Auf Basis einer Harley-Davidson Low Rider ST baute Clubstyle-Platzhirsch HeinzBikes diesen Performance Bagger
2022 war das elende Modelljahr der Knappheiten. Lieferketten waren gerissen und mussten erst wieder geschlossen werden. Die neuen Harleys standen deshalb im Katalog, nicht aber beim Händler.
Ein Jahr der Sondermodelle
Zum Saisonbeginn lief damals noch nichts rund. Wer da im Showroom mal eine neue Harley sah und sie sich genauer anschauen wollte, der wurde darauf hingewiesen: »Nicht anfassen, die ist schon verkauft!«
Und dann stellte Harley auch noch zunehmend limitierte Sondermodelle vor.

Die neuesten kamen aus der Icons-Serie, und das waren tatsächlich Ikonen. Die Low Rider »El Diablo« war teuflisch rot. Aber es gab von ihr nur 1500 Stück.
Low Rider ST WIRD PERFORMANCE-BAGGER
HeinzBikes aus Berlin hatte eine limitierte El Diablo aufgetrieben. Es war die Nummer 195. Diese Nummer ist so auf dem Dashboard verewigt, und das wurde auch so belassen. Trotzdem machte das Berliner Team aus der Ikone eben doch noch ein Custom-Projekt.

Das ist nun mal das Schicksal vieler Harleys, seien sie auch noch so limitiert. Und so mutierte die limitierte El Diablo zum Performance-Bagger. Das Umbau-Programm lag nahe. Erstens zitiert die Low Rider ST mit ihrer ungewöhnlichen Fairing die kultige FXRT Sport Glide von 1984, die damals nur noch keiner verstehen wollte.
Die Clubstyler waren Pioniere
Die Herausforderung, dieses Thema neu zu interpretieren, steht damit schon mal. Allein schon deshalb, weil zweitens der Clubstyle sich dieser rahmen-festen Verkleidung zum Ende der 80er-Jahre annahm, als die sonst noch keiner haben wollte. Die Clubstyler waren Pioniere, die mit ihrem sportlichen und wendigen Stil und dem Anbau sinnfreier Verkleidungen einen längst fälligen Kontrapunkt zum allmählich verstaubenden Chopper setzten.

Ha, und drittens haben wir ja im neuen Jahrtausend den Bagger bekommen, der durch die gerade angesagten Bagger-Races ein Revival erlebt. Als ob er jemals tot gewesen wäre … Die Amis treiben den Style auf die Spitze, mal wieder: Sie bauen für ihre Rennserie unbezahlbare Racing-Bagger mit getunten Triebwerken, Race-Pipes, hochgelegten High-Tech-Fahrwerken und Carbon-Verkleidungen.

Das sind sie dann also, die so genannten Performance-Bagger. In Deutschland wäre das niemals zulassungsfähig, denn für die Straße darf das so natürlich nicht sein. Muss auch nicht. Es muss nur der unbedingte Anspruch zum Ausdruck gebracht werden, was Besonderes zu sein. Das ist der Performance-Bagger von HeinzBikes nun auch.
Low Rider ST mit LIMITIERTEn KOMPONENTEN
Das Projekt begann mit einer Komponente, die genauso limitiert ist, wie das Bike – einem speziellen 2-in-1-Schalldämpfer mit bronzefarbenem Hitzeschutz und ebensolchen Endkappen. Extra von Jekill & Hyde für die El Diablo gefertigt, mit einem Typenschild mit Hörnern auf dem Logo. Teuflisch, denn von dieser Anlage gibt es nur 60 Stück. So konnte man weitermachen.

Jetzt musste die HeinzBikes-Crew nur noch Komponenten aus dem eigenen Haus zusammentragen und sie möglichst gut mit dem gebürstet-bronzenen Farbton der »Radiate« Leichtmetallgussräder korrespondieren lassen. Da ist zum Beispiel die Stepup-Sitzbank in Koproduktion von HeinzBikes und Saddlemen. Da sind die Pullback-Riser und der Kennzeichenhalter mit 3-1-Rücklichtern.
Crash Bars sind ein Muss
Und da ist die Crash Bar vorne, ebenfalls bronzefarben. Sie ersetzt die sonst üblichen Sturzbügel und ist tatsächlich ursprünglich für die Performance-Bagger aus dem Rennsport konzipiert worden. Die Crash-Bars wiegen weniger und sehen cool aus.

Sie dürften überhaupt die wichtigsten Teile des ganzen Bikes sein. Wir wissen nicht, ob ein Sterblicher es überhaupt bezahlen kann. Aber wenn, dann dürfte er für die Crash-Bars dankbar sein, wenn ihm die »Nummer 82« beim Rangieren umkippt. Dann würde er doch ein paar der investierten Taler gespart haben.
Info | heinzbikes.com






Schreibe einen Kommentar