Harley Apehanger Chopper – Back in Black

Ein alter Harley-Rahmen bekommt eine Aufforstung Marke S&S. Passt zum Harley Apehanger Chopper wie Faust aufs Auge.

Laissez-Faire am Gardasee, einfach laufen lassen und hunderten Harley-Fahrern beim Vorbeifahren zuschauen. Das hatte sich unser Fotograf so gedacht, wurde aber nichts draus. Auf einem der größten Harley-Treffen Europas fuhr ihm nämlich doch noch was vor die Linse: Jürgen mit seiner Apehanger-Harley.

Jürgen, Ein Urgestein der Schrauberszene

Der Mann aus Karlsruhe ist seit dem 18. Lebensjahr angefressen von den lässigen V-Twins. »Da kamst du in meiner Gegend ja gar nicht dran vorbei, so viele Amis, wie da stationiert waren.«, erklärt er die frühe Festlegung auf die Marke. Die erste Starrrahmen-Panhead holte er aus Griechenland, die Teile zum Umbau kamen schon damals aus den USA.

Jürgen bestückte seine Starrrahmen-Harley mit kleinen, unauffälligen Scheibenbremsen

»In Deutschland bot ja zu der Zeit kaum einer sowas an«, erzählt Jürgen. Und auch beim aktuellen Umbau viele Jahre nach den ersten Erfahrungen bleibt er den Ami-Parts treu. Irgendwann kaufte Jürgen die Panhead, Baujahr ’54, außer Rahmen und Öltank blieb von ihr nichts in der eigenen Garage.

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Harley-Davidson mit Apehanger Pflicht

Dass er ein Bike mit Apehanger wollte, stand definitiv fest, der Lenker ist ein Original aus den 50ern. Allerdings hielt er sich sowohl beim Aggregat als auch beim restlichen Bodywork durchgehend an moderne Vorgaben. »Es sollte schon die Linie eines alten Bikes haben, aber ich wollte einfach auch eine technische Verbesserung. Jeder weiß doch, wie die alten Getriebe lecken«, begründet Jürgen die Entscheidung zur S&S-Antriebseinheit mit RevTech-Getriebe.

Harmonisch und alltagstauglich: Der 1,6 Liter-V2 macht keine Mucken

Dabei hatte er vorher immerhin ein, zwei Versuche gestartet, aus der alten Pan was zu machen. Aber der Mann ist ein Vielfahrer, und da muss es einfach laufen. Beim Outfit setzte Jürgen auf klare Linien: schmale Räder, dezent gebogener Auspuff, Minimalfender aus eigener Fertigung, mit dem starren Rahmenheck verschweißt.

Kleine Scheiben aus Schweden

Gaszug und Bremsleitung wurden clean in den Lenker gelegt, dafür kümmerte sich der Karlsruher selbst um die komplette Elektrik. »Und vor allem die Bremsen wollte ich möglichst klein halten«, erklärt er weiter. Beim schwedischen Hersteller ISR wurde er fündig und verbaute deren kleine Scheiben.

Lediglich Starrrahmen und Apehanger dürfen hier als Hemmschuhe gelten, alles andere ist potentes Fahrgefühl vom Feinsten. Also doch Laissez-Faire am Gardasee

Nach acht Monaten war der Umbau abgeschlossen, die Harley durfte auf die Straße. Und trotz aller Moderne gibt Jürgen dann noch zu: »Schwächen hat die Harley auch, das ist eben doch wie bei einem alten Bike. Aber so muss Motorradfahren sein.«

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Technische Daten
Modell Harley-Davidson FL
Baujahr 1954
Besitzer/Erbauer Jürgen Meinzer

Motor
Typ S&S V-Zweizylinder Viertakt, ohv-Zweiventiler
Hubraum 1523 ccm
Bohrung x Hub 76,8 x 102,2 mm
Kolben S&S
Zylinderkopf LKM-Tuning
Vergaser S&S Super E
Auspuff WCC
Getriebe RevTech
Sekundärtrieb Kette
Leistung 85 PS bei 5500/min
Drehmoment 110 Nm bei 3700/min
Vmax 180 km/h
Fahrwerk
Rahmen Harley-Davidson Wishbone-Starrrahmen
Gabel H-D Springer
Gabelbrücken Offset H-D Brücke
Räder vorn 3.5 x 16”,hinten 4,5 x 16”
Bremsen vorn und hinten ISR Einscheibe
Zubehör
Tank H-D, 3,5 Gallonen
Lampe Bates
Rücklicht Cat Eye
Sitzbank
Schutzbleche Eigenbau
Blinker Kellermann
Lenker Fehling Straight
Metrie
Leergewicht 255 kg
Radstand 1552 mm

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Fotos: Carsten Heil
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