Handcraft Choppers

»Die alten Zeiten sind besser als die neuen«, sagt Eric Hammer – mit »Handcraft Choppers« verpflichtet er sich traditionellen Werten

Zu einem großen Anteil war der Vater die treibende Kraft, zu einem weiteren Eric selbst. Der Papa ein gelernter Dreher und Fräser, Eric gelernter technischer Zeichner und zum Glück bei der IHK irgendwann in Schulungen gerutscht, die Handwerk vermittelten.

Hier darf es in der Werkstatt noch aussehen wie bei Meister Eder

»Einen Monat drehen und fräsen, einen Monat Gussverfahren, einen Monat schweißen«, beschreibt er das, was wie eine schöne Schrauber-Allroundaus­bildung klingt. Dazu hat der Vater von zwei Kindern schon immer gebastelt, für sich selbst meist, an allem möglichen. Eric war begeistert von Materialien, probierte sich an Holz und Messing, aber auch Plastik, keine Scheuklappen bitte.

Handcraft Choppers – Eine ONE-MAN-SHOW

Eric verdient sein Geld als Produktions­designer, seine Werkstücke fertigt er zunächst nur für sich. Er postet hier und da mal was im Netz, erste Anfragen kommen, mehr Anfragen kommen, vor acht Jahren gründet Eric sein Label »Handcraft Choppers«. Bis heute betreibt er es im Nebengewerbe als One-Man-Show in seiner 40-Quadratmeter-Doppelgarage. »Das Haus habe ich damals nach der Garage ausgesucht«, erzählt er. 

Welchen Shifter hätten Sie gern? Aber Achtung: Für einen Shifter in Pimmel-Form gibt es möglicherweise nur einen zweiten Bikeshow-Platz

Die Werkstattausrüstung seines Vaters hat er übernommen, die Grundkenntnisse in den diversen Gussverfahren hatte er bereits, konnte in einer Stahlgießerei viel lernen. »Ich hatte damals einen guten Lehrer«, sagt er. Für uns packt Eric das Werkzeug aus und gießt seinen Tankdeckel-Bestseller, »eine schöne Muschi, damit müsst ihr nun leben«, grinst er.

MUMU-DECKEL, PIMMEL-SHIFTER UND NOCH VIEL MEHR

Im Gussverfahren entstehen viele von Erics Teilen. Der erste Schritt besteht darin, die Form für den Guss herzustellen. Eine Form wird gebildet, in die Sand in jede Hälfte der Form kommt. Der Sand wird dabei um das jeweilige Modell gepackt, das eine Nachbildung der äußeren Form des Gussstücks ist.

Beliebt sind vor allem klassische Biker-Motive: Totenschädel, Eiserne Kreuze, Schwingen und Indianerfedern

Wenn das Modell entfernt wird, verbleibt der Hohlraum, der das Gussstück bilden wird. Dann wird geschmolzenes Metall in die Formen gegossen, kühlt sich ab und wird fest – et voilá, unsere Muschi ist fertig. Selbstverständlich ist das nur die absolute Kurzversion des Vorgangs, den Eric schon hundertfach gemacht hat. Bis zu drei Kilo Metall kann er verarbeiten, also auch größere Stücke herstellen, »aber das ist dann schon sehr viel Theorie, muss genau berechnet werden und alles.«

Rücklichter als erste Werke

Für seine Tankdeckel ist er bekannt, seine ersten Arbeiten waren das nicht. »Rücklichter waren die ersten Werke«, erzählt er uns, erst später kamen die Tankdeckel, Shifter, Linkert-Vergaser-Deckel und vieles mehr. Auf Kundenwünsche kann er eingehen, auch mal Motive mit Ironie und Augenzwinkern machen – aber auf die Mumu-Tankdeckel hatte er einfach Bock, wie er erzählt.

Mumu-Deckel, Pimmel-Shifter und noch viel mehr …

Auf unsere Nachfrage gibt er zu, auch schon mal ein Gegenstück gefertigt zu haben. Den Pimmel-Shifter hatte eine Engländer bei Eric bestellt und bekommen, auf einer Bikeshow reichte es später nur für einen zweiten Platz. Der Bike-Besitzer war sich sicher, »das lag am nicht politisch korrekten Schaltknauf.«

NEUES PROBIEREN

Auch wenn Eric die viele Parts aus Alu fertig, versucht er sich auch an neuen Sachen. Seine Shifterknobs sind aus Acryl, er lernt gerade das Drechseln und verwendet die ­Deckel von Plastikflaschen wieder, um daraus neue Parts zu schnitzen, »das habe ich mal im Internet gesehen und dann selbst probiert.« Dazu hat sich der Bayer ein Netzwerk aufgebaut. 

Die Doppelgaragenwerkstatt zeugt von Erics Vorliebe für kultige Fahrzeuge

Ihr werdet Eric mit seinem Stand hier und da auf Oldschool-Treffen finden, aber auch auf Teilemärkten streunt er rum. Mit dem Lackierer und Pinstriper Chiko aus Pforzheim verbindet ihn mittlerweile eine innige Freundschaft: »Wir machen viel zusammen und sind echt auf einer Wellenlänge.«

Authentischer Oldschool

So war es natürlich Chiko, der den Tank von Erics Knucklehead lackierte. Dass der authentische Oldschool-Chopper dazu auch Erics eigene Parts trägt, dürfte ebenso klar sein. Und weil es nichts besseres als das rollende Objekt gibt, zeigen wir euch die Handcraft-Harley auch noch ausführlich.

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