Wenn man weiß wie es geht, dann kann sich eine klassische Harley Panhead mit starrem Rahmen auch im Alltag bewähren.
»Auch mit einer alten Harley kannst du jeden Punkt dieser Erde erreichen, wenn sie nur gut gemacht ist«, ist sich Gerd Remmert sicher. Der Gründer der Bike Farm muss es wissen, war er doch auch schon per Starrrahmen in Russland unterwegs. Fast 6000 Kilometer. Pannenfrei.«

Seit über 30 Jahren befassen er und das Team der Bike Farm in Melle sich nun schon mit Old-Style-US-Eisen. Und das betreiben sie so konsequent und leidenschaftlich wie kaum ein anderer Customizer. »Viele Kunden kaufen sich zuerst neben ihrer Evo oder Twin Cam eine Pan oder Shovelhead.
Altes Eisen geht immer
Als Zweitfahrzeug. Bis sie dann merken, dass auch ein Klassiker einwandfrei funktionieren kann«, ist sich Gerd sicher. So mancher soll dann schon seine neue Maschine abgegeben haben, auch wenn die Veteranen nicht an die Fahrdynamik einer Twin Cam heranreichen.

Bei Ralf, einem langjährigen Kunden der Bike-Farm, sah es ganz ähnlich aus. Er hatte sich bereits mehrere Bikes in Melle aufbauen lassen – meist Old Schooler, aber auch Tourer – und wollte einen weiteren Oldtimer. Doch im Unterschied zu vielen anderen Harley-Fahrern sah er keinen Grund, seine bisherigen Bikes wieder abzugeben. Er behielt alle seine Bikes und verfügt mittlerweile über eine nette Sammlung.
Germano-Amerikaner
Da Ralf die eine Hälfte des Jahres in Deutschland, die andere in Florida verbringt, weiß er die Qualität der Münsterländer Arbeit zu schätzen. »Viele US-Umbauten sehen toll aus, sind aber lausig zusammengebastelt«, kennt auch Gerd die Mentalität mancher Amerikaner. Auf Basis eines originalen Starrrahmens begann also die Arbeit an einem außergewöhnlichen Classic-Bike.

»Den Rahmen hatte ich schon lange herumliegen«, so Gerd. Als Antrieb sollte ein 1500-ccm großer S&S-Replika-Panhead das antike Fahrwerk in stürmische Fahrwasser führen. Außerdem wurden diverse Maßnahmen ergriffen, um dem Bike die oben beschriebene Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit anzuerziehen.
Klon-Motor mit Qualitäten
»Die S&S-Panhead-Motoren funktionieren richtig gut. Vor allem in Verbindung mit dem drehzahlsenkenden Baker-Sechsgang-Getriebe kannst du stundenlang mit 170 km/h umherfahren, ohne dem Motor zu viel abzuverlangen«, ist sich Gerd sicher. Eine hydraulische Kupplung reduziert die Handkräfte auf ein erträgliches Maß.

Und um den Motor im Alltag problemlos starten zu können, haben die Bike-Builder zudem einen E-Starter verbaut. Viele Teile, die an dem Bike verbaut wurden, entstanden in Einzelanfertigungen. Die Trittbretter wurden mit Leder bezogen, der Lenker ist ein Eigenbau und sämtliche Schrauben erhielten einen Überzug aus echtem Gold.
Keine Details aus dem Katalog
Dazu Gerd: »Die besondere Note liegt daran, dass du Details wie den Solosattel in keinem Katalog findest.« Die Lackierung schließlich hatte sich Besitzer Ralf selbst ausgedacht, lackiert wurde von Danny Schramm. Danach ging das Bike mit Besitzer Ralf nach Florida.

Darüber freut sich Gerd besonders: »Die läuft so zuverlässig wie ein ladenneues Motorrad. Da werden die Amis Augen machen.«
Info | bike-farm.de
















