Sportster Umbau – 1200 XL extrem niedrig

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Zu Beginn seiner Karriere arbeitete Jeff noch mit seinem Bruder. Das erste Soloprojekt, diese Harley Sportster, verlangte ihm einiges ab

Jeff begann sein Projekt, nachdem er einen Typen namens Adam Stark auf einer Party getroffen hatte. Nach ein paar Drinks erzählte Adam, dass er eine billige Sportster im Internet gefunden hatte, und je mehr Details er preisgab, desto misstrauischer wurde Jeff. Also fuhren sie gemeinsam zur Verkäuferin.

Ein günstiger Kauf

Die betrunkene Alte erzählte ihnen, dass das Bike ihrem Mann gehörte, der mit irgendeinem Flittchen abgehauen war. Deswegen wollte sie diese schändliche Erinnerung möglichst schnell vom Hof haben, daher auch der niedrige Preis. Die beiden ließen sich nicht lange bitten und schlugen zu.

Drückt an: Der aufgepumpte Sportster-Motor leistet knapp 100 PS

Der nächste Schritt des Projekts betraf Adam, der genau erklärte, was er haben wollte und welche Probleme auf Jeff als Erbauer zukommen würden. Adam ist nämlich, milde ausgedrückt, eine größentechnische Herausforderung. Er ist knappe 1,40 Meter groß, daher musste das Bike auf seine kleinwüchsige Statur zugeschnitten werden.

Soprtster Superlow

Jeff war sofort Feuer und Flamme für die Sportster als Umbaubasis, da sie schon von Werk aus eine niedrige Sitzhöhe hat. Adam aber, als höchst erfolgreicher Special-Effects-Filmguru und Songwriter mit gedecktem Konto und angepasstem Lifestyle, wollte alles andere als ein Bike von der Stange. Es musste ein draufgängerisches Bike mit dem dazu passenden Antrieb sein.

Bissfest: Performance Machine-Drücker nehmen die Bremsscheiben in die Zange

Wirklich wohlhabende Leute haben es nicht nötig, mit Geld um sich zu schmeißen, daher wollte er etwas Dezentes statt massenhaft Bling-Bling. Das ist Jeff offensichtlich in allen Belangen gelungen.

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Probleme und Herausforderungen

Jeff kalkulierte zwei Monate Arbeit für das Bike ein, er glaubte an einen Sonntagsspaziergang im Vergleich zu anderen Bikes, die er schon gebaut hatte. Aber Adam hatte ihn ja gewarnt: Es würden Probleme und Herausforderungen warten, mit denen Jeff noch nie konfrontiert worden war. Beispielsweise musste er es Adam ermöglichen, sein Bein über die Hinterachse zu schwingen.

Hörsturz: Die offenen Rohre enden unmittelbar unter dem Fahrer

Jeff wurde auf einmal bewusst, wie viele Dinge er für selbstverständlich hielt, aber nun musste er seinen Blick für die kleinen Dinge schärfen. Nachdem er einen Aftermarket-Serienrahmen für die Sportster aufgetrieben hatte, musste er alles so zusammenschrumpfen, dass der Motor trotzdem noch hineinpasste. Er entfernte den oberen Teil des Rahmens komplett und ersetzte ihn durch eine kompaktere Form mit tiefer gelegtem Sitz und niedrigerem Backbone.

Tank im Heckfender

Diese Sorte von langwieriger Extra-Tüftelei war es, die den Zeitrahmen bei weitem sprengte. Nach langen Überlegungen entschloss sich Jeff, das Öl nicht im Rahmen zu deponieren, sondern einen raffinierten, leicht zu übersehenden Tank in den Heckfender zu integrieren. Wie schon beim Motor vertraute er die Montagearbeit Todd von Todd’s Cycles an.

Der untere Teil des Heckfenders dient gleichzeitig als Öltank

Der hat einen makellosen Leumund, er baut schon sein ganzes Leben lang Autos und Motorräder zusammen, und bevor er sein eigenes Business aufzog, arbeitete er als Chefmechaniker für den GP-Rennstall von Performance Machine. Für dieses Bike fertigte er einen feuerspuckenden Motor mit Edelbrock-Köpfen mit einem rechteckigen Ansaug- und D-geformten Auspuffstutzen. Abgerundet mit einem Edelbrock-Vergaser, einem Auspuffsystem von Metal Morphosis und einiger Geheimnisse von Todd geht das Teil ab wie eine Rakete – und macht am Hinterrad unglaubliche 95 PS.

Tiefer geht’s kaum

Im Gegensatz zu den heutigen Sportstern hat Adams Bike einen starr befestigten Motor und Sekundär-Kettenantrieb, den Harley bekanntlich seit 1993 abgeschafft hat. Und so langsam tritt Harley-Davidson in Jeffs Fußstapfen, auch in Milwaukee hat man den Vorteil einer sehr hohen Motorleistung bei einer Sportster mit niedriger Sitzhöhe erkannt. Die XL 1200L hat zwar keinen außergewöhnlich kreativen Namen, das L steht für »low«, aber die 26 Inch Sitzhöhe lässt auch Menschen mit kurzen Beinen die Straße erreichen.

Bremspumpe und die eleganten Minischalter stammen von Performance Machines

Wen es interessiert: Jeff hat es fertiggebracht, den Sattel der 96er Sportster auf eine Höhe von nur 55 Zentimeter über dem Asphalt herunterzuschrauben. Bei der Company hieße das Modell dann wahrscheinlich XL 1200 LLLLL.

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Technische Daten
Modell H-D Sportster XL 1200
Baujahr 1996
Erbauer Jeff Tiedeken
Besitzer Adam Stark

Motor
Typ V-Zweizylinder-Viertakt
Hubraum 1198 ccm
Bohrung x Hub 89 x 98,6 mm
Kolben J&E
Kurbelwelle S&S
Zylinder Edelbrock
Vergaser Edelbrock
Luftfilter Edelbrock
Kupplung Barnetts
Auspuff Metal Morphosis
Sekundärtrieb PM/Exile
Leistung 95 PS bei 6600/min
Drehmoment 117 Nm bei 4700/min
Vmax 200 km/h
Fahrwerk
Rahmen Paughco-Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, starres Rahmenheck, modifiziert
Gabel H-D gekürzt
Räder H-D Sportster, vo. 100/90-19, hi. 130/60-16
Bremsen vo. und hi. PM m. Exile-Kolben
Zubehör
Lenker Metal Morphosis
Tank Sportster
Öltank Eigenbau im Heckfender
Sitzbank Robert I Customs
Scheinwerfer SJP/Exile
Metrie
Leergewicht 265 kg
Radstand 1510 mm

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Fotos: Steve Kelly
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