Duisburg-Ruhrort ist kein Kurort – da muss eine Harley Sportster beinahe zwingend eine Flammenlackierung tragen.
Eine Harley sollte es werden. Und zwar kein Bike von der Stange, sondern eins mit eigenem Charakter und tough-individuellem Auftritt. Jedoch standen weder für die Anschaffung des US-V2 noch für die anschließenden Umbauten viel Bares zur Verfügung.
Evo-Sportster als Basis
Beinahe zwangsläufig und dennoch voller Überzeugung landete Bernd daher bei einer 883er Sportster. Schließlich hatte der Duisburger bereits jede Menge Erfahrung auf anderen Krädern gesammelt: Ironhead-Sportster, 74er FLH, Softail, Guzzi, XS 650, mehrere BMWs und sogar eine vollverschalte FZR wanderten im Laufe der Jahre durch seine Garage. Jetzt war er sich jedenfalls sicher, dass eine preiswerte Evo-Sportster das optimale Gefährt sein würde.

Original Harley-Feeling bei handlichem Fahrverhalten und eben kleinem finanziellem Einsatz. Nachdem die dunkelrote ’97er 883er nun in Bernds Garage stand, folgte umgehend die Anpassung an den eigenen Geschmack. Bernd sägte den originalen Heckfender zurecht und passte ein Cateye-Rücklicht an.
Günstige Gebraucht-Teile
»Kennzeichen unterm Rücklicht« stand auf der Wunschliste und bescherte dem Heck mit dem serienmäßig schmalen 130er Reifen eine knackig-dynamische Note. Eine vorverlegte Fußrastenanlage, die ursprünglich an einer Sportster 1200 Custom verbaut war, sowie eine Badlander-Sitzbank aus dem Harley-Originalzubehör konnte Bernd günstig gebraucht erstehen. Lediglich kleinere Blinker und kleinere Spiegel stehen für die Zukunft noch auf der Wunschliste.

Um die Bremsperformance der vorderen Einzelscheibe zu verbessern, montierte er eine Stahlflexleitung, die wir aber hier unter Wartung verbuchen, um nicht den 1000-Euro-Rahmen zu sprengen. Denn der größte Posten des Umbaus sollte noch folgen. Der Sportster-Fahrer hatte als primäre Maßnahme seines Customizings eine professionelle True-Flames-Lackierung beim norddeutschen Lackprofi Speed of Color in Auftrag gegeben.
True Flames
Wohl wissend, dass der Lackauftrag mehr als alle anderen Umbaumaßnahmen zum individuellen Erscheinungsbild eines Bikes beitragen würde. In seiner ihm eigenen Art ließ Speed-of-Color-Chef Jens daher naturgetreue grellgrüne Flammen auf schwarzem Grund über Tank und Fender lodern und fügte feine Linierungen sowie Schriftzüge hinzu. Wirkt die Sportster von der Seite in schlichtem Schwarz noch geradezu klassisch, so wandelt sich der Eindruck beim Blick von oben hin zu einem wirkungsvollen Custombike im US-Style.

Trotz der moderaten Preisgestaltung des Lackierbetriebs in Blankenhagen hatte Bernd sein Preislimit von 1000 Euro nun bis auf den letzten Heller ausgereizt. Aber was soll’s. Schließlich ist bereits mit wenigen Mitteln aus der serienmäßigen 883er ein sehenswertes Einzelstück entstanden.
Info | Speed of Color












