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Fotos: Mattias Westfalk | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Honda CB Umbau – Japanese New School

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Als in Japan die Customblüte bgann, hatte Radical MC ein gewichtiges Wort mitzureden. Diese Honda CB 400 F zeigte das gesamte Spektrum der innovativen Japaner.

Einst galt die kleine Bikeschmiede »Radical MC« als stilbildend beim angesagten Japanese New School. Warum es die in der Szene hoch gehandelten Style-Innovatoren heute nicht mehr gibt, weiß keiner so genau. Fest steht, dass »Radical MC« seine Tore für immer schloss, was durchaus bedauerlich ist.

Japaner bauen auch Japaner

Denn im Gegensatz zu den großen japanischen Customizern widmeten sich die New Schooler mit Vorliebe auch Bikes »Made in Japan«. Darunter befanden sich auch viele kleine 400er. Besonders diese Honda CB 400 F hatte es uns angetan.

Anbauteile wie Blinker oder Rücklicht wurden klein gehalten

Also was soll‘s, die Radikalen sind zwar vom Erdboden verschwunden, trotzdem werfen wir einen genaueren Blick auf deren Erbe. Nur wenige der kleinen Japanbikes mit einem Hubraum unterhalb von 400 ccm erlangten auch bei uns Berühmtheit. Die Honda CB 400 Four jedoch hat auch im fernen Europa für Furore gesorgt.

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Die kleine Honda, auch in Europa beliebt

Mit ihrem von der 350er abgeleiteten Vierzylinder eröffnete sie Mitte der siebziger Jahre den Reigen winziger Viertakt-Mehrzylindermotoren, die nur dem einen Zweck dienen, möglichst viel Leistung aus den kleinen Zylindereinheiten zu orgeln. So erreichte die 185 Kilo leichte Honda bereits 1975 stattliche 37 PS. Genug, um die großen 500er und 750er ärgern zu können.

Die vordere Trommelbremse misst hingegen stattliche 230 mm

Radical MC formte eine solche Siebziger-Jahre-Honda zu einem Roadster von völlig eigenem Format um. Die Youngster ersetzten die originalen Räder gegen altmodische 16-Zöller und die hydraulischen Scheibenbremsen gegen 230 Millimeter große Trommeln des italienischen Bremsenbauers Grimeca. Geschwungener Tank, knappe Schutzbleche und die Vier-in-Vier-Auspuffanlage entstanden nach eigenen, durchaus individuellen Vorstellungen.

Keine Bikes für Schubladen

Wer angesichts der kaum gepolsterten und vernieteten Höckersitzbank nun einen Cafe Racer vermutet, der wird mit dem ausladenden Buckhorn-Lenker schnell darauf verwiesen, dass sich die Bikes der verflossenen Firma Radical MC nicht in eine Schublade pressen lassen. Unterm Strich jedenfalls wirkt die Kreation nicht nur eigenständig, sondern auch ausgewogen und verdammt cool. Da bleibt nur noch eines: Warum die Firma, die einen derart frischen Wind in die japanische Custom-Szene geblasen hat, im Untergrund verschwindet, will nun wirklich nicht einleuchten.

Drumbrake: Passend zur vorderen Bremse werkelt auch im Heck eine stattliche Duplextrommel aus italienischer Fertigung
Bei Drehzahlen unter 6000 Touren zeigt der kleine Vierzylinder kaum Temperament. Lässt man die Nadel des Drehzahlmessers jedoch regelmäßig in den roten Bereich zucken, dann fliegt die Honda erstaunlich flott voran. Über den breiten Lenker ist das nur 180 Kilo leichte Gerät zudem spielend leicht zu dirigieren

Hubraumzwerge in Japan – Über schikanöse Führerscheinregelungen und hochgezüchtete 400er

Wer in Japan ein Bigbike über 400 ccm fahren will, der braucht viel Geduld, reichlich Erfahrung und jede Menge Geld. Denn um die Fahrerlaubnis für größere Motorräder zu erlangen, muss der Anwärter eine praktische Prüfung ablegen, die es in sich hat. Gefordert werden knallharte Aufgaben, die an einen Geschicklichkeitswettbewerb erinnern.

Etwa das exakte Balancieren auf einem schmalen Streifen, möglichst langsames Fahren ohne Füßeln und das stehende Fahren über einen Offroad-Parcours. Hat der Prüfling sämtliche Tests bestanden, darf er einen Sozius erst nach drei Jahren Fahrpraxis mitnehmen. Nach jeweils drei Jahren muss der unbeschränkte Führerschein dann wieder verlängert werden, was weitere Kosten nach sich zieht. Je nach Erfahrung bekommt der Motorradfahrer – wie Gürtel beim Judo –  andersfarbige Führerscheine, angefangen bei grün bis hin zum goldenen Lappen.

Harte Bedingungen

Um diesen harten Bedingungen zu entgehen, fahren viele Japaner Motorräder unter der magischen Hubraumgrenze von 400 ccm. Die meisten dieser oft hochgezüchteten 400er sind jedoch jenseits der Grenzen des Herstellerlandes kaum bekannt. So gibt es z.B. eine Yamaha XJ 400, eine Kawasaki ZXR 400, eine Ducati Monster 400 …

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