Christian de Kant hat sich schon jung den alten V2s verschrieben. So war auch die Basis dieser Harley-Davidson FL deutlich älter als er selbst.
Mit damals 20 Jahren lernten wir Chris kennen. Schon da hatte er vermutlich mehr erlebt als so mancher Mittdreißiger. »Motoren sind mein Ding, schon immer«, sagte der Schweizer Jungschrauber über sich selbst. Beim Jetski-Fahren im Profibereich hatte er dieser Leidenschaft schon gefrönt, mit dem Bau von Motorrädern trug er ihr fleißig Rechnung, diese Harley-Davidson FL ist ein rollender Beweis.
Mit 18 eine eigene Firma
In logischer Konsequenz bewies er im Alter von 18 Jahren Unternehmergeist und gründete eine eigene Firma: DK Motorrad. Zwar litt das Geschäft zuweilen unter dem Ökonomie-Studium des Chefs, trotzdem stellte der Youngster regelmäßig neue Customs auf die Räder. Eins war allen gemein: Alt mussten die Karren sein, und ein V2 musste in ihnen arbeiten.

So waren alle Harleys, die Chris gebaut hat, ’ne gute Ecke älter als der Schweizer: »Neue Sachen sind nicht mein Ding«, war die einfache Begründung. Beim hier gezeigten Projekt entschied sich Chris für einen kompletten Neuaufbau. Den Motor dafür fand er in Kanada.
Shovel mit Bumms
»Der Typ hat gesagt, es wäre ein normaler Shovel, aber beim ersten Anlassen war mir klar, der hat gelogen«, schmunzelt Chris. »Es ist einfach ein Mörderteil. Ich denke, ein 1340-ccm-Stroker oder sowas, mit echt heftiger Kompression.«

Egal wie, das Aggregat mitsamt RevTech-Getriebe sollte seinen Platz in einem Umbau finden, der deutlich flach gebaut ist und bei dem sich Chris von japanischen Umbauten inspirieren ließ. »Klein, tief, laut, dünn, böse«, beschrieb er den Anspruch ans perfekte Bike. »Vor allem die schlanke Linie war wichtig, da sollte nix überstehen und den Blick versauen.«
Teile aus dem Ausland
So entschied sich Chris für einen Wishbone-Rahmen von Paughco, verbaute die Springer-Gabel eng an dessen Unterzügen. Weitere Teile bezog er vornehmlich aus dem Ausland, kaum etwas Europäisches verbaute er. Und auf manches Schnäppchen ist er besonders stolz.

»Den Bates-Sattel habe ich im Internet für 200 Dollar geschossen. Normalerweise kostet so was deutlich mehr«, freut er sich. Aber natürlich musste er auch einiges selber bauen.
Wenig Kompromisse
Den neuen Luftfilter zum Beispiel oder die Armaturen und den Heckfender. Auch die getapte Auspuffanlage kommt als Eigenbau daher. Kompromisse ging der Youngster beim Verfolgen seiner Ziele dabei kaum ein.

So verbaute er unmoderne Trommelbremsen: »Die sind ein Muss bei so einem Motorrad«, war er überzeugt. Auch auf sonstigen Firlefanz verzichtete er, das Bike blieb in blankes Metall gekleidet. Lediglich ein paar Scallops verzieren Tank und Fender, ein Freund von Chris übernahm diese Arbeiten.
Seemann mit Schlagseite
Dabei war der ursprüngliche Plan ein anderer: »Die Shovel sollte eigentlich gold lackiert werden und Seemannsmotive tragen«, erzählt Chris. Doch der Aufwand wäre zu groß und teuer gewesen. Also blieb schließlich nur die kleine Version und gab der Harley ihren Namen. »El Marinero Borracho« – der besoffene Seemann.













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