Frau Reuters Praxistest: Von Kameras, Kratzern, Zangen und Lappen

 Frau Reuters Praxistest heute: Eine klassische, aber moderne Kamera, eine Wasserpumpenzange und ein Mittel zum Kratzer entfernen und weiteren Kleinkram

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Es ist ja alles so aufregend! Die Wintersonne knispelt auf meinem vergaserlosen Motorrad rum und ich sitz hier im Erdloch und darf für euch schreiben. Immerhin: Es ist doch einiges in den letzten Wochen zusammengekommen. 

Arsch Reuter knipst mit Fujifilm

So werde ich zum Beispiel immer wieder von Leuten gefragt, was ich denn als »Unterwegskamera« benutze. Sie würden auch gerne knipsen, wüssten aber nicht, welche von den zigtausend modernen Superkameras nun wirklich gut sind. Also hab ich meinen Tipp hie und da abgegeben und wider Erwarten tatsächlich freudige, ja geradezu überschwängliche Resonanz erhalten. Und so sei es hier verkündet: Arsch Reuter knipst unterwegs mit der Fujifilm X30.

Klassisches Handwerkszeug: Mit der robusten Fuji X30 funktioniert das Knipsen fast so wie früher

Ich hatte sie auch mit auf der CUSTOMBIKE-Show, hab immer ohne Blitz geknipst und einmal aus Versehen sogar auf der Kamera gestanden. Das Gehäuse ist überwiegend aus Metall, das Display lässt sich horizontal hoch und runter neigen, aber nicht seitlich klappen. Hat man die Bedienungsanleitung aufmerksam gelesen, stellt man die Kamera einmal auf seine Bedürfnisse ein und muss kaum noch mal ins Menü eintauchen. Nach meiner geliebten Rollei 35 aus den 70ern ist dies meine ultimative Lieblingskamera, die mir jederzeit drucktaugliche Bilder beschert. An dieser Kamera ist alles gut!

Die Unterwegskamera in Frau Reuters Praxistest

Hier gibt es keinen blöden Zoom-Knopf, sondern es wird am Objektiv gedreht, wie es sich gehört. Sogar ein Kabelfernauslöser aus Omas Rumpelkammer kann angeschlossen werden. Der billigste Preis für diesen treuen Freund ist momentan 459 Euro – eine Menge Geld. Ich kann euch aber, und diese Aussage ist elementar wichtig, ruhigen Gewissens auch die Fuji X10 empfehlen, wenn ihr viel Geld sparen wollt. Die ist bei gleicher Bildqualität mit einem etwas dürftigen optischen Sucher ausgestattet, ansonsten ebenfalls perfekt für all jene, die einen Hang zum klassischen Handwerkszeug haben. Die X10 ist bereits ab 200 Euro zu haben. Beide Kameras benutze ich sogar im Studio, die Bilder habt ihr – ohne es zu wissen – in den letzten Jahren betrachten dürfen.

Frau Reuters Praxistest: Mit 3-Zoll-Riesendisplay offenbart die X30 ihre moderne Seele

Sicherlich sind die Fuji-X-Kameras keine Super-Kompakt-Apparate, aber immer noch klein genug, um in der Wachsjacke zu verschwinden. Einzige Alternative ist die Nikon P7800, mit der die Bilder dieses Beitrages gemacht wurden. Ebenso klein, ebenso gute Bildqualität, aber nicht ansatzweise so charmant. Damit also knipse ich unterwegs, und ihr wisst es nun. Und falls ihr eine Spiegelreflex zu kaufen gedenkt, so kauft eine gebrauchte Nikon D7000 und ein 18-200 Zoomobjektiv mit dem goldenen »VR«-Schild.

Die Lösung aller Kameraprobleme

Es ist die alleinseligmachende Lösung für den fotografischen Endsieg. Fotofreaks und Fachhändler werden jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber dieser Rat ist verbürgtes Gesetz und der absolute Geheimtipp. Jeder, der dies in Frage stellt, hat keine Ahnung. Mein Bruder hat auf mich gehört, dieses Set für rund 700 Euro erstanden und mir nun nach 49 Jahren zum ersten Mal kostenlosen Geschlechtsverkehr angeboten. Wenn das nix ist!

Klein aber fein: Diese unterdimensionierte Wasserpumpenzange lässt sich ihre winzigkeit kaum anmerken

Was ganz anderes: Die hier gezeigte Wasserpumpenzange ist nicht nur pink, sie misst auch in der Länge nur 13 Zentimeter. Doch zurück zum Wesentlichen: Als ich neulich bei Schoppe Schrauben holte, wurde ich auf diese winzige Wasserpumpenzange hingewiesen. Die Jungs haben gerade alkoholfreie Saison und sind entsprechend heiter aufgelegt. Auf meine Frage, welche Schwuchtel denn so’n Spielzeug kaufen soll, war die spontane Antwort: DU! Ich hab mich für das pinkfarbene Modell entschieden. Blau wäre auch im Angebot gewesen. Also bin ich um rund 20 Euro erleichtert mit diesem Qualitätsprodukt für Pygmäen nach Hause gelatscht und hab es gleich einsetzen können, weil ich meinen Shovel auf CV-Vergaser umrüste.

Universaler Kratzerentferner

Und es gibt wahrlich nichts zu meckern! Diese gerade mal 13 cm lange Zange funktioniert einwandfrei, wie eine große. Zudem ist sie noch in einem neckischen Blechdöschen untergebracht, was sie als kleines Mitbringsel bei allen Gelegenheiten empfehlenswert macht. Aber immer die pinkfarbene nehmen, nicht die mit dem roten Griff! Nun hab ich sie meiner Frau geschenkt und die hat vor Freude gequiekt wie ein Meerschweinchen. So schafft man Liebe und Zuneigung auf der Welt. Das Ding heißt KNIPEX Mini-Cobra und ist ebenso lustig wie nützlich.

Frau Reuters Praxistest: Kratzer-Entferner? Lackkratzer verschwinden zwar nicht, aber sie werden immerhin weniger sichtbar

Als neulich die ersten Sonnenstrahlen unsere winterliche Dunstdecke überwanden, hab ich doch tatsächlich auf dem schönen Tank der Electra-Glide einige Kratzer festgestellt. Stört mich eigentlich nicht, aber die Frau ist da zickig. Also hab ich bei der nächsten Gelegenheit im Baumarkt den Nigrin Kratzer-Entferner mitgehen lassen. Kann ich ja mal testen, dachte ich. Nun – der Name ist vielleicht in höchster Euphorie des Herstellers entstanden, denn Kratzer kann das Zeugs natürlich NICHT entfernen.

Mikrofastertuch

Aber es glättet sie ungemein, immerhin so, dass meine Alte eine Stunde später ein herziges »Na also, geht doch« vernehmen ließ. Mein Fazit dazu: Frauen kann man damit bescheißen und beeindrucken. Der geübte Betrachter wird jedoch weiterhin die Kratzer im Lack feststellen können. Mein Favorit in solchen Sachen ist immer noch die Schleif- und die Polierpaste von Rot-Weiss, die ich hier längst vorgestellt habe. Diese Kombination ist deutlich wirkungsvoller.

Frau Reuters Praxistest: T-Shirts ade: Microfasertücher putzen einfach gründlicher als normale Baumwolllappen

Anschließend putzen tue ich nun nur noch mit billigen Microfasertüchern, die es bei Rossmann oder im Supermarkt gibt. Ich habs probiert: Sie sind viel besser und gründlicher als meine alten T-Shirt-Lappen. Man sollte jedoch die Tücher mit dem groben Gewebe bevorzugen, die sind für unsereins besser geeignet. Sowas kostet keine 2 Euro und hält ewig.

Frau Reuters Praxistest – Packtaschabstandsrolle

Und zum Schluss was Feines für Packtaschenbesitzer mit Schwingenrahmen: Herr Hansen hat eine universelle Packtaschenabstandsrolle auf den Markt gebracht, die ich mordspraktisch finde. Von Haus aus hat das Ding eine 1“-Bohrung für die heutigen Harley-Achsen, ich werde das Ding jedoch etwas kürzen und meine eigene Bohrung reinbohren. Das gute Stück ist mordsstabil, astrein geschweißt und hat eine anständige Kunststoffrolle verbaut. Das Ding hat um die 50 Euro gekostet. Dafür kann ich das nicht selbermachen. Findet ihr bei Buffalo Bag.

Tante Reuter

So, ihr Lieben, nach diesem Informationsmarathon werde ich mich in die Sonne setzen und eine Dose Alsterwasser aufreißen. Und dann wird der Vergaser eingestellt, das wird ein Fest!

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Es grüßt mit heiterer Seele
Tante Reuter

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Fotos: Martin Reuter
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