Grobstollige Oldcchooler sind die Spezialität von Bill Dodge. An einer Harley Knucklead zeigte er diese Präferenz schon früh.
Acht Jahre lang war Bill Dodge fest angestellter Schrauber in der Crew von West Coast Choppers. 2005 sah er die Zeit reif, etwas Eigenes zu machen. Um sich auch räumlich von seinem bisherigen Arbeitgeber Jesse James zu trennen, brachte er einen ganzen Kontinent zwischen sich und den WCC-Standort Kalifornien.
2005 machte Bill Dodge sich selbständig
In New Jersey, am anderen Ende von Amerika, eröffnete er mit Bling‘s Cycles seinen eigenen Shop. Schon früher hatte er Jobangebote von anderen Customizern, unter anderem von Indian Larry, erhalten. Doch Bill fand es an der Zeit, auf eigenen Beinen zu stehen.

Vor allem hatte er genug davon, ständig Bikes für 50.000 bis 100.000 Dollar aufzubauen. Er wollte einfache, dafür aber schnelle und funktionale Bikes zu günstigern Preisen anbieten. Genügend Erfahrungen hatte er bereits gesammelt, seit er mit 16 Jahren anfing, an Autos und Bikes zu schrauben.
Performance als oberstes Gebot
Seine eigenen Bikes waren immer Hingucker. Und mit den Jahren hatte er sich das nötige Know-how und genügend Startkapital erarbeitet, um sich selbstständig zu machen. Nun hatte er endlich die Freiheit, seinen eigenen Stil zu verwirklichen. Jedes seiner Projekte baut er so auf, als wenn es für ihn selbst wäre. Dabei liegt sein Hauptaugenmerk auf der Performance der Bikes. Ganz klar, dass dabei Gewichtsersparnis an oberster Stelle steht.

An Bikes von Bling’s Cycles befinden sich keine überflüssigen Parts. Sie sind aufs Wesentliche reduziert und kommen clean und simpel daher. Vor allem sparen nicht verbaute Teile natürlich auch Kosten. Und so sind Bills Bikes zu günstigen Preisen erhältlich.
Wahre Schmuckstücke
Das drückt sich auch im Namen der Company aus. Die Bezeichnung Bling steht ja für billigen Modeschmuck, bedeutet aber in diesem Fall: Gut aussehende Bikes zum Bruchteil der Preise, die bei anderen Anbietern aufgerufen werden. Eben wahre Schmuckstücke.

Neben kompletten Fahrzeugen bietet Bill auch eigene Rahmen, Rolling Chassis und Parts an. Auffälligstes Merkmal der Bikes sind die grobstolligen Reifen, die kleinen Tanks und die dadurch erreichte Dirtbike-Optik. Um die Ähnlichkeit zu den Flattrackern noch zu erhöhen, verzichtet Bill Dodge meist auf den Einsatz einer Frontbremse.
Grobstolliger Oldschool auf V2-Basis
Kommt dann noch eine Handschaltung zum Einsatz, bleibt der Lenker komplett clean. Als Antriebsaggregate nimmt Bill, was gerade kommt. Von alten Knuckleheads bis zu nagelneuen S&S-Motoren hat er schon alles verbaut. Das Bike, das wir hier vorstellen, ist eines von Bills frühen Werken, es trägt den Namen Franken Knuckle. Somit wäre die Herkunft des Triebsatzes schon mal geklärt. Über den zweiten Teil des Namens hüllt sich Bill in Schweigen.

Schließlich ist das Bike doch nun wirklich alles andere als ein zusammengestückeltes Monster. Eher entschied sich Dodge wie so oft bei seinen Customs für die Flattrack-Optik. Und das bedeutet für ihn auch, keine Bremse am Vorderrad. Den Part der negativen Beschleunigung übernimmt die Brembo-Bremse am Hinterrad, die aber über eine Armatur am Lenker bedient wird.
offener Belt, Hydraulische Kuppung
Der rechte Fuß wird durch diese Maßnahme arbeitslos und darf sich auf der Fußraste ausruhen. Er hat ja mit dem Starten des Motors per Kickerpedal genug zu tun. Das Baker-Getriebe sitzt übrigens in ziemlichem Abstand zum Knucklehead-Motor im STD-Gehäuse. Den überbrückte Bill mit einem offenen Belt. Die hydraulische Kupplung sorgt dann für den nötigen Kraftschluss.

Gewichtsersparnis stand ganz oben auf der To-do-Liste des Customizers. Dank Joe Hunt Magneto-Zündung wurde eine Batterie überflüssig. Durch den relativ kleinen Tank bleibt auch die transportierte Kraftstoffmenge als Gewichtsfaktor überschaubar.
Echte Stilmerkmale
Als weiteres Einsparpotenzial entdeckte Bill den Frontfender, den Sitz, der nur minimal zum Gesamtgewicht beiträgt, und den konsequenten Verzicht auf Anzeigen jeglicher Art. Auf diese Weise entstand ein pures Bike, das trotzdem mit zahlreichen kleinen Gimmicks aufwartet. So trägt die Knuckle am Zylinderkopf kleine eiserne Kreuze, ein Stilmerkmal, das sich an vielen von Bills Karren findet.

Auch die Ausgleichsbehälter in Form von kurzen Klarsichtschläuchen an den Griffarmaturen fallen unter dieses Thema. Schade nur, dass ein solch abgefahrener Racer hierzulande niemals eine Zulassung erhalten würde.
Info | blingscycles.com














