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Honda Shadow – Schmale Mittel

Billig wäre ein zu schnödes Wort für diesen Umbau. Dabei stecken in der Honda Shadow nur knapp über 3.000 Euro an Kosten, inklusive Motorrad

Nicht lange her, da gab es auf der Instagram-Seite unseres Magazins mal wieder eine dieser üblichen Diskussionen. Ein User meinte, es genau zu wissen: »Mit genug Kohle und Möglichkeiten kann jeder ein geiles Bike bauen!«
Das sehen wir naturgemäß ganz anders. Zum einen, weil man Geschmack eben nicht kaufen kann, zum anderen, weil wir schon genug Low-Budget-Bikes gezeigt haben, die sich mit teuren Vorbildern messen können, ohne selbst die Kosten zu sprengen.

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Wunderlich "Beiträge"

Der Laie mit der vollen Garage

Und überhaupt, wir gehen davon aus, dass die meisten unserer Leser nicht in Geldspeichern schwimmen und das Budget für den jeweiligen Umbau bei vielen eine gewichtige Rolle spielt. So auch bei Ken aus der Nähe von Magde­burg. Er bezeichnet sich selbst als Laien, das Schrauben als Ausgleich zum Bürojob.
Ein ordentlicher Background ist freilich trotzdem gegeben, »in den letzten 15 Jahren stand die Garage nie leer.«

Scheuklappen gibt’s bei Ken dabei nicht, von der ersten Suzuki – klar, ein Streetfighter mit Reihenvierer – über Aprilia, Kawasaki, Simson und Harley, da war schon einiges dabei, das dem eigenen Anspruch »viel selbst machen und ein bisschen tüfteln« gerecht wurde. Auch an eine Shadow hatte Ken schon mal Hand gelegt, umgebaut wurde sie mit und für einen guten Kumpel. Und weil Kens Sohn mit seinen 17 Jahren kurz vorm großen Lappen steht, war er Feuer und Flamme, als der Vater ein weiteres Shadow-Projekt vorschlug, sozusagen als Aussicht auf einen 18. Geburtstag auf zwei Rädern.

Schon drei Tage später stand das passende Angebot im Internet, nicht lange fackeln, machen!

Honda Shadow IN GUTEM ZUSTAND

An der Shadow weiß Ken einiges zu schätzen, wie die tiefe Sitzposition, die verhältnismäßig hohe Gabel mit dem großen Vorderrad, die Speichenräder, »insgesamt die Linie eben«. Auch zu schätzen wusste er den Kaufpreis. Für faire 2.100 Euro lieferte der Verkäufer das Bike sogar an, mehr geht kaum.
Neben einem guten Originalzustand gab’s sogar noch ein bisschen Zubehör, das wiederum den Weg zum Verkauf ins Internet fand.

Die Erlöse drückten die Umbaukosten nochmals, und andere Schrauber freuten sich über die nicht mehr gebrauchten Teile. Win-Win, da soll noch mal einer sagen, dass Customizing nicht nachhaltig ist. Nachdem Kens Sohn einige unsere alten Heftausgaben gewälzt hatte, setzte er schon mal eine grobe Richtung fest.

Ein bisschen mehr Chrom

Ein bisschen mehr Chrom am Fahrzeug wäre schön, so sollten zum Beispiel die Felgen aufgearbeitet werden. Geklappt hat das nicht ganz, einige Rostmacken und das Budget standen im Weg. Immerhin, die Originalfelgen wurden von den Rostpickeln befreit und anschließend schwarz pulverbschichtet – eine günstige Alternative.

Um das Heck kompakter zu gestalten, wurde der Heckrahmen sowie der Ausleger der hinteren Fußrasten abgeschnitten, die offenen Rahmenrohre mit Deckeln zugeschweißt und eine Strebe zwischen die Rahmenrohre geschweißt.
Die Schweiß­arbeiten erledigte eine Freund, der »mit Bier bestochen wurde«, wie Ken schmunzelt. Aus Blech schneidet er außerdem eine Sitzplatte, die gebogen und angepasst wird.

Honda Shadow mit aufwändigem Heckfender

Gepulvert und mit einem Sattel aus dem Zubehör versehen, geht das für den kleinen Cruiser voll klar. Mehr Arbeit macht für den Laien der Heckfender, gar das größte Problem beim Umbau, wie Ken uns verrät. Der Fender sollte verstellbar sein, dazu trägt er die Blinkerhalterung mit innenliegendem Kabel, die Fenderstruts werden selbst angefertigt. Der Frontfender wird dagegen lediglich gekürzt, tiefer gesetzt und wie vieles andere mehr schwarz gepulvert.

UNSICHTBARER STANDARD

Die Kabelinnenverlegung im neuen Lenker ist fast schon obligatorisch, wie viele andere Kleinarbeiten sieht man sie im Endeffekt nicht wirklich beziehungsweise sie passen sich stimmig in den Umbau ein. So kürzt und biegt Ken zum Beispiel die Spiegelarme, baut eine Blinkerhalterung, passt Seitendeckel ein, verlängert Züge und Leitungen, verbaut einen seitlichen Kennzeichenhalter und verkabelte die entsprechende Beleuchtung. Übrigens, den Clou mit dem Originaltank finden wir gut.

Wo sich andere den Kopf übers passende Spritgefäß zerbrechen, entdeckt Ken seine Freude am originalen Lacksatz. Er tut gut daran, den genau die werden seltener. So erhält ein kleines Budget am Ende ein Stück Kulturgut, in diesem Fall den originalen Tank mit seiner hübschen Zweifarblackierung und dem Shadow-Logo.

XXXXXXXXXX

Ein paar Vorhaben gibt es für die Honda trotzdem noch. Geplant sind eine abnehm­bare Sissybar, eine Vorverlegung der Fuß­rasten und ein etwas basslastigerer Auspuff, natürlich mit Prüfnummer und vor allem bezahlbar.
»Das gesetzte Budget von 3.000 Euro für die Shadow hab ich ja ziemlich gesprengt«, lacht Ken.

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CB 1/26



Technische Daten
Modell Honda VT 600 Shadow
Baujahr 1995
Erbauer Ken Groß

Motor
Typ Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, ohc-Dreiventiler
Hubraum 583 ccm
Bohrung x Hub 75 x 66 mm
Vergaser Keihin original
Auspuff Honda orginal
Getriebe Viergang
Sekundärtrieb Kette
Leistung 39 PS bei 6500/min
Drehmoment 51 Nm bei 6500/min
Vmax 150 km/h
Fahrwerk
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Heckrahmen abgeschnitten, Strebe eingeschweißt
Gabel original Telegabel
Räder original, vo. 2,15 x 19, hi. 3,5 x 15
Reifen Bridgestone Exedra Max, vo. 100/90-19, hi. 170/80-18
Bremsen original, vo. Scheibe, hi. Trommel
Zubehör
Tank original
Sitzbank Zubehör
Lenker Higway Hawk »Anfora 35«
Lenkerhalter Zubehör
Scheinwerfer original
Blinker LED
Rücklicht LED 3-in-1-Kombi
Fender Eigenbau aus Rohling
Fußrasten original, neu gepulvert
Metrie
Leergewicht 200 kg
Radstand 1580 mm

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Fotos: Carsten Heil
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