Wer sich viel vom ersten nimmt, der kann eine Menge vom zweiten sparen. Dass aber auch dann das Budget irgendwann überschritten ist, zeigt diese Honda Shadow.
Schon vor dem Führerschein hatte Jörg ein Auge auf die 600er Honda Shadow geworfen. So war der Traum geboren, zum 18. Geburtstag ein solches Teil sein Eigen zu nennen. Das klappte nicht ganz, aber ein paar Jahre später erfüllte sich der Wunsch. Wegen Eigenheim, Meisterschule und Familie trennten sich bereits nach vier Jahren wieder die Wege.
Umbau im Budget
Aber zwei Jahre später stand erneut eine Honda VT 600 in der neu gebauten Garage. Schon bei der Ersten hatte ihn der Custom-Virus gepackt, Jörg war aber wegen fehlender Zeit nicht so richtig zum Umbauen gekommen. Wegen der finanziellen Umstände stand von Anfang an fest, dass sich der geplante Umbau in Grenzen halten muss.

Der erste Sparfaktor bestand darin, die Karre bis zur Fertigstellung erst gar nicht anzumelden. Des Weiteren stand Eigenleistung auf dem Plan.
Abwarten und Geld sparen
Will man im Internet-Auktionshaus so richtig sparen, kann man nicht immer beim erstbesten Artikel zuschlagen. Teilweise sind mehrere Anläufe erforderlich, um das Teil der Begierde zu ergattern. Jörg nutzte diese Zeit, um Arbeiten zu erledigen, bei denen er nicht auf das Ersteigern angewiesen war.

Hierbei ging es um die Alu-Bearbeitung. Das Rohmaterial konnte er aus der Firma mitnehmen, meist Reststücke vom Schrott. Es war sehr verwunderlich, was da so an Größen weggeworfen wurde.
Der Chef spielt mit
Aber der Chef unterschrieb einen Durchlassschein und segnete die private Verwendung damit ab. Flex und Bohrmaschine waren bei dieser Maßnahme die besten Freunde. Mit einer Millimeter-Scheibe schnitt Jörg die Formen grob aus und brachte sie danach mit der Schleifscheibe richtig in Form.

Bei den Oberflächen fing die Flex mit einem Schleifteller mit 240er-Schmirgelaufsatz an, der Fächerschleifer in der Bohrmaschine komplettierte die Vorarbeiten. Letztere spannte Jörg dann in den Schraubstock und ließ dem Polierset freien Lauf. Einmal in Schwung bekamen auch die modifizierten Brems- und Kupplungsarmaturen den finalen Glanz verpasst.
Viel EIgenleistung
Auf das Edelmetall folgte Chemie in Form von Glasfaser und Kunstharz. Über eBay hatten nämlich inzwischen Highway-Hawk-Schutzbleche den Besitzer gewechselt. Das vordere wurde nur beschnitten, die hintere Einheit zusätzlich auch noch ummodelliert.

Hier war eine Sitzmulde für den Sozius vorgegeben, welche großzügig ausgeschnitten in eine eingeölte Negativform gelegt und auslaminiert wurde. Auch die anhängenden Seitenteile bekamen zugunsten der Optik zusätzliches Material auferlegt, damit später alles aussieht wie aus einem Guss. Der Tank erhielt GfK-Zuwachs in Form einer Verlängerung. Zuvor angeschweißte Stangen gaben die Form vor und sorgten zusätzlich für Halt.
Lenkerminimierung
Im Zuge des Lenkerumbaus wurden die originalen Schaltergehäuse wegrationalisiert. Conrad Electronic ließ schön grüßen und schickte die georderten Einzelkomponenten. Damit realisierte der gelernte Fernsehtechniker die Minimalelektrik samt Steuerung. Inklusive ein paar weiterer Kleinigkeiten waren jetzt die 1000 Euro erreicht, die Karre wurde angemeldet und einen Sommer lang gefahren. Im Laufe der Zeit rückte dann auch etwas Geld nach und schaffte Freiraum für teurere Anschaffungen, die aber – immer noch nach alten Prinzipien – preiswert bleiben mussten. Bei den Rädern und Bremsen hatte Jörg den Erfolg einem anderen Shadow-Fahrer zu verdanken, der bereits Kawasaki-Komponenten in seinem Bike verbaut hatte und ihm somit die nötige Hilfestellung für den Einbau geben konnte.
Ebay, Freund aller Selbstschrauber
Ein konkreter Wunsch steht jedoch noch im Raum: ein kleinerer Tacho. Also wird Jörg irgendwann wieder sagen: 3 – 2 – 1 – meins.

Fazit: Umbaukosten von 1000 Euro sind normalerweise nur der Anfang. Wen einmal der Custom-Virus infiziert hat, der hört hier noch lange nicht auf. Denn es muss ja nicht alles sofort sein.















Welcher Kardan?
Uups, da hat der Redakteur wohl vor dem Eingeben der technischen Daten einen Himbeergeist zuviel gehabt … danke für den Hinweis, ist geändert.