit einer punzierten Lederoberfläche versah. Den Vortrieb besorgt nach wie vor das originale 600er Triebwerk, das durch einen Hypercharger etwas mehr Luft aufnehmen darf.

Ausgeatmet wird durch selbstgefertigte V2A-Krümmer, die mit Thermoband gewickelt wurden, und eine abgeänderte Silvertail-Auspuffanlage, für die Tom selbst die Endstücke drehte. Ausreichende Verzögerung besorgt die ebenfalls originale Bremsanlage, die jetzt über ein geändertes Bremsgestänge und neu gefertigte Bremsanker bedient wird. Nachdem die zahlreichen technischen Umbaumaßnahmen abgeschlossen waren, schlug irgendwann im Sommer letzten Jahres die Stunde der Wahrheit. Der große Tom nahm dem kleinen Tom die Shadow weg, um sie dem Prüfer zu zeigen.
TÜV mit BRavour
Gezittert hat dabei nur der kleine Tom, denn der große hatte ja vor dem Umbau entsprechend vorgesorgt. TÜV-Abnahme mit Bravour bestanden, ab auf die Straße.















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