Bereits kurz nach ihrem Erscheinen in Europa galt die Honda CB 750 als ideale Umbaubasis für coole Chopper. Zwei historische Bikes fanden wir in Skandinavien.
Geplant war die Honda CB 750 von ihren Schöpfern als Trumpf im Hochgeschwindigkeitssegment. Doch das Vierzylinder-Aggregat bot sich auch für andere Zwecke an. Gern wurde es in Chopper-Rahmen verbaut.

Die Bikes boten eine lässige Sitzposition und genügend Dampf für die längere Reise. Beiden hier präsentierten Umbauten steckt schon je über ein Vierteljahrhundert im Blech.
Cosmos Gold
Petri Russunen ist eigentlich Goldschmied, aber in seiner Freizeit schraubt er an Bikes. Nach seinem letzten Aufbau, einem Panhead-Bobber, stand dem Finnen der Sinn nach etwas aus den Siebzigern. Eine ganze Zeit lang suchte er im Internet nach Angeboten.

Dann fand er die richtige Grundlage. »Das Bike wurde damals von Marlon Larsson vom schwedischen Twin Club MC aufgebaut. Der Rahmen und noch einiges mehr stammen ursprünglich von ihm«, erzählt uns der Hobby-Customizer.
Eigenwilliger Honda-Chopper
Die Grundzüge des Bikes ließ er unangetastet, und auch bei der weiteren Umgestaltung inspirierte ihn der Stil der Siebzigerjahre. So fertigte er Tank, Lenker und Auspuff genau so, wie es vor 40 Jahren üblich war. Diesen Vorstellungen entspringt auch die eigenwillige Farbwahl.

»Diese Farben stellen für mich das dar, wofür ABBA standen. Viele Bikes erinnern mich mehr an den harten Gitarrensound von Jimi Hendrix, meins stellt aber mehr die frühe Disco-Musik dar«, erklärt uns der rührige Finne seine Intention.
Hingabe für Details
Besonders auf die Details legte der Handwerker großen Wert. Das zeigt sich beim extravagant geformten Tankverschluss ebenso wie an den drei übereinander verbauten Scheinwerfern und den vielen kleinen Spikes am ganzen Bike. Auch der Spiegel und das wirklich herrliche Rücklicht zeugen von der Hingabe, die Petri hier investiert hat.

Mit dem fertigen Bike fuhr er nach Norrtälje und errang dort den zweiten Platz in der Klasse der metrischen Chopper. Das nächste Projekt, eine sechszylindrige CBX, war da schon in Arbeit.
The Purple
Wenden wir uns also der zweiten CB 750 zu. Die stammt aus Schweden und ist in der dortigen Szene so etwas wie eine Legende. Bernt Karlsson begann vor über vierzig Jahren seine Karriere als Schrauber.

Tiefgelegte Käfer mit Flügeltüren machten ihn bekannt, doch auch an motorisierten Zweirädern hatte er seinen Spaß. Die damaligen Magazine brachten oft Berichte über ihn. Auch für Anund Sanderling war er der Held.
Ein Chopper vom Vorbild
Er traf ihn sogar mal auf einer von Bernt organisierten Bike-Show. Einige Jahre später zog es Bernt nach Kalifornien. Dort arbeitete er wieder als Auto-Customizer. Auf der anderen Seite der Welt surfte Anund in Schweden im Internet. Dabei fiel ihm das Angebot einer alten Honda auf. Der Preis war in Ordnung und Anund nahm Kontakt mit dem Verkäufer auf.

Beim ersten Kontakt stellte sich heraus, dass ausgerechnet Bernt Karlsson, Anunds großes Vorbild, der Erbauer des Choppers war. Keine Frage, Anund schlug zu – für 3000 Euro! »Inzwischen haben mich Dutzende Personen gefragt, ob ich es nicht verkaufen will.
Optisch ein Seventies-Showbike
Hohe Summen sind mir inzwischen geboten worden, doch ich gebe das Bike nicht wieder her«, verkündete der stolze Besitzer. Die CB 750 sieht aus wie ein typisches Showbike der damaligen Zeit. Dennoch hat ihr Erbauer Bernt sie als Langstreckenfahrzeug benutzt. Inzwischen hat sie 50.000 Kilometer auf der Uhr.

»Das Bike hat noch immer den originalen Lack und ist sich in einem überraschend guten Zustand«, versichert uns der stolze Eigentümer. »Natürlich ist es im Vergleich zu heutigen Custombikes ein einfaches und simples Fahrzeug. Doch es entspricht dem Stil seiner Bauzeit. Viele Sachen wurden von den Erbauern selbst hergestellt. In echter schwedischer Handarbeit.
Kunstwerk auf zwei Rädern
Somit ist die etwas psychedelisch aussehende Honda ein historisches Dokument. Ich werde sie ab und zu fahren, vielleicht die eine oder andere Bike-Show besuchen, aber meist wird sie als Kunstwerk in meinem Wohnzimmer stehen.«






















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