Der erste Umbau ist meist eine billige Nummer. Maiks Honda CM 400 macht da keine Ausnahme und ist doch was Besonderes.
Hand aufs Herz, ihr alten Säcke, was würdet ihr dafür geben, euer erstes Motorrad noch einmal in der Garage zu haben? Tja, heute fahrt ihr Road King oder Intruder oder WildStar, aber auf der Bikerparty sitzt ihr mit den Jungs am Lagerfeuer und bekommt Augenwasser, wenn ihr von eurer ersten Kreidler, Hercules oder Zündapp watercooled berichtet.
Der erste Umbau ist was besonderes
Und heissa, was habt ihr Rückenwind gehabt, als ihr euch endlich Honda CB oder Kawa Z leisten konntet. Das erste Motorrad ist was besonderes, der erste Umbau erst recht. Maik war bei seinem ersten Umbau 19 Jahre alt, und er wusste um die große Bedeutung dieses ersten Mals.

Der Lack an seiner eben umgebauten Honda CM 400 war noch nicht ganz trocken, da war der Virus schon entfacht. Trotz ausgedehnter Erstfahrt ohne Probleme lenkte er das Bike direkt wieder in die Garage. »Vor dem Umbau ist nach dem Umbau«, Maik hatte den Sinn des Schraubens schnell verstanden.
Honda CM 400: Ein bisschen Dragster
»Ich wollte die Form von Chopper, Dragster und Racer mit Hilfe von Metall und Farbe vereinen«, beschreibt der Youngster, der seine Lehre zum Lackierer eins als Jahrgangsbester abgeschlossen hatte. Da Mopped und erster Umbau bereits ordentlich Geld geschluckt hatte, blieb für die zweite Stufe nur ein Minimalbudget und der Weg ins Internet. Die größte Herausforderung war dabei die Suche nach einem passenden Tank.

Maik wollte einen Behälter, der schmaler als der Zylinderkopf bauen sollte und natürlich die richtige Länge und Wölbung für die gedachte Gesamtlinie haben musste. Ein akzeptables Modell kam von einer Suzuki TS, war allerdings für kleines Geld nur verrostet und verbeult wie Sau, sowie ohne Deckel und Benzinhahn zu bekommen.
Schnäppchen-Lenker
So durchlief Maik das komplette Programm: Sandstrahlen, spachteln, grundieren, lackieren, airbrushen und mehrfach mit Klarlack versiegeln … geschafft. Dagegen waren die Alu-Stummellenker ein echtes Schnäppchen und konnten ohne Umwege tiefstmöglich an der Gabel montiert werden. Der gleichen Linie folgt der original Scheinwerfer.

Er ist so tief angebracht, dass der Vorderreifen ihn beim Einfedern nicht abreißt. »Die Miniverkleidung mit den Alustreben habe ich mir bei 50er Jahre Racern abgeguckt«, erklärt Maik die Inspirationen aus einer Zeit, in der er noch lange nicht geboren war. Ähnliches gilt für die Kreuz-Abdeckung der Lampe, »alles Unikate durch Eigenbau«, ist der Youngster stolz.
Neu sortiertes Cockpit
Auch sein Cockpit sortierte Maik komplett neu und verlegte es seitlich dicht an den Motor, Drehzahlmesser links, Tacho rechts. Die Batterie wanderte hinter den Hauptrahmen. Und der Rückspiegel mal flugs an die Achse, damit er die Optik nicht stört.

»Gute Idee, aber völlig unpraktisch«, gibt er immerhin zu. Die Serienverkleidung war da übrigens schon lange Geschichte, sie musste den beidseitigen Eigenbau-Luftfiltern Platz machen, die in Doppelfunktion als Filter und Box für Regler und Sicherungen funktionieren. Am Heckfender verspachtelte Maik alle Öffnungen, um eine glatte Fläche für die gewünschten Airbrush-Flammen zu bekommen.
Honda CM 400 erfolgreich wiederbelebt
Sie züngeln auch auf dem Tank, der Lackierer hat sich wirklich ausgetobt. »Als ich nach dem Umbau den Schlüssel umdrehte, leuchtete alles und sie sprang sofort an. Da ging die Siegerfaust in die Luft«, erklärt Maik seine Gefühle nach erfolgreicher Honda-Wiederbelebung. Bei der anschließenden Ausfahrt gabs viel Applaus von den Kumpels. Und ein Engländer bot gar fünf Riesen für die wilde Eigenkreation. Maik winkte ab: »Wäre ein super Schnitt gewesen, aber nee.
Die Blicke des Prüfers
Mir war es lieber, irgendwann die Blicke eines TÜV-Prüfers zu sehen, wenn ich für mein Bike die Plakette verlange. Unbezahlbar … that’s Rock’n’Roll«












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