Johnson Motors Inc.

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Mit dem Klamotten-Label Johnson Motors Inc. lässt Sean Kelly einen Mythos wieder aufleben. Hinter dem Namen steckt eine wahre Geschichte: Von Freundschaft, von heißen Reifen und von ölverschmierten Fingern.

Logo, Motive und Schriftzüge auf den Shirts, Sweatern und Jacken sehen aus wie vor vierzig Jahren. Die Teile sind schmal und kurz geschnitten, im schnörkellosen Old School-Style. Vor rund sechs Jahren hat sich Sean Kelly die Markenrechte für Johnson Motors gesichert, und seitdem läuft das Geschäft mit den authentischen Klamotten. Der smarte Amerikaner hat Kunst studiert, und hat einen Riecher für ausgefallene Dinge.

Die Geschichte beginnt 1936

Eigentlich beginnt die Geschichte vor genau 90 Jahren. Genauer gesagt 1936, als Bill Johnson und Wilbur Cedar in Pasadena, Kalifornien, ihre Firma »British and American Motors» gründen. Die beiden importieren englische Motorräder, vornehmlich Ariel und Triumph, und im Zuge dieser geschäftlichen Aktivitäten lernt Bill Johnson den Boss der Triumph-Werke, Edward Turner, kennen. Beide haben eine gemeinsame Leidenschaft: Den Motorsport.

Oben das legendäre US-Team beim International Six Days Trial 1964 in der DDR

Die neuen Modelle Speed Twin und die Tiger 100 bringt Turner dann 1939 sozusagen persönlich über den großen Teich nach Amerika. Es ist sein erster Besuch – und der Anfang einer großartigen Freundschaft, einer erfolgreichen Partnerschaft: Bill Johnson und Edward Turner mischen jetzt bei allen Renn-Events mit und pushen gemeinsam die Marke Triumph, on the Road und Offroad.   

Das beste Rennteam

1940 wird die Firma umbenannt in Johnson Motors Inc. – mittlerweile hat das Unternehmen exklusive Vertriebsrechte für mehrere namhafte Firmen und ist richtig gut im Geschäft. Es gibt ein erstklassiges Rennteam, mit Jimmy Phillips, Ed Kretz und Ed Kretz jun., eine eigene Abteilung, die nur für den Rennsport zuständig ist – und die aus England kommenden Triumph-Bikes weiterentwickelt. 

Bud Ekins bei seinem Filmsprung über den Maschendrahtzaun

Die Rennmaschinen von JoMo, denn so nennt sich Johnson Motors Inc. mittlerweile bei den Racing Events, kommen auch bei vielen Filmstars gut an: James Dean, Clint Eastwood und natürlich Steve McQueen fahren die coolen Bikes. Nicht nur in ihren Filmen, sondern auch privat. 1962 gibt es in »Gesprengte Ketten« eine legendäre Szene, als McQueen mit einer Triumph-Serienmaschine über einen Stacheldrahtzaun springt. Eine irre Sache! Die Filmwelt ist begeistert, niemand hatte vorher mit einer knapp 180 Kilo schweren Maschine so etwas versucht – und dann auch noch gefilmt. Macht nichts, dass Steve es gar nicht selbst war: den tollkühnen Stunt hat nämlich sein Kumpel Bud Ekins hingelegt. Der war mit am Set und sprang ein, oder besser gesagt: sprang drüber.

US-Boys in der DDR

Das brachte Ekins eintausend Dollar und seinerzeit den Ruf, der beste Motorrad-Stuntman Hollywoods zu sein. Dabei war er kurz zuvor noch Händler in San Fernando Valley. Er verkaufte und schraubte – na, ratet! – Motorräder von Triumph. In seinem Laden hatten er und Steve McQueen sich kennen gelernt. Die Legende sagt, dass der Schauspieler eines Tages das Geschäft auf der Suche nach einer neuen Maschine betrat.

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Steve McQueen mit seiner 650er Triumph TR 6 Trophy

Die beiden Männer wollten eine Testfahrt machen, schwangen sich auf die Bikes, für einen kurzen Trip. Und nach einem stundenlangen Cruise in der Wüste wurde Ekins dann McQueens Mechaniker. Die beiden werden ein gutes Team. Auch im Rennsport: 1964 repräsentieren sie, gemeinsam mit Dave Ekins und Cliff Coleman, das amerikanische Team bei der Sixdays-Trophy in der DDR und sind damit das erste amerikanische Team auf ostdeutschem Boden. Johnson Motors Inc. schickt extra einen Fotografen mit, um dieses historische Ereignis zu dokumentieren.

Support der kalifornischen Rennszene

Steve McQueens Startnummer bei diesem Rennen ist übrigens die 278 – nur falls ihr euch wundert, warum diese Zahl immer und immer wieder auf JoMo T-Shirts auftaucht. Johnson Motors Inc. haben schon früh begonnen, die kalifornische Rennszene zu unterstützen. Jetzt haben sie eigene Fahrer, eigene Modelle und mit Bud und Dave Ekins die besten Männer für ihr rennsportverrücktes Team. Die Fans dieser Szene finden das super – Hotrod- und Bikebuilder haben hier ihre Plattform! Bud Ekins fährt viele Rennen und arbeitet als Stuntman. Er hat seinen Motorrad-Laden und die kalifornische Vertretung für Triumph.

Nach dem frühen Tod von Steve McQueen 1980 ist er nur noch selten als Stuntman aktiv. Ende der Achtziger schraubt er hauptsächlich an seinen Maschinen herum. Und dabei bekommt er irgendwann Gesellschaft: von Sean Kelly. Kelly ist viel herumgekommen. Er landet in Kalifornien und, wie es das Schicksal will, bezieht er das Haus neben Bud Ekins. Eines Tages borgt sich Kelly bei seinem Nachbarn eine Zange – die beiden lernen sich kennen, und schon bald darauf schrauben sie zusammen in Ekins Laden an ihren Bikes.

Coole Geschichte, coole Klamotten

Der studierte Künstler und ehemalige Classic Car-Händler Kelly aus England und die amerikanische Motorradlegende Ekins werden Freunde. Kelly hört viele Geschichten von den alten Zeiten. Geschichten von Steve McQueen, von atemberaubenden Stunts, von Fahrtwind und Abenteuer. Er ist begeistert – von den Stories und von diesem Gefühl, das einen überkommt und nicht mehr loslässt. Eine Idee entsteht: Er will dieses Johnson Motors-Feeling wiederbeleben. Er sichert sich die Rechte für das Logo und am Namen Steve McQueen. Die alten JoMo-Motive, Plakate und Logotypes inspirieren ihn. Er entwirft Klamotten, verkauft sie in L.A. und – es funktioniert!

Johnson Motors-Kopf Sean Kelly (links) in seinem Shop am West Colorado Boulevard in Pasadena

Die Leute stehen auf das neue Modelabel. Sie lieben diese authentischen Jacken, Shirts und Sweater. Es funktioniert, weil wir alle gerne ein bisschen mutiger wären, ein bisschen verwegener, ein bisschen mehr wie diese echten Kerle. Und weil wir mit solchen Klamotten eben auch ein Tick von diesem Gefühl bekommen, einen Zipfel von Steve McQueens durchgeschwitztem Halstuch. Coole Sache. Coole Klamotten. 

Info | johnsonmotorsinc.com

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