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Fotos: Dirk Mangartz | Fotos sind urheberrechtlich geschützt

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Harley Flathead – Wiederauferstehung

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CB 6/26

»Liberator« nannten die Amis die Harley-WLA- und WLC-Modelle. Noch heute taugt die 750er Flathead als Basis für Rebel-Chopper.

In den Dreißiger- und Vierziger-Jahren zählten die 750-ccm-Seitenventiler weltweit zu den meistgebauten Motorrädern der Marke Harley-Davidson. Denn weil die Flatheads als nahezu unverwüstlich galten, wurde bald auch das Militär auf die Harley mit 45 Cubic Inches aufmerksam. Nach langen Testreihen und anschließenden Verhandlungen bekam die Geschäftsführung in Milwaukee 1939 den Regierungsauftrag, Motorräder an die US Army zu liefern.

Im Krieg überzeugend

Insgesamt 88.000 WLA- und WLC-Modelle wurden geordert, dazu Ersatzteile für weitere 30.000 Motorräder. Kluges Engineering, gründliche Erprobung und die Ausrüstung mit militärischem Zubehör hatten sich gelohnt. Denn im harten Einsatz im Zweiten Weltkrieg legten die Flathead-Modelle eine überzeugende Vorstellung ab.

Als 1937 die Modellbezeichnung „W“ für die kleinen V-Twins eingeführt wurde, näherte sich das Styling den großen Knucklehead-Typen an. Chopper-Bauer entfernten die großen Fender und Stromliniendetails wieder

Selbst nach dem Krieg ließ sich die stabile WL weiter an Privatpersonen verkaufen. Sie diente zudem als Basis für das bis 1973 (!) gebaute Trike mit Namen Servicar. Genau so eine Zivilmaschine aus dem Jahr 1946 bildet die Basis für den zeitgenössischen Chopper von Frank.

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Rebel-Bike mit vielen Originalteilen

Zehn lange Jahre hatte die WL zerlegt auf einem Dachstuhl im Stadtteil Strelitz gelegen, bis Frank sie aus dem Dornröschenschlaf befreite. Weitere 18 Monate nahm er sich nun Zeit, die 750er im typischen Stil traditioneller Rebel-Bikes aufzubauen. Über 70 Prozent der verwendeten Teile blieben dabei original.

Chopper-Zutaten: Jack Daniels-Fass als nettes Detail

Allerdings überholte er den 45-Grad-V2-Motor, ersetzte den zickigen Linkert-Vergaser gegen einen modernen Mikuni und rüstete auf 12-Volt-Elektrik um – ein üblicher Umbau bei alten Flathead-Harleys. Die optischen Veränderungen beschränkten sich auf einen flachen Heckfender, einen Buckhorn-Lenker, Trittbretter, Solosattel und Sissybar. Ein wenig Chrom hier, ein 21-Zoll-Vorderrad dort, und fertig war das glaubwürdige Outlaw-Bike der frühen Tage.

Nicht schnell, aber zuverlässig

Jetzt verfügt die alte Flattie wieder über beinahe militärische Tugenden: Sie ist nicht wirklich schnell, aber höchst zuverlässig. Fazit: Weil die WL als Standard-Motorrad der US-Armee im Zweiten Weltkrieg geordert wurde, gilt sie als die meistgebaute Harley überhaupt. Vielleicht findet sich ja irgendwo noch ein bezahlbarer »Liberator« für einen Umbau zum authentischen Old-School-Chopper.

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DM 6/26

Technische Daten
Modell Harley-Davidson WLA
Baujahr 1946
Besitzer Nicole Martin

Motor
Typ V-Zweizylinder-Viertalt, sv-Zweiventiler
Hubraum 742 ccm
Bohrung x Hub 69,9 x 96,8 m
Vergaser Mikuni
Luftfilter SU
Zündung Automatikversteller
Auspuff VA-Dragpipes Eigenbau
Primärtrieb Belt
Getriebe Dreigang, handgeschaltet
Sekundärtrieb Kette
Leistung 20 PS bei 4900/min
Drehmoment 44 Nm bei 3000/min
Vmax 110 km/h
Fahrwerk
Rahmen Einschleifen-Stahlrohrrahmen mit starrem Rahmenheck
Gabel Springer-Gabel mit Eigenbau-Gabelbrücke VA
Bereifung vorne 3.00 x 21, hinten 5.00 x 16
Bremsen vorne und hinten Halbnaben-Trommeln
Zubehör
Lenker Buckhorn
Sitz Solosattel mit Pad
Sissybar VA Eigenbau
Lampe Bates Style
Rücklicht Tombstone
Schutzblech Flatfender
Fußrasten Trittbretter
Sonstiges Jack Daniels-Fass
Metrie
Leergewicht 240 kg
Radstand 1460 mm
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