»Wo Zedern auftauchen ist ein Tempel nicht weit«, wissen erfahrene Asien-Reisende. Auch vor der veredelten Honda FT 500 möchte man niederknieen …
Ende der Siebziger Jahre gab es eine Renaissance der großen Einzylinder. Vor allem Yamahas SR 500 kam beim Publikum blendend an, verkörperte sie doch den markigen, einfach aufgebauten Klassiker in Reinkultur. Hondas FT 500 sollte der erfolgreichen SR einen Stich versetzen, doch mit ihrem kantigen Dirttrack-Look konnte sie gegen den Retro-Klassiker mit den gekreuzten Stimmgabeln auf dem Tank nicht viel ausrichten.
Honda FT 500 – Nur drei Jahre Bauzeit
So wurde das Straßenbike mit dem Vierventil-Motor der Enduro XL 500 S ein Flop. Nach nur drei Jahren Bauzeit musste die FT 500 wieder weichen. Ideale Voraussetzungen für Karl und seinen Sohn Thomas, um aus einem Underdog ein individuelles Einzelstück für kleines Geld zu bauen.

„Unsere Grundidee war, zu beweisen, dass mit einem Budget um 2000,- Euro ein echtes Custombike zu realisieren ist. Und außerdem ein Bike zu nehmen, dass nie als besonderes Designerstück galt“, erklärt Karl. Weil das Bike für die Chefin des Hauses aufgebaut werden sollte, standen ganz oben im Lastenheft eine niedrige Sitzposition und ein neutrales Fahrverhalten. Selbstverständlich sollte es darüber hinaus schön, leicht, praktisch und ausgefallen werden.
Kein Protzbike
Durch die kleine Pick up-Ladefläche hinter dem Sitz sollte auch eine Shoppingtour möglich sein: »Aber es sollte auch kein Protzbike werden«, so Karl. Keine leichte Aufgabe, wenn man sich eine originale FT 500 anschaut. Doch die Hofschallers gingen mit frohem Mut und frischen Ideen an die Tat. So liest sich die Teileliste für den Umbau wie das Who is who der Achtziger und Neunziger Jahre.

Schalldämpfer: Yamaha XJ 750, Gabel: Yamaha TZR 125, Räder: MZ 660, Tank: Daelim 125, Bremsen: Aprilia RS 125. Lediglich Motor, Rahmen und Schwinge blieben von der Einzylinder-Honda übrig. Die beiden Bauherren verlängerten den Tank, schweißten die Krümmer aus Altteilen zusammen, machten Lucas-Fußrasten passend und ersetzen Scheinwerfer, Rücklicht sowie Cockpit durch Zubehörteile.
Elegante Lösungen
Den elektronischen Tacho versenkten die Bayern elegant in den Tank, nachdem sie ein Rohr eingeschweißt hatten. Eine unter der Schwinge verschraubte Aluminium-Besteckdose nahm die Elektrik auf. Durch in Stummellenker-Klemmfäusten befestigte Lenkerhalter war es den beiden Bike Buildern möglich, einen weit nach hinten gezogenen Lucas-Lenker zu verbauen und trotzdem eine angenehme Sitzposition zu schaffen. »Jetzt stimmt der Abstand vom Lenker zum Fahrer«.

Als besonderen Gimmick verfügt das umgearbeitete Rahmenheck über Auflagen aus Zedernholz, die als Gepäckbrücke dienen. Auch an anderen Stellen des Bikes – etwa an Auspuff, Tank und Lenkerschaltern – fand das exotische Holzmateriel aus dem Badezimmerbereich Verwendung.
Alles im Budget
Vater und Sohn ist mit dem FT 500-Custombike gelungen, ein ausgefallenes Einzelstück mit einzigartigen Details zu bauen, ohne den Preisrahmen für den Umbau von 2000,- Euro zu sprengen. Wie man das schafft? Karl lacht: »Nun, ein bisschen schrauben mussten wir schon.«
Info | motorrad-hofschaller.de














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